Australien – 4.11.2001 (2.Teil) – Sydney – Hero of Waterloo

Musik kennt keine Altersgrenzen

Nach unserer Ankunft von unserem Manly-Ausflug trieben wir uns noch eine Weile am „Circular Quay“ und Umgebung herum. Wir gingen nochmal an den so schön lila blühenden Jacarandabäumen vorbei bis nach vor zur „Campbell Cove“, wo die alten Lagerhäuser stehen.

Die alten Lagerhäuser der "Rocks"

Die "Harbour Bridge"

Am Pier ankerte diesmal die „Bounty“.

Mel Gibsons "Bounty"

Wer kennt es nicht, das bekannte Segelschiff von Captain Bligh?
Natürlich kenne ich auch die Filme (es wurden ja mehrere gedreht) über die Meuterei auf der Bounty. Ich hatte nur keine Ahnung, dass Captain Bligh auch was mit Australien zu tun hatte. Captain Cook war z.B. sein Vorbild und William Bligh war sogar eine Zeit lang Gouverneur von Sydeny. Nur wurde die Geschichte um ihn und um die Meuterei ganz anders dargestellt, als sie wirklich war. Bligh war zwar sehr ehrgeizig, aber nicht so barbarisch und so verrückt, wie man es ihm immer zuschreibt. Falls jemandem die Biografie interessiert, hier der Wikipedia-Artikel dazu.

Mes Gibsons "Bounty" und die Oper im Hintergrund

Das oben gezeigte Segelschiff ist das Original aus dem letzten Film über diese Geschichte: „Die Bounty“ mit Mel Gibson und Anthony Hopkins von 1984. Es ist heute ein Touristenschiff und wird für Ausflugs-, Sonder- und Rundfahrten verwendet.

Wir machten uns dann langsam auf den Weg, um zur nicht weit entfernten Lower Fort Street, Ecke Windmill Street zu kommen. Dort steht das „Hero of Waterloo„, seines Zeichens das zweitälteste Pub Sydneys, gegründet 1843.

Das zweitälteste Pub "Hero of Waterloo"

Im älteste Pub, „Lord Nelson“, waren wir ja am Tag zuvor, von dem es verwirrenderweise auch heißt, es wäre das älteste Hotel und somit das „Hero of Waterloo“ das älteste Pub. Aber eigentlich ists egal. Alt ist es, es sah urig aus und wir gingen hinein. Die Besonderheit in diesem Pub ist auch, dass regelmäßig Live-Bands spielen. Und die Besonderheit der Besonderheit und weswegen wir eigentlich hierher gekommen waren, ist, dass Sonntag Nachmittags immer eine „Oldie Band“ auftritt. Und diese Musiker spielen nicht nur „Oldies“, in Form von altem Swing und Jazz, sondern sie sind selbst „Oldies“. Alle Bandmitglieder waren in den 70er- und 80er Jahren. Und laut der Webseite des Lokals, gibt es sie immer noch, wenngleich ich natürlich nicht weiß, ob es noch die gleiche Besetzung ist. Immerhin sind sie, so wie ja auch wir, wieder zehn Jahre älter geworden. Ich würde es ihnen von ganzem Herzen vergönnen, dass sie alle noch dazu in der Lage sind.

Als wir ins Lokal eintraten, war die Musik schon im Gange. Innen sieht es ja fast wirklich so aus, als hätte sich seit der Gründung nicht viel verändert. Der Gastraum war nicht übermäßig groß, doch es war gut besucht. Manche standen an der Theke, andere verteilten sich auf den Sitzplätzen an den Tischen. Wir suchten uns auch, teilweise getrennt, noch Plätze und bestellten uns was zu trinken.

Im "Hero of Waterloo"

Die Formation der Musikgruppe nennt sich „Old Time Music“. Vier Leute waren auf dem kleinen Podest. Ein Herr spielte Schlagzeug, einer Kontrabass, einer Klavier und die eine alte Lady blies die Trompete oder sang. Voller Inbrunst waren sie in ihre Musik vertieft. Überhaupt der alte Herr am Klavier klopfte so eindringlich in die Tasten, als ob er die Welt um sich herum vergessen hatte. Das Ergebnis konnte sich hören lassen.

Eine Kostprobe gefällig? Auf dieser Webseite gibt es ein Hörbeispiel. Ganz nach unten scrollen und unter dem Artikel auf das kleine Dreieck neben dem Lautsprecher klicken.

