Pfingsten…

…ist nun schon wieder ein Weilchen vorbei. – Und, naja, es hätte besser ablaufen können.

Schon der Samstag war kein guter Tag.

M. ging es nicht besonders gut. Vor zwei Jahren hatte er einen gesundheitlichen Tiefschlag erlitten. Dabei ist er noch ein junger Mensch. Noch nicht mal 30 Jahre alt – und das ist für mich noch jung. Eigentlich viel zu jung dafür, um sich ab diesem Zeitpunkt mit gesundheitlichen Problemen auseinandersetzen zu müssen, die einem meist erst ereilen, wenn man mindestens doppelt so alt ist. Doch er hatte wenigstens Glück im Unglück, denn es hätte weit fataler und schlimmer ausgehen können. Anfangs gab es auch ein paar Rückschläge. Nun hat er es aber mühsam innerhalb dieser zwei Jahre geschafft, durch sportliche Betätigung wieder halbwegs auf das Level zu kommen, wo er vorher war. Die letzten Monate verliefen „super“ um es mal einfach auszudrücken. Doch es hat ihm viel Mühe und Arbeit gekostet.

Doch Samstag war es anders. Es ging ihm so gar nicht gut. Ich war der Meinung, eine Besuch in der Ambulanz im Krankenhaus wäre angebracht gewesen, doch M. wollte davon nichts wissen. Seine Meinung – „die tun ja eh nichts“ – kann ich sogar teilweise nachvollziehen. So manche vorangegangene Ereignisse haben uns das ja leider teilweise bestätigt. Trotzdem, ich hätte mich halt wohler gefühlt. Aber ich ließ es dabei. M. ist alt genug um zu wissen, was er tut. Und ich habe gelernt, nicht immer auf meiner Meinung zu beharren. Meine Meinungen unterscheiden sich leider sehr oft von den Meinungen anderer. Das führt dann leider über kurz oder lang des öfteren zu Streitereien und Aufregungen und die waren in diesem Moment auf keinen Fall angebracht. Zurück blieb aber ein ungutes Gefühl und die Angst, es könnte wieder „was passieren“. Auch bei M., wie ich des öfteren merkte. Und auch die Psyche dürfte darunter leiden, da er das Gefühl hat, alles was er sich müsam erarbeitet hat, könnte jederzeit mit einem Schlag wieder weg sein. Ich verstehe das. Sehr gut sogar.

Der Sonntag verlief dann gesundheitlich „normal“, aber dafür hing generell der Haussegen schief. Ich bin sicher nicht ganz unschuldig daran. Denn diesmal hielt ich mich nicht daran, den Mund zu halten und behielt meine Meinungen und Ansichten nicht für mich. Ich weiß auch, dass ich leider immer öfter mal „ungenießbar“ bin. So sehr ich mich bemühe, es kommt immer wieder mal durch. Ich weiß auch nicht, warum das ist. Als ob ich es nicht kontrollieren könnte. Ist es der Wechsel? Keine Ahnung. Und warum soll ich denn immer alles runterschlucken? Damit kann ich leider nur sehr schlecht umgehen.

Aber trotzdem denke ich, es kann nicht immer nur die Schuld bei mir alleine liegen. Irgendwie stehts immer 2 : 1 gegen mich. Vielleicht könnte man auch mal zuhören und akzeptieren, was meine Meinung betrifft, ohne Diskutiererei und Wortklauberei. Aber das dürfte wohl nicht funktionieren.

Nun ging an diesem Tag jeder seines Weges und ich blieb mit dem Hund zurück.

Trotzdem schaffte ich es, endlich mal mein Fahrrad zu „aktivieren“. Es wurde nun endlich Zeit. Schon drei Samstage habe ich das wegen anderer Dinge jedes Mal verschoben. Immerhin ist es schon Mitte Juni. Vor 3 -4 Jahren hab ich meist schon im März bei den ersten schönen Tagen damit angefangen. Und ich war recht viel mit dem Fahrrad unterwegs. Leider hat sich das geändert.

Und da ich mich an diesem Tag wenigstens körperlich relativ wohl gefühlt habe, hab ich mich trotz der anderen Unzulänglichkeiten aufgerafft, wenigstens eine kleine Runde mit dem Rad zu drehen. Nur, dass die Runde so klein wurde, hätte ich nicht gedacht. Natürlich können nur Insider wissen, dass die Strecke bis zur Alten Donau bei der Wagramer Straße doch recht kurz ist. Es hat nichts so richtig gepasst. Nicht mal meine kurze Hose. Die war einfach zu eng und unbequem. Leider hab ich ja etwas zugenommen und das „Etwas“ hält sich recht hartnäckig. Beim Gehen oder so, merke ich es nicht so stark, aber auf dem Fahrrad sitztend, hatte ich das Gefühl, über meinem Körper wären mehrere, eng anliegende Schwimmreifen gestülpt.Das Ganze hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht. Alles war irgendwie anstrengend und nur wenig belustigend. Es war schon alleine der Umstand bezeichnend, dass ich meinen Fotoapparat gar nicht mitgenommen habe. Das gibts eigentlich so gut wie nie. Bin dann auf den Stufen zur Alten Donau gesessen und hab lange lustlos und traurig ins Wasser gestarrt. Ich hatte mir ja schon eine kleine Route im Kopf ausgedacht, aber da wusste ich dann, ich mag eigentlich gar nicht mehr weiterfahren und bin dann wieder, genauso lustlos, nach Hause geradelt.

