Erinnerungen an Cindy

Heute genau vor 9 Jahren mussten wir unsere erste Hündin Cindy wegen Krebs einschläfern lassen. Es war gerade Palmsonntag. Die kommenden Ostern waren keine schönen Feiertage. Für mich war eine Welt zusammengebrochen. Tierbesitzer werden das verstehen.

Obwohl Cindy klein und zerbrechlich wirkte, war sie eine Kämpferin. Den Kampf gegen den Krebs hatte sie aber leider verloren. Sie wurde gerade mal knapp 9 Jahre alt.

Ich weiß, dass hier Einige mitlesen, die selbst an Krebs erkrankt sind oder waren und ich möchte bitte nicht, dass meine obige Aussage mißverstanden oder als Wertung gesehen wird.

Auch habe ich in meinem Leben nicht nur Haustiere verloren, sondern schon viele geliebte Menschen. Und jeder einzelne Verlust war schmerzhaft und niemand davon wurde von mir vergessen.

Ich möchte aber heute nur einfach Cindy eine kleine Erinnerung setzen und habe ein paar Bilder zusammengesammelt, die ich schon vor langer Zeit mal von Papierfotos abfotografiert habe. Darum bitte nicht auf die Qualität achten.

So sah Cindy als Welpe aus. Sie kam mit 8 Wochen zu uns:

Ihre schwarzen Haare verlor sie komplett. Ihr Gesicht und ihr Kopf blieben in hellem beige. Das Fell am restlichen Körper veränderte sich immer wieder mal. Von beige bis hell- oder dunkelbraun oder leicht rot, meist alles vermischt, war alles möglich.

Ihr Fell verlangte jedoch viel Pflege, weil immer alles drinnen hängen blieb. Die manchmal langwierige Bürst-Tour ertrug sie – zwar meist mit einem herzhaften Seufzer – immer sehr geduldig. Auch musste das Fell mindestens zweimal im Jahr geschnitten werden, wuchs es doch fast bis am Boden und ihr Gesicht wäre „zugewachsen“. Am Kopf kam die Schere deswegen viel öfter zum Einsatz. Die letzten Jahre schnitt ich ich das Fell sowieso dann selber. Darum ist sie auf den Fotos auch mit unterschiedlich langen Haaren zu sehen.

Weiche Kuscheltiere liebte sie besonders. Sie hat sie auch nicht kaputt gemacht:

Zum Schluß hab ich noch eine kleine Collage zusammengestellt…

…und in Picasa könnt Ihr nochmal alle Bilder und ein paar mehr anschauen:

Cindy

Und auch wenn wir heute Kira haben, habe ich Cindy nicht vergessen.

Im Gegenteil, ich konnte mir anfangs gar nicht vorstellen, dass ich auch einen anderen Hund wieder so gern haben könnte. Jetzt weiß ich – ich kann es.

Und unterschiedlicher im Aussehen könnten unsere beiden Hunde wohl gar nicht sein. 🙂

Was wohl beweist, dass wir eigentlich alle Hunde mögen. Ob groß, ob klein, ob lang- oder kurzhaarig. Rasse und Aussehen sind uns egal. Hauptsache das Wesen passt – und das tut es bei Kira genauso, wie es bei Cindy passte.

Am Anfang war ein „größerer“ Hund schon eine Umstellung, aber man hat den „Dreh“ bald heraußen.

Ein langhaariger Hund benötigt mehr Pflege, insofern ist ein kurzhaariger weit angenehmer. Ein kleiner Hund ist dafür leichter zu „halten“, wenn er mal lossprinten will und man kann ihn jederzeit hochheben, wenn etwas schneller gehen soll oder wenn es „brenzlig“ wird. Das geht bei Kira natürlich nicht. 🙂

Cindy war aber bei den Mitmenschen durch ihr niedliches Aussehen jedoch beliebter. Vor Kira haben leider mehr Menschen Angst – schon alleine durch gewisse Vorurteile geprägt. Dabei ist Kira die viel menschenfreundlichere. Sie freut sich über jeden, der sie anspricht, wedelt mit dem Schweif und „schmurlt“ herum. Cindy mochte nicht jeden gleich und kleine Kinder fast gar nicht. Die machten ihr Angst. Und mir Kira können Kinder wiederum machen, was sie wollen. Sie bleibt ruhig und gelassen, ist sanfter zu ihnen, als sie es mit ihrer ungwollten „Rüpelhaftigkeit“ gegenüber Erwachsenen ist. Lärm, Herumgetolle, Geschrei und Gepolter, genauso Läufer und vorbeifahrende Radfahrer und Skater lassen sie kalt und beachtet sie nicht mal. Cindy wurde bei so etwas eher nervös.

