Tag 7 (10.9.2010) – Geteilter Tag: Eine die schon wieder faul war und zwei die fleißig waren

Erstellt am 13. September 2010.

Auch wenn ich mich wiederhole, aber das Wetter war in der Früh, wie an den meisten Tagen. Nicht wirklich mies, aber bewölkt. Zudem ist mir aufgefallen, dass es nun den zweiten Tag vom Empfinden her etwas kälter war. Schon am Vortag hab ich das bemerkt, vor allem in der Nacht, wenn ich zum letzten Gassi mit Kira nochmals rausgehe, meistens so zwischen 22 h und 23 h. Ich geh da immer mit mit ihr, denn ich lasse sie nicht unbeaufsichtigt alleine im Garten. Dieser ist ja für Hunde nicht wirklich „ausbruchsicher“. Kira ist zwar keine die wegrennt oder Anstalten macht, alleine aus dem Garten raus zu wollen, aber im Dunkeln ist es mir trotzdem lieber, wenn ich dabei bin. Sie hat Gott sei Dank auch nur einen äußerst schwachen Jagdtrieb, aber man weiß nie, was so einem Hund einfällt, wenn vielleicht doch irgendein Tier wo draußen ist, das sie wittert und in dem angrenzenden Wald finde ich die nie wieder.
Auf jeden Fall war es in der Nacht vor dem Stromausfall richtiggehend warm. Mit einer leichten Weste oder einem Pullover bekleidet,  hätte man durchaus draußen sitzen können. Die Nacht darauf, also quasi gestern, war mir aber richtiggehend kalt. Vielleicht war der Stromausfall doch irgendwie wetterbedingt gewesen, dass vielleicht irgendwo ein Gewitter war, was wir bei uns nicht bemerkt haben.
Auf jeden Fall war es in der Früh auch nicht wirklich warm. Beim Frühstück haben wir nun eben geplant, was wir machen könnten. Erstmal kam die Tonnerhütte zur Sprache. Es wurde hin und her überlegt und dann fiel uns auch noch der Gstoder ein. Diese Tour hatten wir im Juni gemacht und sie hatte uns sehr gut gefallen. Man kann eine kleine Mautstraße recht weit hinauffahren und wenn man dann weitergeht, kommt man recht bald über die Baumgrenze und hat einen wunderschönen Ausblick. Bis zum Gipfel sind wir ja leider auch letztes Mal wieder nicht gekommen, aber irgendwann hab ich schon mal erwähnt: für mich wird immer öfter halt der Weg zum Ziel. Damit muß ich mich eben abfinden. Aber es stimmt schon. Auch ohne Gipfelsiege kann man trotzdem die schönen Gegenden und Landschaften genießen.
Während wir eben so beim Frühstück saßen und das alles beredeten, ist Poldi dann beim Blick aus dem Fenster auf einmal aufgefallen, dass sich draußen in der Zwischenzeit ein ordentlicher Wind aufgemacht hatte. Die Lust auf große Höhen war damit eher dahin und es macht auch nicht viel Sinn. Wir erinnerten uns an den Juni, als wir die Wanderung auf die Frauenalpe gemacht hatten. Bewölkt, kalt und sehr windig. Wir haben uns den A… und sonstige Teile abgefroren und das macht auch nicht wirklich Spaß. Heute würde es „da oben“ wohl ähnlich sein. Und ehrlich gesagt, ich wollte nicht frieren.Böse Zungen könnten nun ja behaupten, ich wäre ein Weichei geworden und noch bösere würden sagen, ich war das eh schon immer.  Trotzdem, das muss man sich nicht unbedingt antun.
Und als solches entschied ich mich für das, was ich eigentlich auch noch ganz gern machen wollte. Einfach da bleiben, den Tag im Haus und im Garten zu verbringen, irgendwie „nichts“ tun und die Seele baumeln lassen. Auf der Terrasse läßt es sich auch bei Wind recht gut aushalten, weil da gibt es ja einen Windschutz.
Poldi hat dann Kira geschnappt und ist mit ihr wieder in die Karchau-Gegend gefahren, um einen Wanderweg zum Teil im Wald zu gehen, den wir auch schon mal teilweise gegangen sind. Und ohne mich würden sie ja ohnehin weiter kommen, als mit mir, was dann ja auch zutraf. Er erzählte später, dass der Wind im Wald kaum Probleme machte, es jedoch dann am Ziel, bei einem eher ausgesetzten Kircherl mit Rundblick doch ziemlich kalt war.