"Old Time Music" im "Hero of Waterloo"

Nach dem grandiosen Hörgenuss kehrten wir zunächst in unsere Hotel zurück, um uns wieder etwas frisch zu machen, bevor wir Abend essen gingen. Viel Zeit dafür hatten wir ja wahrscheinlich nicht – das war ja meistens so. 🙂

Was das Essen und die Auswahl der Restaurants anging, waren Poldi und ich ja auch ein bisserl wie „Bauern, die nichts anderes kennen“. 🙂 Nicht, dass wir nicht auch gerne was Gutes essen möchten, aber die Kulinarik steht bei uns vielleicht nicht ganz so stark im Vordergrund und mit der Internationalen Küche kannten wir uns – ganz ehrlich gesagt – ebenfalls „einen Schmarrn“ aus. Darum verließen wir uns auch hier auf das Wissen und die Erfahrungen der Anderen und schlossen uns gerne ihren Vorschlägen und Wünschen an. Sie wussten ja, was gut ist!

Die Wahl fiel an diesem Abend auf chinesisch. Damit hattenwir beide  (und haben ehrlich gesagt noch immer nicht) viel Erfahrung, aber wir wussten ja, dass wir uns auf die Beratung unserer kulinarisch erfahrenen Freunde verlassen konnten.

Chinatown war nur ein paar Straßen vom Hotel entfernt. Hier reiht sich natürlich ein Chinarestaurant neben das andere – naja, was auch sonst!

Eines ausgewählt, setzten wir und dann gemeinsam an einen großen runden Tisch. In der Mitte davon gabs nochmals so ein erhöhtes rundes Ding, das man drehen konnte. Das gefiel der Gabi also wieder, weil vorher hatte sie ja sowas noch nie gesehen. 🙂 Ist doch schön, wenn man sich an solchen Sachen noch erfreuen kann. 🙂

Abendessen im China-Restaurant

Nun gings ans studieren der Speisekarte und da kam mir wirklich alles ziemlich chinesisch vor, obwohls ja auch in englisch war. Doch es bot sich dann an, eine Menü, bestehend aus verschiedenen Speisen und Beilagen für 8 Personen zu bestellen. Das war optimal. So konnte man sich durchkosten. Manches davon sagte mir zu, manches schmeckte mir sehr und manches weniger. Aber es passte alles.

Die Zeit war nun wieder vorangerückt, wir waren satt und müde – hatten wir doch wieder viel gesehen und sind genug herummarschiert. Wir brachen auf, denn schön langsam wurde es also Zeit „nach Hause“ zu gehen. Dachten wir zumindest. Am Heimweg, ein paar Ecken weiter, tönte Musik, Gesang und das Lachen vergnügter Menschen aus der offenen Tür einer kleinen Bar heraus. Da drinnen war gerade Karaoke singen im Gange! Neugierig blieben wir stehen und beobachteten das lustige Treiben. Bis dann, ich glaube Horsti wars :-), einfach hineinging. Unter dem Motto „einen haben wir immer noch getrunken“ folgten wir alle hinterher und bestellten uns noch einen Drink. Das was da auf der kleinen Karaokebühne dargeboten wurde, war wirklich nicht schlecht. Ob solo, im Duett oder in Gruppen, es waren doch vorwiegend junge Menschen, die sich an die Mikrofone trauten und deren gesangliche Leistung sich durchaus hören lassen konnte.

Karaoke

Wir hatten ja nun an diesem Tag eine gelungene musikalische Mischung erlebt. Am Nachmittag die „Alten“ und am Abend die „Jungen“. Musik ist international und sie verbindet. Egal von wo man herkommt, egal welche Sprache man spricht – jeder versteht sie. Und Musik kennt auch Gott sei Dank keine Altersgrenzen.

Doch irgendwann musste dann doch mal Schluß sein und wir traten nun doch endgültig den „Heimweg“ an.
Es war fast Mitternacht, als wir im Zimmer ankamen.

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    .Australien – 5.11.2001 – Sydney – Bondi Beach und Hafenrundfahrt
Australien – 4.11.2001 (1.Teil) – Sydney – Manly Beach

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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3 Antworten zu Australien – 4.11.2001 (2.Teil) – Sydney – Hero of Waterloo

  1. sucherin schreibt:

    Bin gerne weiter mit Dir durch Sydney geschlendert. Liebe Grüße

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  2. Gabi schreibt:

    2 Tage Sydney gibts noch, obwohl die großen „Highlights“ ja jetzt schon weniger werden. 🙂
    lg Gabi

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  3. dreamsandme schreibt:

    So eine Reise wär schon schön! 😀 Nächstes Jahr komm ich hoffentlich dazu mal wenigstens ein paar europäische Städte abzureisen.

    Lass liebe Grüße hier,
    Sunny

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