Bei anderen Hunden ist Kira diejenige, die nicht gleich alle will, so lange sie sie nicht kennt. Kennt sie einen Hund näher, kann der meist mit ihr machen, was er will. Cindy war da im Großen und Ganzen mehr verträglich, jedoch konnte sie bei „willensschwachen“ Hunden sehr wohl sehr dominant sein. Rüden wollte sie – außer wenn sie läufig war – meist nicht und sie verbiss sie immer. Mit Weibchen hat sie sich komischerweise besser verstanden. Wir nannten sie oft spaßhalber „kleine Lesbe“. 🙂

So sind sie alle verschieden, die Hunde. Und jeder hat seine liebenswerten Seiten. Ich möchte keine Minute, die ich mit Cindy verbrachte missen und auch keine, die ich bis jetzt mit Kira zusammen war. Und ich hoffe wirklich sehr, dass sie noch lange bei uns bleibt. Leider sind Hundeleben viel zu kurz.

———————

Nachtrag: ich habe heute Vormittag mit diesem Artikel angefangen. Musste dann aber weg. Konnte dann nochmal kurz einsteigen und weitermachen, bevor ich abermals was zu erledigen hatte. Und erst jetzt, fast um 1/2 12 h bin ich endlich wieder dazugekommen um den Beitrag fertig zu machen und online zu schicken. – Eigentlich fast unglaublich!

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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12 Antworten zu Erinnerungen an Cindy

  1. Anita Frank schreibt:

    Mir stehen die Tränen in den Augen… sei herzlich umarmt von mir, ich fühle mit dir!
    Liebe Grüße, Anita

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  2. dreamsandme schreibt:

    Beides sind sehr schöne Tiere! Ich hätte vermutlich auch vor deiner größeren etwas mehr Angst, als vor der kleinen. Kindheitstrauma, seitdem mache ich um Hunde, die höher als mein Knie (oder eher Knöchel :lol:) sind, doch einen leichten Bogen.
    Ja, der Verlust eines Tieres kann sehr schmerzen. Wieso auch nicht? Die Liebe unterscheidet nicht…

    Sei lieb gedrückt,
    Sunny

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    • Gabi schreibt:

      Liebe Sunny,
      ich bin die Letzte, die kein Verständnis hätte, wenn jeman Angst vor Hunden (oder auch anderen Dingen) hat. Und dass man vor größeren Hunden mehr Angst hat, als vor Kleinen, ist auch verständlich. Und merke ich, dass sich jemand vor Kira fürchtet (das merkt man normalerweise schon am Verhalten eines Menschen), dann nehme ich sie immer zu mir und wir weichen aus. Auch bei uns im Haus gibt es 2 – 3 Personen, die etwas Angst haben. Dann gehen wir auf die Seite, Kira macht „sitz“ neben mir und das funktioniert ganz gut. Anfangs hatten mehr Angst vor ihr, aber mittlerweile haben das einige schon abgelegt und streicheln sie auch schon. Das freut mich. Und im Grunde genommen kommt sie zum größten Teil „gut“ bei den Mitbewohnern an, weil sie einfach gemerkt haben, dass sie freundlich ist. Es gab am Anfang nur eine Person, die uns gleich zu Beginn auf die unfreundlichste Art angeschnauzt hatte, obwohl Kira sie nicht belästigt hatte. Und bei solchen Sachen werde ich dann sauer, denn ich denke, dass jeder mit mir bzw. mit uns vernünftig reden kann und man immer eine Lösung finden kann.
      Tut mir leid, dass Du in Deiner Kindheit vermutlich ein schlimmes Erlebnis mit einem Hund hattest. So etwas vergisst man ja leider nicht.

      lg Gabi

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  3. Pit schreibt:

    Hallo Gabi,
    ein wunderbarer Artikel mit sehr sehr schönen Fotos. Ich kann es gut nachempfinden, wie es gewesen sein muss, als Cindy eingeschläfert werden musste. Wir haben es hier mit einer katze erlebt. Und – wie Du ja aus meinen Blogs weißt – haben wir immer wieder Katzen und Hunde hier verloren.
    Ich wünsche Dir, dass Du noch lange viel Freude an Kira haben wirst.
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit

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    • Gabi schreibt:

      Hallo Pit,
      ich weiß, Du bzw. Ihr kennt das ja auch.
      Leider werden halt große Hunde nicht so alt. Aber es gibt ja auch Ausnahmen. 🙂 Vielleicht haben wir bzw. eigentlich sie, das Glück.
      lg Gabi

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  4. Tina schreibt:

    Mir geht es auch so. TinaHund und Rocky sind immer noch gegenwärtig…auch auf Jacksons Blog habe ich sie immer noch stehen. Und egal, wie lange es her ist, der Schmerz sitzt immer noch tief.
    Alle Eigenarten, liebenswerten Macken, ihre „Gesichtsausdrücke“ in bestimmten Situationen werde ich auch niemals vergessen. Und da wir immer nur „alte“ Hunde zu uns holen, gibt es leider diese Schmerzen zu oft. Trotz allem werde ich immer wieder graue Schnauzen nehmen, weil gerade sie so liebenswert sind.