Anfangs hab ich mich noch mehr im Haus aufgehalten und bin halt immer wieder mal raus, um ein paar Fotos zu schießen. Leider gestaltet sich die Fotografiererei  momentan zeitweise als mühsam, weil der Fotoapparat eben immer wieder mal „spinnt“. Aber ich hatte ja Zeit.


Die sind sich leider in der einen Woche nicht mehr ausgegangen, dass sie noch reif wurden.

Das hölzerne Windrädchen drehte sich und klapperte heute unermüdlich. Da ist mir dann aufgefallen, dass wir im Juni viel öfter Wind hatten, denn damals stand es fast nie still. Überhaupt war es da noch kühler, denn wir hatten nur selten die Gelegenheit draußen zu sitzen und wenn, dann meist eher nur kurz und mit Jacke.

Im Juni blühten hier an dieser Stelle noch wunderschön die Schwertlilien.

So ab 15 h kam immer mehr die Sonne durch. Nun schnappte ich mein Buch, ein Häferl Kaffee und einen kleinen Snack und marschierte raus auf die Terrasse. Schließlich wollte ich ja schön langsam wissen, welches Unwesen sich in den Wäldern von Idaho herumtreibt. (Mittlerweile weiß ich es schon ). Zur Vorsicht nahm ich meine Jacke mit raus, aber die war unnötig. Zeitweise wurde es direkt heiß, sodass ich mir sogar eine Zeit lang die Hosenbeine aufkrempeln musste. Aber nur im „Windschutz“. Ging man da raus, war der Wind ordentlich kühl.
Und als ich da so saß, dachte ich mir: gehts mir eigentlich gut. Zwischen lesen und hie und da mal aufspringen und ein paar Fotos machen, kann ich hier in der Sonne sitzen und die schöne Aussicht genießen. Was will man eigentlich mehr!

Später sind dann auch Poldi und Kira dazugekommen und haben auf der Terrasse die Sonne und ein paar Naschereien genossen.

So ging zwar ein ruhiger, aber schöner Tag zu Ende. Leider war es der letzte.

Und Fräulein Hund war rechtschaffen müde.

Abends haben wir dann angefangen schon ein paar Sachen einzupacken. Wir mussten ja am nächsten Tag um 9 h hier raus.

Auch diese Woche ist leider viel zu schnell vergangen. Aber es hat mir wirklich gefallen und ich denke, Poldi und Kira auch.
Mag schon sein, dass wir früher mehr Aktivitäten gesetzt haben, mehr auf den Bergen oder sonst wo herumgekraxelt sind. Aber ich denke, das ist nicht das ausschlaggebende.

Auf der Tauplitzalm wurde es ja meist durch die Wetterlage verhindert, aber wir waren jeden Tag draußen, auch wenn es oft nur kleinere Spaziergänge waren und keine großen Wanderungen.

Naja und hier – hier hatten wir ja doch unseren eigenen Garten und es ist schön, wenn man das ausnützen kann. Und Poldi und Kira waren ja auch im Garten immer sehr aktiv. Poldi hatte oft einen Muskelkater vom Ziehen und Werfen der Bälle und Stöcke. Und Kira konnte jederzeit raus, wenn sie wollte und außerdem war es ja fast ein Paradies für sie. Hier findet sie  Holz und Stöcke im Überfluss und sie konnte ungehemmt einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachgehen, nämlich Hölzer zu zerbeissen.
Und ich? Ich war eigentlich auch immer mit was beschäftigt, wenngleich ich jetzt oft gar nicht mehr sagen kann, womit. ;-) Mir war nie auch nur eine Sekunde lang langweilig. Weder hier noch auf der Tauplitzalm.

Alles in allem, ein gelungener Urlaub.

