Australien – 9.11.2001 – Melbourne – St. Kilda und Observation Deck

Urlaubs-Feeling am Strand und die Lichter der Großstadt

An unserem 2. Tag in Melbourne zog es uns wieder Richtung Meer zu dem Freizeit- und Urlaubsort „St. Kilda“. Das ging ganz einfach, weil dieser Vorort problemlos mit der Straßenbahn erreichbar ist.

Davor hätten wir auch noch den Blick über Melbourne vom „Observation Deck“ der „Rialto Towers“ im Visier gehabt.

Doch zu allerallererst gab es wieder ein gutes und ausgiebiges Frühstück in der „Swanston Street“. Da wir am Vortag mit der Qualität, der Menge und dem Preis sehr zufrieden waren, nehme ich fast an, dass wir wieder das selbe Lokal dafür auswählten.

Erst danach konnte es losgehen und wir waren bereit für den Bick über die Stadt – also brachen wir auf zu den „Rialto Towers„, die damals noch als die höchsten Türme Melbournes, ja sogar der Südhalbkugel galten. Steht auch noch hier auf dieser Website, die wohl nie aktualisiert wurde. Heute ist, so wie ich es schon beim ersten „Melbourne-Tag“ erwähnt habe, der Eureka-Tower (297,3 m) der höchste Turm Melbournes und der zweithöchste Australiens und der Südhalbkugel. Seit 2001 sind überhaupt noch 4 weitere Gebäude in Melbourne dazugekommen, die höher als die „Rialto Towers“ sind. Das ging ja fix. – Naja, andererseits liegen ja doch über 10 Jahre dazwischen.

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Aber egal, „zu unserer Zeit“, wie man so schön sagt, war „The Rialto“ eben mit seinen 63 Stockwerken und 270 m bis zur Spitze der höchste Turm vor Ort. In ca. 250 m Höhe, im 55. Stockwerk, befindet sich eine Aussichtsplattform – das „Observation Deck“.

Rialto Towers – Trivago
Rialto Towers – Wikipedia

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Und so sieht er aus, der Turm. Mangels eines eigenen Fotos hab ich wieder ein Bild aus einer gekauften Postkartenserie eingescannt:

Der ca. 15 – 20 minütige Fußweg dahin war ja recht flott heruntergespult, jedoch was wir dort sahen, gefiel uns im ersten Moment gar nicht. Es standen eine Menge Leute auf der Straße und es schien, als ob irgendwas passiert war. Die Erinnerungen an den 11. September, der ja leider traurigerweise in die Geschichte einging, saßen noch ziemlich an der Oberfläche. War doch dieser schreckliche Tag erst knapp 2 Monate her. Doch Gott sei Dank war der Grund, warum man zu diesem Zeitpunkt nicht auf die Aussichtsplattform hinauf fahren konnte nur der, dass der Aufzug kaputt war. Es war natürlich nicht absehbar, wie lange die Reparatur dauern würde. So verschoben wir unser Vorhaben auf den Abend. Natürlich würde der Blick über Melbourne im Dunkeln ein anderer sein, aber warum nicht mal die Lichter der Großstadt von oben bewundern? Sydney hatten wir bei Tag gesehen und Melbourne dann eben bei Nacht.

So setzten wir unseren Weg Richtung „Flinders Street Station“ fort, von wo aus die Straßenbahn nach „St. Kilda“ abfährt. Diesmal haben wir auch irgendwie rausgefunden, wo man Tickets dafür kommt und natürlich fuhren wir nicht wieder „schwarz“. 🙂 Wir habe uns auch diesmal ganz brav benommen. Keiner ist umgefallen, keiner hat sich auf den Schoß eines anderen gesetzt und wir waren richtig ruhig und gesittet. 🙂

Ich fand das eigentlich „cool“, dass man sich nur einfach in die Straßenbahn setzt und damit an den Strand fahren kann. Sowas hätt ich bei uns auch gerne.  Geht ja aber nicht. Wir haben ja nicht mal ein Meer. 🙂 So saßen wir in der Tram, konnten die Stadtlandschaft bewundern, während wir uns von der Innenstadt langsam dem Vorort St. Kilda mit seinem Strand näherten.

