Tag 5 (8.9.2010) – Wanderung Karchau und „wenn das Licht ausgeht“

Erstellt am 12. September 2010.
 

Der Morgen begann wunderschön mit Sonnenschein. Nur hier und dort zogen ein paar tiefe Wolken über die Bergkuppen und über das Tal. Eine herrliche Stimmung, bei der man es nur schwer lassen kann, den Fotoapparat zu zücken. Ich konnte es gar nicht.

Überhaupt das bunte, von der Morgensonne beschienene Laub auf dem Stall hatte es mir angetan.

Aber auch die schöne Aussicht mit den tiefen Wolken über dem Tal.

Ebenso der „Hauswald“ und die Morgensonne, die schöne Lichtstimmungen zauberte.

Man sagt ja, es ist Hopfen und Malz verloren. Hier wächst zumindest ersteres wild an einem Pfosten vom alten Stall.

Hier gibts sogar noch im September den Klatschmohn „taufrisch“.

Morgens ist alles noch ziemlich naß.

Auch Kira macht ihre erste Garten-Schnupper-Runde.

Etwas später hat sie sich selber einen etwas eigenwillig gestalteten „Maulkorb“ kreiert.

Nachmittag haben wir uns dann zusammengepackt und sind in die Karchau gefahren um dort eine kleine Wanderung zu machen.
Karchau ist ein ganz kleiner Ort der Gemeinde St. Blasen. Es liegt in einer wunderschönen bergigen Gegend, im Kern mit einer Kirche, ein paar Häusern und dem Alpengasthof Moser. Rundherum verstreut, wie in dieser Gegend sowieso überall üblich, liegen oft weit auseinander die Bauernhöfe.
Wanderwege gibt es  hier zur Genüge, aber wie mir scheint, gibt es eher wenig Wanderer. Wären da nicht die Bauarbeiter am Parkplatz gewesen und das eine Mädchen, das auf der Straße mit dem Rad gefahren ist, hätten wir wieder niemanden getroffen. Der Wanderweg ist ein Rundweg durch den Wald auf einen kleinen Aussichtshügel und wieder zurück.

Die Vegetation hat hier schon leicht herbstliche Farben angenommen.

Blick hinunter nach Murau. Leider, wie meistens, nicht ganz wolkenlos.

Blick nach Karchau. Vom Parkplatz aus leider etwas von den Bäumen verdeckt.

Nach dem Rundweg sind wir noch weiter Richtung St. Blasen gefahren und sind noch einen Teil eines „Fit-Wanderweges“ gegangen.
Hier kommen gerade die Kühe „nach Hause“ in den Stall.

Auf der Heimfahrt machten wir dann in St. Lambrecht Halt und kehrten in den Gasthof Lederer ein um etwas zu essen. Dann ging es ab nach Hause.

Es war diesmal schon total finster, als wir zu unserer Hütte kamen. Gleich fielen mir wieder alle möglichen Dinge ein. Mein Roman, das nächtliche Aufleuchten der Lampe vorm Haus und das Getrappel. Noch ziemlich amüsiert musste ich auch daran denken, wie in Horrorfilmen oder Psycho-Thrillern, wo der Schauplatz ein einsames Haus oder so ist, und die Insassen irgendwie bedroht werden, dann meist irgendwann das Licht ausgeht. Ich musste lächeln ob dieser klischeehaften Darstellungen. Und ich schwöre, dass mir das just an diesem Tag eingefallen ist. Da ist jetzt nichts dazugedichtet oder so.

Ein paar Stunden später: Situation wie des öfteren gehabt. Poldi schläft oben, Hund natürlich auch, ich sitze unten in der Stube beim Läppi. Auf einmal gehts „zack“ – und das Licht war aus. Ich weiß nun auch genau, dass so mancher, der dies liest, jetzt über mich lachen wird (mach ich ja mittlerweile auch ), aber ich saß erstmal stocksteif da und dachte mir nur, ich bin im falschen Film.
Gott sei Dank war es ja nicht ganz dunkel, weil der Laptop ja dann automatisch mit dem Akku weiterläuft und so hatte ich wenigstens etwas Licht vom Bildschirm her, um die Taschenlampe zu finden. Und was macht man, wenn man nicht grade die Mutigste ist? Man weckt seinen Mann auf. Keine große Sache in einer Holzhütte, die ja sehr hellhörig ist. Es genügt ein lauteres rufen. 😉 Naja, aufgestanden ist er nicht. Aber er hat mich natürlich – ebenfalls durch lauteres Zurufen – beruhigt, es würde wohl ein Stromausfall sein.
Als erstes hab ich dann mal nachgeschaut, ob was bei den Sicherungen ist, aber da war alles in Ordnung. Dann der Blick nach draußen, ob man erkennen kann, ob es ein genereller Stromausfall wäre. Das war aber schwierig zu sagen. Wir können ja von da oben nicht direkt auf Murau sehen, aber man sah einen Lichtschimmer, was uns annehmen ließ, dass da unten im Tal das Licht funktioniert. Auch am Hang vom Berg gegenüber. In unmittelbarer Nähe war es aber fast unmöglich festzustellen, ob es anderswo funktioniert. Man kann ja nur die zwei Bauernhöfe unter unserem Hang sehen und da es schon spät war, war es ja durchaus möglich, dass schon alle schliefen. Und Straßenbeleuchtung gibts ja keine. Doch es war trotzdem anzunehmen, dass es ein Stromausfall war. Nun wurde uns auch bewusst, wieso überall in der Hütte eine Menge Kerzen aufgestellt waren. Vielleicht kommt das eben öfter vor.

Mit Kerzen bewaffnet bin ich dann ins Schlafzimmer hinauf. Um so bald wie möglich feststellen zu können, wenn das Licht wieder funktioniert, hab ich die Nachttischlampe eingeschaltet. Und siehe da – ich weiß nicht mehr nach welchem Zeitraum – irgendwann ging das Licht dann wieder an.

Also war doch kein böser Axtmörder (zwei davon liegen nämlich draußen im Stall – Äxte natürlich, nicht Mörder) schuld daran, sondern nur ein harmloser Stromausfall.
Ab diesem Zeitpunkt war für mich alles geritzt. Ich hab alles möglich gehört, gesehen und erlebt. Mich konnte nun kaum mehr was erschrecken. Ich wusste nun, dass auch Viecher das Licht anmachen können, ich wusste, dass das Getrappel ebenfalls Tiere in den Zwischenräumen sind und ich nahm anhand der vielen Kerzen an, dass es öfter mal einen Stromausfall geben konnte. Also – gabs ab jetzt keine Angst mehr.

Mich wundert nur, dass nichts von all dem sich im Juni, als wir hier waren, zugetragen hat. Vielleicht hatten wir diesmal ohne es zu wissen, die Option „Abenteuerurlaub“ mitgebucht.

Auf das Foto unten klicken um alle Bilder des Tages anzusehen:

Steiermark – Murau September 2010 – 5. Tag: Wanderung Karchau

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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