Die Nase eines Hundes

Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut doch Hunde Gerüche wahrnehmen können. Für uns Menschen wohl kaum vorstellbar, die Geruchswelt eines Hundes. Ich stelle mir das verwirrend vor und aus menschlicher Sicht betrachtet vielleicht sogar unangenehm. Will unsereins wirklich alle Gerüche rund um uns so intensiv wahrnehmen? 😉 Aber Hunde haben ja auch die Gabe, die Gerüche zu filtern, also quasi nur das zu riechen, was sie wollen.

Worauf ich eigentlich hinaus will. Bei unserer Kira hatte ich anfangs manchmal das Gefühl, sie kann nicht so besonders gut riechen. Wenn einer von uns mal einen fremden Hund ohne ihr Beisein gestreichelt hat und dieser sich auch noch an unsere Beine vielleicht angelehnt hat, gibt es eigentlich nie die berühmte „Hosenbeinkontrolle“, so wie wir es von unserer vorigen Hündin gewohnt waren. Diese klebte dann oft minutenlang mit ihrer Nase an unseren Hosenbeinen oder Händen, um nur ja zu kontrollieren, wer das wohl war, den wir da frecherweise ohne ihre Erlaubnis gestreichelt hatten. Bei Kira gibts das nicht. Sie hat bis jetzt vielleicht ein- oder zweimal kurz gerochen, ansonsten überhaupt nicht. Das ließ mich an ihrem Geruchssinn leicht zweifeln. Aber nicht wirklich ernstlich.

Denn Essensgerüche nimmt sie sehr wohl wahr. Selbst noch in Plastik verpackte Wurst, Fleisch, Käse oder Hundeleckerlis. Nimmt man etwas so verführerisches aus dem Kühlschrank, riecht sie das selbst schlafend ein paar Zimmer entfernt noch sehr gut und sie steht schneller neben einem, als man überhaupt dazu kommt, die Köstlichkeiten noch auszupacken. Also ist alles in Ordnung mit ihrer Nase, würd ich sagen. 😉

Heute hat sie mir das sehr gut demonstriert.

Kira liebt ihre beiden Herrlis abgöttisch und sie hängt sehr an ihnen. Überhaupt ihr „Jungherrli“, was spielen und herumfetzen betrifft.

Bei meinen Gassigängen halte ich mich oft eine Zeit lang auf einer großen Wiese neben unserem Wohnhaus auf. So auch heute. Da es recht warm ist, mag sie nicht so gern in der heißen Sonne spazieren gehen. Da liegt sie gerne eine Weile in der Wiese herum. Die Straße und der Gehweg sind gut 10 – 15 m Entfernt von der Stelle, wo ich mich meist aufhalte.

Nun kommt es manchmal vor, dass mein Sohn ein Weilchen nachher die Wohnung verläßt und dann auf der Straße mit dem Fahrrad vorbeifährt. Damit Kira ihn nicht bemerkt und zu ihm hinlaufen will, weil sie dann glaubt, er kommt spielen daher, lenke ich sie jedes Mal ab, wenn ich von weitem sehe, dass er kommt. Das klappt immer wunderbar. Genauso heute. Da ich meinen Hund immer sehr genau beobachte, weiß ich ganz sicher, dass sie ihn nicht gesehen hat. ABER! Heute weht ein ordentlicher Wind. Noch dazu aus einer Richtung, von der er normalerweise eher nicht kommt. Mein Sohn verschwand um die Ecke und keine 10 – 20 Sekunden später streckte sie die Nase in die Höhe, schnupperte wie wild in die Luft und wollte schon ansetzen um in Richtung Straße zu laufen. Natürlich konnte ich sie festhalten, aber sie war kaum zu beruhigen. Sie hat gejammert und gewinselt, wie ein kleines Kind. Hat sie doch tatsächlich seinen Geruch wahrgenommen. Das war bis jetzt noch nie so. Ich vermute, es war der Wind, der in unsere Richtung wehte.

Trotzdem bin ich wieder fasziniert, wie toll doch so Hundenasen „funktionieren“.

Mir blieb aber dann nichts anderes übrig, als nach Hause zu gehen. Mit Kira war nichts mehr anzufangen. Auch einen weiteren Spaziergang konnte ich vorerst vergessen. Sie winselte, jammerte, schnupperte wie wild, hatte die Tendenz Zick-Zack zu rennen und benahm sich wie ein unerzogener Junghung, der noch nicht gelernt hat, ordentlich an der Leine zu gehen. ;-), weil sie ständig ihr „Jungherrli“ irgendwo in der Nähe vermutete. So etwas bin ich von ihr gar nicht mehr gewohnt. Wir beide haben heute bei den Leuten, die uns nicht kennen, sicherlich kein gutes Bild abgegeben. 😉

Andererseits finde ich es schön, wenn man merkt, wie die Hunde an einem hängen und es tut mir wieder weh, wenn ich daran denke, wieviele Leute so leichtfertig ihre Tiere weggeben oder ins Tierheim stecken.

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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8 Antworten zu Die Nase eines Hundes

  1. sucherin schreibt:

    Wie schön geschrieben und was für tolle Fotos Du machst. Bist Du ein Naturtalent oder hast Du das gelernt?
    Viele liebe Grüße

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  2. Gabi schreibt:

    Freue mich immer wieder, wenn jemanden meine Fotos gefallen.
    Gelernt hab ich es nicht. Leider. Die Fotografiererei beruflich auszuüben ist mir leider erst sehr spät – also zu spät – in den Sinn gekommen.
    Ich hab immer schon ganz gern fotografiert. Aber erst mit dem Einzug der Fotografie ins digitale Zeitalter konnte ich es so richtig auskosten und es wurde zu meinem Hobby. Ob ich ein Naturtalent bin. Ich weiß nicht. Immerhin hatte ich bei meinen zig-tausend Fotos, die ich schon gemacht habe, ja genug Zeit zum üben. 😉
    Aber glaub mir, da gibt es viele, die besser sind. VIEL besser!

    lg Gabi

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  3. dreamsandme schreibt:

    Liebe Gabi,

    so eine süße Hundenase! 🙂
    Ja, herrliche Geschichte, sehr gut erzählt, ich kann mir richtig vorstellen, wie dich Kira nach Hause geschleppt hat! 😆

    Liebe Grüße,
    Sunny

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  4. buchstabenwiese schreibt:

    Das Foto ist ja knuffig, liebe Gabi. 🙂
    Interessanter Beitrag.
    Kira scheint immer sehr viel Spaß mit ihrem Jungherli zu haben. Und für viel Spaß sind Hundis ja immer zu haben. 🙂

    Ja, diese kleinen Hundenasen können ganz schon viel leisten. Ich wundere mich immer, wie unser kleiner Liebling mitbekommt, dass draußen sein Erzfeind vorbeispaziert, wenn die Fenster zu sind und er gerade im Bettchen scheinbar schläft.
    Und er bekommt es fast immer mit, wenn ich mir einen Keks hole. Ts. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

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    • Gabi schreibt:

      Ob kleine oder große Hunde, sie sind einfach wunderbar! (Hatte vor Kira einen kleinen Hund.) Ihre Nasen und ihre Sensoren funktionieren um so vieles besser, als unsere!
      Und ich liebe sie einfach! 🙂

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