Häuser am Weg nach St. Kilda

Vorne beim Fahrer hing ein Schild, worauf stand, dass es verboten sei, in der Straßenbahn zu essen und zu trinken. Obwohl ich eigentlich nicht wirklich für die ewige Verbieterei bin, weil ich der Meinung bin, dass es sowieso schon zu viele Verbote gibt und es immer mehr werden, hätte ich in diesem Fall fast nichts dagegen, wenn das bei uns auch so wäre. Was so manche Leute während der Fahrt in den Öffis so in sich hineinstopfen ist ja zeitweise wirklich ein Graus.

Aber egal. Nun wartete an diesem herrlichen warmen, sonnigen Tag erstmal St. Kilda auf uns. Nach ca. einer halben Stunde waren wir auch schon da.

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St. Kilda ist seit 1880 ein Stadtteil Melbournes, ca. 7 km von der Innenstadt entfernt. Hier gibt es den einzigen „guten“ Strand in City-Nähe. Mit seinen prächtigen alten Hotels, Art-déco-Appartements, der mit Palmen gesäumten Esplanade und dem etwas antiquert wirkenden Vergnügungspark, der nach dem Vorbild des Luna Parks auf Coney Island in New York 1912 gebaut wurde, ist der Ort sehr beliebt und wird gerne als Erholungsgebiet angenommen.

Der Strand vermittelt behagliche Ferienatmosphäre. Radfahrer, Skater und Fußgänger erfreuen sich gleichermaßen an den angelegten Wegen auf dem davorliegenden Grünstreifen. Und der lange Pier lädt Angler und Spaziergänger gleichermaßen ein, sich zu erholen oder seinem Hobby nachzugehen. Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick auf die Skyline Melbournes.

In der „Fitzroy Street“ findet man zahlreiche Hotels, Pubs, Restaurants und Cafés und abends zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten.

Am bekanntesten ist wohl die „Acland Street“ mit ihren zahlreichen Cafés, europäisch anmutenden „Cakeshops“ und Konditoreien. Angeblich gibts hier sogar „Austrian Apfelstrudel“.

St. Kilda – Wikipedia
St. Kilda – In Australien

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Durch die „Acland- und Fitzroy Street“ sind wir natürlich auf dem Weg zum Strand auch gegangen und unseren Freunden sind sofort die vielen einladenden Lokale mit „Sea Food“ aufgefallen. 🙂

Einen „Austrian Apfelstrudel“ hatte ich leider nicht entdeckt. Wäre ja interessant gewesen wie ein österreichischer Apfelstrudel in Australien schmeckt. 🙂 Aber leider wusste ich ja – wie üblich – gar nichts davon, dass es die hier geben soll und außerdem hielten wir uns nicht lange da auf, weil wir ja zum Strand wollten.

Wir kamen erstmals zu einer Wiese direkt am Meer, gleich neben dem Yachthafen. Und um es ganz simpel auszudrücken, es war einfach schön hier. Wir hielten erstmals eine Weile inne um diesen Eindruck auf uns wirken zu lassen. Sonne, Wind und Meer! Eine herrliche Kombination. Der Wind war zwar ganz schön heftig, aber er störte nicht – war es doch warm genug. Eigentlich richtig angenehm.

Bei mir machte sich so richtig „Urlaubs-Feeling“ breit. Auch auf unseren weiteren Weg Richtung Strand. Alles ging gemütlich und ruhig von statten, ohne Hektik, ohne Druck – so richtig zum durchatmen. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, kann ich mich noch sehr gut an dieses Gefühl erinnern. Und jetzt, während ich hier sitze und schreibe, würde ich am liebsten dort stehen und mir den Meereswind um die Nase blasen lassen.

Vor allem, es waren hier in diesem Teil kaum Menschen unterwegs. Selbst der Strand war noch ziemlich leer. Es gab grad nur vereinzelte Leute, die am Strand lagen und sich in der Sonne braten ließen. Im Wasser war niemand. Lag vermutlich auch daran, dass die Sommersaison ja erst bevor stand und die Temperaturen doch noch angenehm frühlingshaft waren.

