Rückblick auf unsere Australien-Reise 2001 – weitere Vorbereitungen

So, ich will nun da fortsetzen, wo ich letztes Mal aufgehört habe, nämlich bei dem Punkt, wo nun die Reiseroute endgültig feststand und alle Flüge, Hotels und Mietautos gebucht waren. Also war fürs erste mal alles erledigt.

Mehr oder minder. Immerhin gab es ja noch persönliche Dinge, die erledigt werden mussten. Schauen, dass die Pässe in Ordnung sind, für die Führerscheine brauchte man eine englische Übersetzung, Geld musste umgewechselt werden, Sachen organisiert für die Zeit, in der man nicht da war, so manches musste noch besorgt werden, was man benötigte usw.

Dazu gehörte auch – Koffer kaufen. Wir zwei, mein Mann und ich, völlig ahnungslos und unerfahren, was Reisen betrifft, bei denen man quasi die meiste Zeit „aus dem Koffer“ lebt, gingen ganz unbedarft ins nächste Taschen- und Koffergeschäft, denn unsere Reiseutensilien waren schon recht alt, was heißt, die alten Koffer waren noch ganz einfach und auch noch ohne Räder.

Für mich stand zumindest fest, Trolleys mussten her. Immerhin musste das Gepäck ja sehr oft, manchmal sogar täglich zwischen Auto und Unterkunft hin- und her verfrachtet werden. Und wenn man ein Monat lang unterwegs ist, kommt schon einiges zusammen, was man mitnehmen will, bzw. genauer gesagt, was man glaubt, mitnehmen zu müssen. 🙂 Obwohl, für uns stand fest, dass nur sportliche Kleidung eingepackt wurde. Sogenanntes „schönes“ Gewand blieb zu Hause. Auch nicht wirklich für jeden Tag frische Sachen. Erstens wussten wir, dass wir dann in den letzten 10 Tagen in Palm Cove eine Waschmaschine zur Verfügung hatten und auch unterwegs würden sich sicher Möglichkeiten ergeben, mal das eine oder andere auszuwaschen.

Nun standen wir in dem Koffergeschäft, vor uns einge Trolleys, die uns die Verkäuferin, der wir unseren Wunsch erläutert hatten, vorführte und die Qual der Wahl war groß – ja, bis sie uns DEN einen Trolley zeigte – ein Riesending von einem Koffer. Ich hab ihn heute mal abgemessen: Außenmaße: 74 x 26 x 53 cm. Da gehen gut 100 l rein. Die Verkäuferin meinte, man könnte ja einen großen, statt zwei kleinen nehmen. Das wäre praktischer. Mein Mann war gleich begeistert von der Idee, ich hatte jedoch meine Bedenken, ob in diesem einen großen wirklich so viel reingeht, wie in zwei kleinere, ließ mich aber dann breit schlagen.

Fazit aus der ganzen Sache: als wir das Riesending vollpackten, passte erst recht nicht alles von uns beiden hinein und wir mussten dann doch noch einen alten, kleineren Koffer von uns dazu nehmen. Der wurde zwar nicht ganz voll, dadurch schlichteten wir einiges um, denn der vollgepackte Große hatte nämlich ein ordentliches Gewicht. Ihn zu heben war wirklich nur mehr unter großen Anstrengungen möglich. Also hatten wir nun doch wieder zwei Koffer :-), zusätzlich zum Rucksack, der Bauchtasche und der Fototasche als Handgepäck.