Außerdem war es interessant, ein Gebiet im Abstand von 9 Wochen noch einmal zu sehen und zu erleben.
Die Steiermark verdient den Beinamen „grün“ auf alle Fälle und es ist auch im September sehr grün hier. Dennoch, im Juni war es irgendwie noch „grüner“. Ich weiß, das klingt blöd, aber ich weiß nicht, wie ich es sonst ausdrücken könnte. Alles war noch frischer als jetzt.
Auch der Garten. Selbst wenn sich nicht wirklich viel verändert hat, wirkt er in seiner Gesamtheit doch anders. Es wuchert nun alles mehr und vieles ist ordentlich gewachsen, die Blätter an der Stallwand sind nun schon bunt geworden und es blühen natürlich andere Sachen.
Im Juni war alles noch so zart. Am Wald- und Wiesenrand wuchsen noch viel mehr Wiesenblümchen.

Ich weiß noch, dass hier oben erst Ende Juni die Pfingstrosen kurz vorm Aufblühen waren!

Was mir auf jeden Fall dieses Mal aber abgingen, waren die Ochsen, die im Juni auf der angrenzenden Wiese weideten. Sie kamen uns immerhin so zweimal täglich bei unserem Häuschen „besuchen“. Ansonsten waren sie oft nicht zu sehen, weil diese Weidefläche wirklich riesengroß ist.

Und hier noch zum Abschluß ein Foto von der Bundesstraße aus gesehen, damit man sich die Lage des Häuschens ein bisschen vorstellen kann.

In der folgenden Nacht wurde ich wieder mal munter. Ich hörte wieder ein Getrappel. Ich schaltete die Taschenlampe ein, weil ich zuerst dachte, Kira wollte runter und es wäre ja möglich, dass sie raus hätte müssen. Die hat aber friedlich geschlafen. (Ein Wachhund braucht ja schließlich auch mal seine Ruhe.) Beunruhigt hat mich das Ganze nicht mehr, denn ich kannte es ja nun schon. Wäre mir ja fast abgegangen.  Mich hat es nur wieder so verwundert, weil es sich angehört hat, als ob das neben meinem Bett gewesen wäre. Aber es war absolut nichts zu sehen. Wie immer. Ich hab des öfteren in der Küche und überall geschaut, ob vielleicht irgendwelche Lebensmittel angeknabbert sind oder irgendein Kot von Nagetieren herumliegt. Nie war was zu finden. Mich würde halt brennend interessieren, was für Viecherln das sind. Beruhigt hab ich die Lampe wieder ausgeschaltet und zwei oder drei Minuten später war der „Spuk“vorbei. Sie hatten sich wohl wieder verzogen.
Poldi hat nichts mitgekriegt. So wie er es sowieso nie gehört hat, weil er entweder geschlafen hat oder nicht dabei war.
Jetzt fehlt nur noch, dass er sagt, ich hätte mir das alles eingebildet.
Aber dann gibt es  Krieg – oder so.

Nachtrag am 7. März 2011:

In der Zwischenzeit wurde mir von zwei Personen gesagt, dass diese nächtlich herumtrappelnden Viecherln wahrscheinlich Siebenschläfer waren.

Dazu möchte ich Wikipedia zitieren: 😉

Man findet diese Tiere in Laubwäldern oder großen Gärten (ideal: Obstgärten) von Kontinentaleuropa bis hin nach Persien. Der Siebenschläfer sucht sich gerne in Baumlöchern, Vogelhäuschen und auch unter den Dächern von Häusern sein Schlafquartier. Während er dort den Tag verschläft, pflegt er nachts herumzulaufen und kann dabei so viel Lärm machen, dass dieser auch einem erwachsenen Menschen, etwa einem Einbrecher, zugeordnet werden könnte und nicht einem kleinen Tier von wenigen hundert Gramm Gewicht.

Also, jetzt ist wohl alles klar. 🙂

Nun noch ein Foto von einem Siebenschläfer – Quelle: Wikipedia

Auf das Foto unten klicken um alle Bilder des Tages anzusehen:

Steiermark – Murau September 2010 – 7. Tag: wieder ein schöner Tag im Garten

Zur Seitenübersicht

Advertisements

Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter 7. Tag - Geteilter Tag: Eine die schon wieder faul war und zwei die fleißig waren, Murau im Herbst abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s