Trotz des starken Windes gab es hier keine großen Wellen und somit auch keine Windsurfer.

Zuerst gingen wir zurück zu dem Yachthafen, der gleich neben der Wiese war und bewunderten die vielen ansehnlichen Boote. Danach spazierten wir an dem doch recht langen Strand auf der Promenade gemächlich entlang bis wir zu dem langen „St. Kilda Pier“ kamen.

Bei unseren Freunden meldete sich der Hunger und die zuvor entdeckten Lokale mit dem angebotenen „Sea Food“ lockten sie zu sehr. Es „drängte“ sie sozusagen wieder Richtung  „Acland Street“ zurück ;-), während Poldi und ich noch am Meer bleiben und auf den Pier hinausgehen wollten. Wir hatten erstens keinen Hunger und zweitens ist Fisch das einzige „Sea Food“ das wir essen. Alle anderen Meeresgetiere dürften unsretwegen getrost am Leben bleiben. 🙂

So trennten sich unsere Wege und wir verabredeten uns für den Abend vor dem Hotel. Ganz lieb war daraufhin die Frage, weil wir beide ja die Jüngsten waren (und ich überhaupt die aller-allerjüngste), ob wir eh wieder alleine zurück finden. 🙂 Aber ist doch schön, wenn sich jemand um uns Sorgen macht. Besser, als wenn man den anderen egal wäre, oder? Und ich kann es gleich getrost vorweg nehmen – wie haben wieder zurückgefunden. Das haben sogar wir zwei hinbekommen. 🙂

Der erste Teil des Piers war ein ziemlich langer betonierter Steg, an dessen Ende ein im alten Stil erbauter Kiosk stand – der „St. Kilda Pavillon„. Wieder Schande über mich, dass ich nicht mehr wusste, was da drinnen war. Jetzt weiß ich, er beherbergt ein Lokal. In „Google Books“ habe ich auch gefunden, dass dieser Pavillon 2003 abgebrannt ist und wieder neu aufgebaut wurde. (→ St. Kilda Pavillon)

Rechts davon geht noch ein langer Holzsteg weiter, auf dem man zu den Anlegestellen der Segelboote kam. Schaute man in diese Richtung, blickte man durch einen richtigen „Segelmasten-Wald“ hindurch und dahinter konnte man wunderbar auf die Skyline Melbournes sehen.

Wir gingen geradeaus weiter. Ab hier besteht der Pier aus einem aus Steinen aufgeschütteten Damm, der dann eine Kurve nach rechts beschreibt. Der ganze Pier schließt somit eine kleine Bucht mitsamt den Anlegestellen der Segelboote ein und nennt sich „St. Kilda Harbour„.

Leider muss ich wieder feststellen, kaum Bilder gemacht zu haben. Auf diese Problematik werde ich an anderer Stelle einmal näher eingehen. Jedoch hatte ich hier wieder meine Videokamera gezückt. Im Film merkt man erst so richtig, wie stark doch der Wind war, was uns jedoch nicht davon abhielt eine kleine Pause auf den Steinen sitzend einzulegen und dieses herrliche Urlaubsgefühl auf uns einwirken zu lassen.


Wir hatten zwar noch Zeit genug, aber trotzdem gingen wir langsam zurück. Der Pier wird aber allgemein von Spaziergängern und sogar Radfahrern gerne angenommen. Hier waren schon deutlich mehr Menschen unterwegs.

Langsam marschierten wir beide dann am Strand straßenseitig Richtung Ausgangspunkt zurück. Der Kiosk mit Snacks und Getränken auf dem Weg kam uns nicht ungelegen. Beim Anblick der gebackenen Hendlhaxen meinerseits, merkte ich nun doch ein leichtes Hungergefühl und konnte diesen nicht wiederstehen. Die strandseitig auf einer Wiese dazughörigen Sesseln und Tische luden uns ebenfalls dazu ein, noch eine Pause bei einem Kaffee oder kalten Getränk zu machen. Wir hatten es ja noch nicht eilig.