Man sollte es nicht glauben, aber von DEM bisschen radfahren, war ich dann müde. Ich musste mich tatsächlich ausruhen und bin sogar kurz eingenickt. Erst später dann am Abend, als es kühler war, ging ich noch eine große Runde mit Kira spazieren. Danach fühlte ich mich etwas besser.

Der Pfingstmontag war dann überraschenderweise wieder viel besser. Mein Mann fuhr mit Kira aufs Land zu seinem Bruder und ich hatte wieder Gelegenheit, mein Fahrrad auszuführen. Und diesmal war es ganz anders. Klugerweise hab ich mir diesmal auch meine Radlerhose, die wie eine Short geschnitten ist angezogen. (Die eng anliegenden trage ich seit den letzten 2 Jahren nicht mehr. Es sieht einfach nicht mehr gut aus. ;-( Diese Zeiten sind wohl vorbei). Und darin fühlte ich mich gleich viel wohler, weil sie eben bequemer geschnitten ist. Die Fahrerei ging leicht und es machte wieder richtig Spaß. Meine Fahrradtouren sind ja meist sportlich gesehen nicht so wahnsinnig wertvoll. Ich muss immer wieder Pausen machen, schon alleine um zu schauen oder zu fotografieren. Das gehört für mich einfach dazu. Fotografiert hab ich zwar kaum, aber dafür viel geschaut. Bin in Gegenden gefahren, wo ich vorher noch nie war. Gott sei Dank haben wir – überhaupt am Stadtrand – dazu in Wien wirklich sehr viele Gelegenheiten und noch sehr viel Natur. Und ich bin dankbar dafür. Außerdem hab ich mir am Schluß noch in einem Café an der Alten Donau noch ein Eis und einen Kaffee gegönnt. Zwar recht unklug, wenn man eigenlich ein bisschen abnehmen möchte, aber es hat einfach gut getan und ich empfand das sitzen dort als sehr entspannend.

Wie schon erwähnt, die Tour war nicht gerade sportlich wertvoll. Ich habe gerade mal so ca. 25 km geschafft. Aber wenigstens hab ich mich mal etwas mehr körperlich getan und ich betrachte es nun einfach mal als einen Anfang. Denn angeblich ist es ja nie zu spät, mit irgendetwas anzufangen. 😉

So ist das Pfingstwochenende verlaufen. Zwar mit vielen Tiefs, aber auch mit ein bisschen einem Hoch. Naja, wohl besser als gar keines.

Die letzten Tage sind bei mir recht gemischt in den Gefühlen. Leider kommt immer wieder dieses flaue Gefühl im Magen und Bauch, das ich als Angst kenne. Angst, es könnte wieder was passieren. 😦 Und ich hasse es.

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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6 Antworten zu Pfingsten…

  1. sucherin schreibt:

    Ich habe mit großem Interesse Deinen „Bericht“ über Pfingsten gelesen und finde es ganz toll von Dir und sehr mutig, wie Du über Deine Situation und Gefühle geschrieben hast. Nun wünsche ich Dir wirklich sehr, dass die Angst vergeht und auch wieder ganz viele „Hochs“ für Dich kommen.
    Schade, dass ich nicht in der Nähe von Wien wohne, dann könnten wir mal eine Runde zusammen Rad fahren oder mit den Hunden raus gehen :-).
    Viele liebe Grüße

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  2. Gabi schreibt:

    Danke. Es wird schon wieder. Die letzten Tagen waren so teils, teils. Doch momentan ist es so, wenn alles in Ordnung ist und ich mich gut fühle, fällt mir dann doch wieder alles ein und die Angst, es könnte was passieren, kehrt zurück.

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  3. anscharius schreibt:

    Liebe Gabi, alles wird gut – IMMER – also Kopf hoch und weiter schöne Fotos machen! Morgen scheint die Sonne!

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    • Gabi schreibt:

      Danke für die lieben Worte. Leider gibts Dinge, die nicht immer gut werden. Zum Fotos machen komme ich momentan nicht viel und für die FC hab ich leider momentan auch kaum Zeit. Aber was soll man machen. 😉

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  4. dreamsandme schreibt:

    Liebe Gabi,

    ich fühle mit dir…solche Tage bzw. Phasen gibt es leider immer mal wieder! Nullbock und schlechte Stimmung, ja…wenn dann noch andere Probleme hinzukommen, dann ist es ganz schwer zu ertragen!

    Schick dir eine Umarmung,
    Sunny

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