Dass unsere Koffer nicht gerade sehr praktisch und alltagstauglich gepackt waren, bin ich auch bald draufgekommen. Schon am dritten Tag hab ich nichts mehr gefunden. Das Chaos in Sachen Ordnung im Koffer fing mal harmlos an und steigerte sich danach fast täglich. 🙂 Aber solche Dinge nimmt man eben auf solche Reisen in Kauf. 🙂

Übrigens, dieser Riesen-Trolley durfte nur dieses eine Mal mit auf Reisen. Danach haben wir ihn nie wieder verwendet. 🙂 Auch ein zweites Ehepaar unserer Mitreisenden hatte sich so einen großen Koffer zugelegt. Ich möchte nicht wissen, wieviele der Arbeiter, die die Gepäcksstücke in die Flugzeuge verfrachten mussten, uns dafür verflucht hatten. 🙂 Nicht umsonst bekamen nur unsere zwei Trolleys die Aufkleber: „sehr schwer“ und „bitte beim Heben in die Knie gehen“. 🙂

Man sagt ja immer, die Vorfreude ist die schönste Freude. Das ist es ja auch, zumindest bei den meisten Leuten. Nur bei mir ist halt so manches ein bisschen anders. 🙂

Nicht, dass ich mich nicht darauf gefreut hätte. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht neben den angenehmen, schönen Aussichten auch tausende Gedanken hätte, die mir einen flauen Magen bereiteten.

Eines davon war schon mal, dass unser Sohn nicht mitreiste. Er war zwar schon alt genug, um alleine zu bleiben, aber Mütter sind halt nun mal so, dass sie sich um ihre Kinder immer sorgen. 🙂 Das Ganze wurde aber dann etwas einfacher, weil er dann selbst die ersten zwei Wochen auf Reisen war.

Das zweite war die Sache mit unserer Cindy. Ich kann gar nicht beschreiben, wie schlimm es für mich war, als ich sie zu meiner Mutter nach Niederösterreich brachte und dann ohne sie nach Hause fuhr. Und mir ist es egal, was nun andere darüber denken, aber den halben Weg nach Hause saß ich heulend hinter dem Steuer. Und ich wusste dann genau, dass dieses mal das erste und letzte mal war, dass ich ohne meinen Hund auf Urlaub gefahren bin.

Und eigentlich ist es ja fast schon unglaublich, was mir so alles einfiel, was alles passieren könnte. Und glaubt mir, da ist meine Fantasie grenzenlos. Ich weiß, im Grunde genommen ist es ziemlich lächerlich. Andere freuen sich einfach auf so eine Reise ohne viel Tamtam, aber ich bin halt bei so manchem ein bisschen „anders“. So ist das eben.

Ein ganz großer Angstfaktor war für mich der Flug.
Ich hab nämlich Flugangst. Da fragt man sich natürlich, warum fliegt man dann überhaupt? Ganz ehrlich, das hab ich mich noch vor jedem Flug selbst gefragt. 🙂 Überhaupt bei diesem, der ja ca. 19 Stunden dauerte. Mein längste Flugzeit bis damals betrug gerade mal 5 Stunden und das war schon ein Horror für mich. Aber naja, wenn man fremde Länder sehen will, dann muss man das leider in Kauf nehmen. Und ich hoffte ja doch, dass ich nicht 19 Stunden lang ununterbrochen Angst haben werde. Und so war es dann natürlich auch. Meine Flugangst ist VOR dem Flug, beim Start und vielleicht die ersten ein, zwei Stunden am größten. Dann legt sich die Aufregung meist schön langsam, zumindest so lange der Flug ruhig verläuft. 🙂 Essen konnte ich meist im Flieger jedoch nichts oder nur sehr wenig und schlafen leider auch nie. Dafür war ich dann doch zu unruhig.
Irgendwie konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass ein Flugzeug so viele Stunden in der Luft sein kann, ohne dass irgendwas passiert. Mich würde es nun auch gar nicht wundern, wenn so mancher Leser darüber lachen würde, denn mittlerweile kann ich kann es heute natürlich auch, aber ich war wirklich davon überzeugt, dass wir nicht mehr lebend nach Hause kommen werden. 🙂 Verrückt, oder?