Und ich kann nur wieder schreiben, es war schlicht und einfach schön, nur dazusitzen in der Sonne und die Leute und die Umgebung zu beobachten. Die einen lagen im Gras zwischen blühenden Wiesenblumen, auf denen sich Bienen und andere Insekten tummelten, viele spazierten gemütlich dahin und wieder andere bewegten sich joggend oder auf Rollerskates und Fahrrädern weiter.

Selbst der weiße Leuchtturm leuchtete uns zwischen den Bäumen entgegegen.

Apropos sitzen: natürlich hab ich auch lange Zeit dieses Flair ruhig sitzend genossen. Doch irgendwann juckte es mich in den Fingern und ich wuselte mit der Filmkamera in den Händen in der Gegend herum, während Poldi noch gemütlich sitzen blieb. Aber das ist normal bei mir. 🙂 Heute wäre es der Fotoapparat, den ich wohl fast ohne Ende malträtieren würde. Das gehört bei mir einfach dazu. – Ich kann gar nicht anders. 🙂 Und wirklich schade, dass ich damals noch keine digitale Spiegelreflexkamera hatte. Was hätte ich für viele schöne Fotos mitbringen können! Motive ohne Ende! – Und das nicht nur hier!

Irgendwann wurde es dann doch Zeit an den Rückweg zu denken. Das fiel uns gar nicht so leicht, denn wir hatten den Aufenthalt sehr genossen. Ob es mir hier besser gefallen hatte wie an den Stränden von Sydney? – Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Vielleicht doch ja, ein bisschen. Die Orte sind aber auch nicht wirklich vergleichbar. An Sydneys Stränden war mehr los, mehr Leben. Es tat sich mehr. Und es waren auch viel mehr Touristen dort. Wie es mir scheint, verirren sich nach „St. Kilda“ doch nicht so viele Fremde, wie nach „Manly“ oder „Bondi“. Dadurch wirkte es hier etwas familiärer, ruhiger und vielleicht vermittelte das gerade das Gefühl, den Strand hier als erholsamer zu empfinden. Aber trotzdem. Alle waren sie schön. Jeder auf seine Art.

Aber irgendwann mussten wir uns ja doch auf den Rückweg machen. Die Straßenbahnhaltestelle fanden wir schnell und problemlos und ca. eine halbe Stunde später stiegen wir wieder an der „Flinders Street Station“ aus.

Wir hatten immer noch keine Eile und so verschlug es uns in die „Bourke Street“, nur einen Häuseblock von unserem Hotel entfernt – eine Fußgängerzone und Einkaufsstraße mit vielen Geschäften und Kaufhäusern.

 
 

Auch hier waren die Vorzeichen der Weihnachtszeit schon zu bemerken. Ein komisches Gefühl für uns bei so sonnigem und warmen Wetter von Weihnachtsdekorationen umgeben zu sein. 🙂

Bald wurden wir auf einen Drehorgespieler aufmerksam. Spielte dieser doch laut hörbar den „Radetzkymarsch„. Heimatliche Klänge fast 16.000 km (genau 15781,456 km Luftlinie) von zu Hause entfernt. Das hat doch was an sich! 🙂

Ein paar Häuser weiter vor einem Kaufhaus wartete die nächste musikalische Darbietung. Ein junger Mann spielte auf einem Keyboard poppige Synthesizer-Klänge und ein anderer – ich sags jetzt ganz einfach – junger Mann mit dunkler Hautfarbe und längerem, gekrausten Haar, tanze dazu. Als ich jedoch die Filmkamera auf ihn richtete, hörte er damit auf. Na gut, das wollte er eben nicht.

Nochmals zu dem tanzenden Mann. Ich hab jetzt echt ein Problem, wie ich den bezeichnen soll. Was darf man jetzt eigentlich noch zu Menschen mit brauner oder schwarzer Hautfarbe sagen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. „Neger“ – darf man nicht. Ist ein Schimpfwort. „Schwarzer“ angeblich auch. „Farbiger“ – wollen sie auch nicht. Ja, aber was dann? In Amerika hätt ich vielleicht gesagt „Afro-Amerikaner“, obwohl ich auch da nicht weiß, ob das „korrekt“ ist. Aber was soll ich hier in Australien sagen? Weiß ich, von wo er herkommt oder welche Nationalität er ist? Nein, das weiß ich nicht.

