Tag 4 (7.9.2010) – „Grenzüberschreitend“ zu Heinrich Harrer

Erstellt am 12. September 2010.

Das Wetter war so, wie an den meisten Tagen seit unserem Aufenthalt hier: nicht sehr schön, aber auch nicht wirklich schlecht. Im Prinzip gab es immer einen Mix aus Wolken und Sonne. Dadurch schwankten auch die Temperaturen oft recht beträchtlich. Hatte man das Glück, sich gerade auf einem sonnigen, windstillen Platzerl aufzuhalten, konnte es ziemlich warm, ja sogar fast schon ein wenig heiß sein. Jedoch im Schatten, oder wenn sich die Wolken wieder mal vor die Sonne schoben, wars auch gleich wieder kalt. Ewiges an- und ausziehen von Jacken oder Pullis waren wieder vorprogrammiert.

An diesem Tag lag die Tendenz eher bei bewölkt und gelegentlichen leichten und auch nur eher kurzen Regenphasen. Alles in allem nicht wirklich ein Tag, an dem man unbedingt weiß Gott was unternehmen will, was z.B. wandern betrifft.

Das ist halt das Feine am „eigenen Garten“. Man geht nach Lust und Laune hinaus, wenn das Wetter grad passt, spielt mit Kira herum oder macht sonst was und wenns wieder kalt wird oder zu regnen anfängt, geht man halt wieder rein. Keine langen Autofahrten irgendwohin, um draußen sein zu können, kein umziehen – bequeme Jogging- oder Trainingshose und altes T-Shirt sind da Standard. Hier sieht einem  ja kein Mensch. 🙂

Poldi wollte nicht unbedingt fort an diesem Tag. Und er meinte, er hätte sich einen Urlaubstag verdient, was für mich so viel hieß wie, ich kann ja was unternehmen, wenn ich möchte.
Na gut. Das kam mir nicht ganz ungelegen. Bei meinen Recherchen anhand von Wanderführern, Wanderkarten usw. bin ich vor zwei Tagen auf Hüttenberg in Kärnten gestossen. Da gibt es ein Museum von meinem früheren Bergsteigeridol Heinrich Harrer und einen künstlich angelegten tibetischen Pilger-Wanderweg. Das hatte natürlich mein Interesse erweckt.
Nun hätte ich ja die Gelegenheit, dorthin zu fahren. Fahrzeit lt. Google-Maps über die „großen“ Bundesstraßen 45 Minuten. Ich zog es aber vor, die kleinen Bergstraßen über die Karchau, in die ich mich richtiggehend verliebt habe, zu fahren. Fahrzeit ca. 50 Minuten.
Einziger Wermutstropfen: die Idee kam mir bzw. uns leider etwas spät. Vom Tageslicht her wars ja kein Problem, aber fürs Museum würde ich kaum mehr Zeit haben. Trotzdem packte ich mein „Klump“ zusammen und fuhr los.

Die Fahrt dahin erwies sich als wunderschön. Und sie war gewissermaßen „grenzüberschreitend“, wenn auch nur im Kleinen – von der Steiermark nach Kärnten. 😉
Hüttenberg liegt richtig nett in einem ganz engen Tal.

Fürs Museum hatte ich grad noch ein bisschen mehr als eine halbe Stunde, aber danach konnte ich mir wenigstens auf dem „Pilger-Pfad“ ausgiebig Zeit lassen. Bis es dunkel wurde, dauerte es schon noch einige Zeit. Sonnenuntergang erst um 1/2 8 h und trüb und bewölkt war es sowieso.

Das Museum ist sehr interessant, modern gestaltet und doch ziemlich umfangreich. Mir blieb halt eher nur mehr Zeit um zu schauen und leider nicht mehr um die Details zu lesen. Dennoch war ich sehr beeindruckt.

Die Fotoausrüstung Heinrich Harrers.

Gleich am Anfang kam man in einen abgedunkelten Raum. Es war eine Art Altar aufgebaut und es ertönten tibetische Klänge. Ich empfand es als richtig angenehm, hier zu verweilen. Man wurde richtig ruhig. Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber leider die Zeit….

Ich hab auch nicht sehr viele Fotos gemacht. Mit Blitz geht nicht, wegen der Spiegelungen und ohne Blitz und Stativ ists ja auch irgendwie ein Schmarrn.

Ich war die Einzige im Museum. Am Ende muss man, wie ja in Museen so üblich, noch durch einen kleinen Verkaufsraum durch, wo man die verschiedensten Dinge zu dem Thema erstehen kann. Ein paar tibetische Gebetsfahnen mussten mit. Die wollt ich sowieso immer schon haben. 😉

Nun konnte ich mich dem Pilgerpfad widmen. Er ist an einer felsigen Steilwand mit Eisentreppen und -wegen angelegt. Man darf sich jetzt vielleicht nicht allzuviel erwarten, dennoch hat es mir gefallen. Der Ausblick von ganz oben war wunderbar und das Gewirr an Treppen, Geländern und Wegen ergab oft sehr interessante Bilder.