Der lange Flug, die Wartezeit davor oder die bei der Zwischenlandung und die Zeit die es nach dem Flug braucht, in der man auf das Gepäck wartet, machte mir auch noch wegen was anderem Probleme. Ich war damals noch Raucherin. Ich und H. gehörten da noch im wahrsten Sinne des Wortes zu den Süchtigen. Raucherflüge gab es seit kurzem nicht mehr. Zwei Jahre zuvor, im Flieger nach Ägypten, durfte noch gepofelt werden, was das Zeut hielt. Aber damit wars ja nun zu Ende. Der Gedanke, so viele Stunden zur Nikotinabstinenz gezwungen zu werden, trieb mir die Schweißperlen auf die Stirn. Vor allem die Kombination Flugangst zu haben UND nicht rauchen zu dürfen, empfand ich als blanken Horror. Denn wenn ich Angst hatte, brauchte ich ja erst recht meine Zigarette.
Ich hatte mich zwar mit diversen „Hilfsmitteln“ eingedeckt, aber die versprechen viel mehr, als sie halten können. Irgendwie habe ich das jedoch auch „überlebt“, aber lustig war es nicht, das kann ich versichern.
Und ich bin heilfroh, dass diese Sucht Gott sei Dank nun schon ein paar Jahre Vergangenheit ist.

Überhaupt waren all meine Bedenken gänzlich umsonst. Wir alle haben es überlebt, es ist nichts passiert und wir sind wieder heil nach Hause gekommen, denn sonst könnte ich ja jetzt nicht darüber erzählen. 🙂

Und nun wirds allmählich Zeit, dass die Reise endlich losgeht….:-)

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    .Australien – 1.11.2001 – der Flug
Vor 10 Jahren – ein Rückblick auf unsere Australien-Reise – wie alles begann

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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6 Antworten zu Rückblick auf unsere Australien-Reise 2001 – weitere Vorbereitungen

  1. sucherin schreibt:

    Bin gespannt, wie es weiter geht. Liebe Grüße

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  2. Pit schreibt:

    Hallo Gabi,
    also: Flugangst finde ich nicht verrückt. Rational kann man sich zwar klar machen. dass das – statistisch gesehen – die sicherste Art ist zu reisen, aber da ist eben das Bauchgefühl! Direkt Flugangst habe ich zwar nicht, aber ich bin doch immer wieder froh, wenn ich heil am Boden bin.
    Apropos Koffer: ich habe am liebsten zwei … große! 😉 Aber mittlerweile geht das ja nicht mehr, jedenfalls nicht ohne Zusatzkosten. Und es sind ja auch nur noch 23 Kilo statt wie früher 32 erlaubt. Also muss ich lernen, ökonomisch zu packen. Habe ich diesmal auch geschafft, wenn ich auch – für die paar Tage – immer noch viel zu viel mit habe.
    Liebe Grüße,
    Pit

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    • Gabi schreibt:

      Wahrscheinlich liegt es bei der Flugangst auch daran, weil wir nun mal nicht zum fliegen geboren sind und auch das Gefühl, dem Ganzen hilflos ausgeliefert zu sein.
      Aber natürlich passiert beim Autofahren auch sehr viel schreckliches.
      Am wohlsten fühlt man sich dabei ja auch meist, wenn man selber fährt. Aber ich kann ja das nächste Mal den Pilot fragen, ob er mich ans Steuer läßt. Vielleicht hab dann ich keine Angst mehr, aber dafür alle anderen garantiert! 🙂
      lg Gabi

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  3. Sindy schreibt:

    Hi Gabi,

    Als ich die Abschnitte mit den Koffern gelesen habe hatte ich ein Deja vu Erlebnis… mit ging es genau gleich. Und auch ich hatte mir einen riesigen Koffer zugelegt, wo längst nicht alles Platz hatte. Zugeggeben, ich konnte eigentlich mitnehmen, was ich wollte, da ich auf nen Sprachaufenthalt machte. Dennoch… so praktische Sachen lernt man halt leider nicht in der Schule.

    Gruss, Sindy

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