Aber nicht nur bei den „schwarzhäutigen“ Menschen hab ich Probleme mit der richtigen Bezeichnung, sondern auch bei so manchen anderen Völkern. Die Indianer in Amerika wollen nicht als solche bezeichnet werden. Ich kenne da alternativ noch „First Nations“, habe aber keine Ahnung, ob das noch so stimmt oder es schon wieder einen neuen Ausdruck dafür gibt. Oder die Eskimos, die nicht so genannt werden wollen, weil das Wort auch ein Schimpfwort ist. Selbst bei dem Ausdruck „Innuit“ hab ich schon gehört, dass dies auch nicht richtig sei.

Bei aller Liebe und bei wirklichem Respekt vor jedem Volk, aber das Ganze halte ich schon für sehr übertrieben. Keiner kennt sich mehr aus, man traut sich ja schon gar nichts mehr sagen und immer wieder ändert sich was, weil ihnen dieses oder jenes nicht passt. Selbst bei uns muss man ja fast schon Angst haben, wenn man „Ausländer“ sagt, dass das in den falschen Hals kommt und diskriminierend wirkt.

Was ist, wenn ich jetzt sage, ich will nicht mehr als „Weiße“ bezeichnet werden? Weil ich bin ja nicht wirklich weiß – und weiß klingt so wie „krank“, „bleich“, „lebensunfähig“, „fad“ und das ist diskriminierend. Ich will ab jetzt „hellhäutige Standard-Mitteleuropäerin“ genannt werden! Also bitte! Nehmt das jetzt bitte alle zur Kenntnis! 🙂

So, aber nun zurück nach Melbourne.

Irgendwann hatten wir genug vom schauen und flanieren und wir gingen ins Hotel um uns ein wenig auszurasten und um uns „umzurüsten“ für den Abend. Es stand ja noch der abendliche Besuch des „Observation Decks“ am Programm. Für mich bedeutete dies „superleichtes“ Gepäck. Nur meine Bauchtasche und sonst nichts. Keine Videokamera, kein Fotoapparat und somit keine schwere Fototasche, die ich sowieso zur Genüge den ganzen Tag geschleppt hatte. Bei Dunkelheit wären Fotos oder Filme ohnehin nichts oder nur sehr schlecht geworden, also konnte ich mir das sparen. Wie wir  immer so schön sagten, wenn wir wo nicht gefilmt oder fotografiert haben: dann mussten wir es uns eben einfach „merken“. 🙂

Wir trafen uns alle zum vereinbarten Treffpunkt vor dem Hotel. Auch bei unseren Freunden ist der restliche Tag noch ganz zu ihrer Zufriedenheit verlaufen.

Also ging es los zu den „Rialto Towers“. Der Lift funktionierte wieder und demnach stand der Auffahrt in den 55. Stock nichts mehr im Wege. Den Preis für das Ticket konnte ich leider nicht mehr herausfinden, aber ich glaube schon, dass er günstiger war als beim „Sydney Tower“.

Nun war es ja schon komplett dunkel draußen, aber das tat dem Blick aus 250 m Höhe keinen Abbruch. Auch der nächtliche Anblick Melbournes mit seinen funkelnden Lichtern ist äußerst sehenswert.

Und so hätte damals der Blick bei Tag ausgesehen. (Eingescannt von einer gekauften Postkartenserie). Ich schreibe extra „damals“ dazu, weil sich in den letzten 10 Jahren doch so einiges geändert haben dürfte.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob man vom „Observation Deck“ aus in alle Richtungen schauen konnte. Was ganz praktisch war, man konnte sehr gut den Verlauf der Autobahn, bzw. der Ausfahrtsstraße aus Melbourne erkennen. Das war ganz hilfreich für uns, da wir ja am kommenden Tag die Stadt mit den Mietautos verlassen würden.

Ich glaube auch fast, dass es einen ganz kleinen Außenbereich am Aussichtsdeck gab und ich da sogar draußen war.