So konnte ich wenigstens ein bisschen Heinrich Harrer würdigen – den Erstbesteiger der Eiger Nordwand – unter Bedingungen, wo unsereins nicht mal spazierengehen möchte – und den Freund und Lehrer vom Dalai Lama. Die Bücher „Die weiße Spinne“ und „Sieben Jahre in Tibet“ hab ich natürlich schon vor langer Zeit gelesen. Auch den gleichnamigen Film des zweiten Buches hab ich natürlich zu Hause. Immerhin hat da ein Idol von mir ein anderes dargestellt – Brad Pitt als Heinrich Harrer. Das ist doch auch was!

Die tollen Aufnahmen von der wunderschönen Landschaft und dem Pottala Palast sind mir unvergessen. Auch wenn die Landschaftsaufnahmen nicht alle von Tibet sind, weil das filmen dort nicht erlaubt war. Die meisten stammen aus Kanada, Argentinien, Chile, England und Tirol. Jedoch gab der Regisseur Jean Jaques Annaud später zu, doch auch verbotenerweise Landschaftsbilder aus Tibet gezeigt zu haben.

Auf der Heimfahrt fuhr ich wieder den kleinen „Umweg“ über die Karchau. Ich mag dieses Gebiet einfach. Nur leider war es schon etwas dunkel. Auf den Fotos aber merkt man das kaum.

Als ich „nach Hause“ kam, dämmerte es bereits. Da mir die Sache mit dem Licht mit Bewegungsmelder der vergangenen Nacht doch keine Ruhe gelassen hat, hab ich dann doch noch mal ausprobiert, ob das Licht auch bei Kira angehen würde. Diesmal machten wir den „Versuche“ zu zweit. Da das Licht ja sehr weit reicht, ging ich mit Kira bis zum Gartentor, ließ sie da absitzen und hockte mich neben sie. Poldi stand beim Eingang der Hütte und so verharrten wir so lange, bis das Licht ausging. Das dauerte!! 😉 Als es endlich so weit war, rief Poldi Kira und sie lief zu ihm hin. Und Gott sei Dank, das Licht ging an! 🙂 🙂  Also konnte es wirklich ein Tier gewesen sein, dass für die nächtliche Beleuchtung gesorgt hat. Nun war ich beruhigt. Vorerst mal.

Denn! Spät abends saß ich mit Kira unten im Wohnzimmer. Poldi schlief schon oben im
1. Stock. Ich musste beim fernsehen wohl ein wenig eingenickt sein. Auf jeden Fall wurde ich munter und hörte ein wildes Getrappel auf Holz. Es hörte sich fast so an, als ob Kira z.B. in der Küche herumrennen würde. Aber die lag am Sofa (natürlich auf einer  untergebreiteten Decke von uns) und schaute mich ebenso verdutzt an, wie ich sie. Obwohl ich diese Geräusche schon mal am ersten Tag kurz hörte und ich annahm, das müssen irgendwelche „Viecher“ sein, die irgendwo in irgendwelchen Zwischenräumen des Hauses, oder am Dach oder sonst wo, herumrennen würden, wurde mir etwas mulmig zumute. Das Geräusch war nämlich alles andere als leise. Doch, genau wie ich es angenommen hatte, Poldi hatte nichts gehört. Irgendwie verpasst er die spannendsten Dinge immer. 😉 Und Kira zog es dann auch vor, sich hinauf ins Schlafzimmer zu verziehen und mich da unten alleine zu lassen.
Tja, genauso stelle ich mir einen Wachhund vor. Nachdem ich dann aber nachgeschaut hatte und natürlich nichts entdecken konnte, zog ich es dann doch auch vor, mich niederzulegen. Es hat mir da unten irgendwie alleine nicht mehr gefallen. 😉

Und wieder dachte ich mir: vielleicht hätte ich doch nicht diesen Horror-Roman zu lesen anfangen sollen.
Früher hab ich diese Romane, vorzugsweise von Stephen King verschlungen. Nach langer Zeit hatte ich halt wieder mal Lust auf „so etwas“. Diesmal ein Buch von John Saul – „Die Wächter“, welches schon einige Jahre in meinem Bücherregal dahinvegetierte. Da geht es um eine Farm in Idaho, sehr abgelegen, umgeben von Wald, wo halt mysteriöse Dinge passieren und Leute umkommen, durch – naja, das weiß ich eben noch nicht. So weit bin ich noch nicht gekommen. Aber diese Farm – so einsam gelegen –  hat ein bissl eine Ähnlichkeit von der Lage her mit unserem Häuschen hier. Aber eh nur ein bisschen.

Ach ja, und Kira hat gemeint, es wäre wohl nicht schlecht, wenn wir uns einen Wachhund zulegen würden.

Auf das Foto unten klicken um alle Bilder des Tages anzusehen:

Steiermark – Murau September 2010 – 4. Tag: Heinrich Harrer Museum

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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