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    • Gabi schreibt:

      Liebe Tina,
      ich weiß, der Schmerz und die Erinnerungen bleiben. Genauso wie man geliebte Menschen nie vergisst, vergisst man seine Tiere auch nicht. Leider haben dafür nicht alle Verständnis.
      Ich finde es toll, dass Ihr Euch immer alte Hunde nehmt. Die haben ja meist ohnehin kaum eine Chance noch einen Platz zu bekommen. Und leider muss man halt auch wieder viel schneller von ihnen Abschied nehmen. Und ich hab auch absolut nichts gegen „graue Schnauzen“, habe nur halt Angst vor dem kurzen Beisammensein.

      Ich weiß natürlich noch nicht, ob wir uns nach Kira wieder einen Hund nehmen werden. Das kommt auf alles mögliche drauf an. Aber wenn ja, dann auf jeden Fall aus dem Tierheim. Es gibt leider viel zu viele dir grundlos ihr Leben „hinter Gittern“ fristen müssen.
      Aber vielleicht oder sogar eher sicher, würde es auch ein älterer Hund sein, denn für quirlige Welpen werde ich selber langsam schon zu alt und sie sind ja doch ganz schön „anstrengend“. 🙂
      Wünsche Dir auch noch eine lange schöne Zeit mit Jackson.

      lg Gabi

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      • Tina schreibt:

        Als TinaHund starb, habe ich das ganze Futter verschenkt…alles sauber gemacht, alles weggeräumt. danach war Stille. Ich ging alleine mit der Kamera los…kein Rocky, keine TinaHund ( die hiess schon vorher so wie ich) …ich wollte nie wieder einen Hund…es hat nur 4 Tage gedauert. Und da hatte ich Jackson. Er ist kein Ersatz. Aber..aber..ohne Hund kann ich nicht sein. Den Vorteil älterer Hunde kann man sofort erkennen, oder! Er ist da, für Hund und Mensch! Du hast es selbst geschrieben. Es gibt leider viel zu viele die ihr Leben hinter Gittern fristen müssen. Schau sie dir an auf Jacksons „Notfell“ Seite, schau in ihre Augen. Und sie sind nicht nur hier, sie sind in jeder Stadt!

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  5. buchstabenwiese schreibt:

    Oh ja, so ein Hundeleben ist viel zu kurz, das sehe ich auch so, liebe Gabi.
    Pepper wird jetzt 8 Jahre und ich hoffe, dass er noch ganz lange bei uns sein wird. Auch wenn ich mich manchmal über ihn ärger, so kann ich mir doch nicht vorstellen, dass er irgendwann nicht mehr bei uns sein wird. Er und ich, wir sind ja irgendwie den ganzen Tag zusammen und er ist sooo süß.
    Wenn ich das von Cindy lese, dann wird mir ganz schwer ums Herz. Die Welpenbilder sind ja besonders süß.
    Ich drück dich einfach mal.

    Liebe Grüße,
    Martina

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    • Gabi schreibt:

      Liebe Martina,
      ich verstehe, was Du meinst. Sicher gibt es manchmal den einen oder anderen Moment, wo man sich mal ärgert, aber die sind doch eher selten. Die schönen Zeiten überwiegen einfach. Die Leere „danach“ ist schon sehr schlimm.
      Kira ist nun auch schon 7 Jahre alt. Und leider werden ja große Hunde nicht so alt wie Kleine (ich weiß, hab ich bei einem anderen Kommentar auch geschrieben. :-)).

      Mach Dir aber jetzt noch keine Gedanken darüber.
      Wir können nur versuchen unseren Tieren das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Und ganz ehrlich – sie sind doch auch sehr genügsam und sie sind auch mit wenig zufrieden. Am meisten freuen sie sich, wenn man sich mit ihnen abgibt und man sich mit ihnen beschäftigt.

      Wünsche auch Dir noch viele schöne Jahre mit Deinem Pepper.

      lg Gabi

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