Aber eines blieb mir noch sehr gut in Erinnerung. Dass ich mir gerade da oben, als ich an einem der großen Aussichtsfenster stand vorstellte, wie schrecklich die Vorkommnisse am „World Trade Center“ in New York zwei Monate davor gewesen sein mussten. Wenn man sich vorstellt, man sieht ein Flugzeug auf sich zurasen oder es brennt überall und man kommt nicht mehr hinunter. Solche Gedanken jagen einem schon weit mehr als nur einen kalten Schauer über den Rücken.

In einem kleinen Kinosaal hatte man die Möglichkeit, sich einen 15minütigen Film über Melbourne (glaub ich zumindest :-)) anzuschauen. Christl, Elfi, Horsti, Herbert und Gerhard nutzen dieses Angebot auch. Hedy, Poldi und ich machten statt der „Kulturpause“ eine „Kaffeepause“ im kleinen Café davor. 🙂 Hier war Selbstbedienung und ich weiß noch genau, als mein Mann die Getränke zahlte, dass sich die Dame an der Theke ganz vehement weigerte, Trinkgeld anzunehmen. – So etwas passiert einem wohl nur selten. 🙂 Aber wer weiß, vielleicht durfte sie auch keines annehmen.

Nachdem wir Melbourne ausgiebig aus der Luft bewundert hatten, fuhren wir wieder hinunter und fanden auf dem Heimweg ein Pizzalokal fürs Abendessen. Davon sind mir aber keinerlei Einzelheiten mehr im Gedächtnis geblieben. Ich denke, es war alles ok, denn wäre was nicht in Ordnung gewesen, hätte ich es mir vermutlich gemerkt. 🙂

Ein sehr ereignisreicher Tag ging wieder zu Ende und es war auch unser letzter in Melbourne. Zusammenfassend kann ich nur sagen, auch diese Stadt hat uns sehr gefallen. Sie ist sehr übersichtlich, sauber, sehenswert und auch voller Leben. Ich mag hier keine vergleichende Wertung zwischen „Sydney“ und „Melbourne“ abgeben. Es gibt keine „besser“ oder „schlechter“. Beide Städte sind auf ihre Weise sehenswert.

Angeblich behaupten ja die „Sydneysider“, dass die Leute in Melbourne konservativ und nicht so ausgelassen sind. Das wäre mir aber nicht aufgefallen. Ich finde die „Melbournians“ sind genauso lebenslustig wie die Menschen in „Sydney“. Und in beiden Städten waren die Leute immer überaus freundlich zu uns.

Irgendwann standen Poldi und ich mal in einem öffentlichen Gebäude einfach nur da und schauten suchend auf die vielen Hinweistafeln um eine Toillette ausfindig zu machen. Auf einmal blieb eine Frau stehen und fragte uns, ob sie uns helfen kann. Ich war sehr erstaunt, denn soetwas ist mir in Österreich noch nie passiert. 🙂

Und was die Sauberkeit betrifft, so kann ich die in beiden Städten nur loben. Auf belebten Straßen und in Fußgängerzonen gibt es – ohne Übertreibung – alle paar Meter große Mistkübeln, sogar mit integrierten Aschenbechern. Dadurch findet man am Boden auch kaum Zigarettenstummeln.

Selbst die öffentlichen Toiletten sind überall tadellos. Erstens gibt es sehr viele, was für mich nicht unwichtig ist, denn ich brauch immer und überall eine. 🙂 Und zweitens sind sie immer sauber und zum Händewaschen – egal wo – ist stets auch warmes Wasser und Seife vorhanden.

Einzig sehr ungewöhnlich fand ich dieses komische, violette Licht in den Damentoiletten. Es war für die Augen recht unangenehm und wir wussten uns vorerst keine Erklärung dafür. Erst zu Hause erfuhr ich, dass es verhindern soll, dass sich in den Klos Drogenjunkies aufhalten, denn bei diesem Licht kann man die Venen nicht erkennen. Ob es stimmt, weiß ich nicht. Aber klingt nicht ganz unmöglich.

An diesem Abend war es genau eine Woche her, als wir in Australien ankamen. Kaum zu glauben, was wir in dieser Zeit schon alles gesehen und erlebt hatten. Und Gott sei Dank hatten wir immer noch fast 3 Wochen vor uns. Trotzdem verging die Zeit doch recht schnell.

Morgen würden wir dann unsere Mietautos abholen und das erste mal (für Poldi und mich überhaupt das allererste mal) würden wir selbst „auf der falschen Seite“ Auto fahren. Wir waren schon neugierig, wie das funktionieren würde. Unsere weitere Reiseroute führte uns zuerst entlang der Südküste und später durch das südaustralische Weinland bis nach „Adelaide“. Und somit waren wir die nächsten 3 – 4 Tage das erste mal außerhalb von Großstädten unterwegs. Es begann sozusagen ein neuer Abschnitt und wir waren schon gespannt darauf.

Natürlich musste nun wieder alles eingepackt werden, soweit ich noch halbwegs die Übersicht über unser oder besser gesagt, mein Zeugs hatte. Die anfängliche Ordnung hatte sich in der Zwischenzeit ein weiteres Stück verabschiedet. Aber das macht ja nichts, so lange man die Fähigkeit des Suchens beherrscht. 🙂

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Noch kurz eine Anmerkung zum aktuellen Zeitunterschied zu Australien. Bis vorige Woche betrug der Unterschied zu Sydney und Melbourne, die ja in der selben Zeitzone liegen, + 10 Stunden. Da hatten wir noch die „Normalzeit“ und die Australier die Sommerzeit. Letztes Wochenende wurden ja die Uhren bei uns um eine Stunde vorgestellt – zu unserer „Sommerzeit“. Die Australier haben aber noch immer ihre „Sommerzeit“ – also beträgt in dieser Woche der Unterschied nur + 9 Stunden, welcher eigentlich der „normale Zeitunterschied“ wäre. Am kommenden Wochenende stellt Australien auf die „Winterzeit“ zurück. Dann sind sie uns nur mehr 8 Stunden voraus. 🙂 – Ist doch eh ganz einfach! 🙂

Aber ich kann Euch versprechen, es geht noch ein bisserl komplizierter. Dazu ein anderes mal mehr.

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Ich möchte künftig hier am Ende der Beiträge ab und an auch links vom Blog von „Die Schmidts in Down Under“ einfügen, die entweder ein bisschen einen Bezug auf unsere Reise haben oder von denen ich mir denke, dass sie Australien-Fans interessieren könnten. Ich habe deswegen natürlich auch um Erlaubnis gefragt. – Vielen Dank dafür an Frau und Herrn Schmidt. 🙂

Sydneys „Harbour Bridge“ wurde am 19. März 80 Jahre alt. → Happy Birthday Sydney Harbour Bridge.

Der Betrieb der Monrail-Bahn in Sydney wird vermutlich in 2 – 3 Jahren eingestellt. → Sydneys Monorail bald Geschichte?

Durch den vielen Regen gab es Überflutungen in Wagga Wagga. Lest hier, wie sich die Spinnen davor retteten → Regen, Flut und Spinnen, und seht hier ein kleines Video und wenn Ihr weiter hinunterscrollt, einige Fotos dazu. – Jeder der mich kennt weiß vermutlich, dass das für mich das reinste Horrorszenario bedeutet. 🙂

Und nun das nächste Spinnen-Thema. Die Funnelweb in Sydney. Das Video dauert zwar 5 Minuten ist aber interessant. → So, here we are!

Und wenn Ihr glaubt, bei uns sind die Parkgebühren teuer, dann seht mal hier → Teuerster Parkplatz aller Zeiten.

So, genug fürs Erste. Ich würde vermutlich noch viele interessante Beiträge finden.

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Unten gibts wie immer nochmals alle Fotos im Picasa-Album. Einfach drauf klicken:

Australien 2001 – 9.11.01 – Melbourne – St. Kilda

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—-Australien – 10.11.2001 (1. Teil) – Melbourne – Anglesea – Lorne
Australien – 8.11.2001 (2. Teil) – Melbourne – Yarra Fluß und Rod Laver Arena

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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