Auszeit

Es fällt mir nicht ganz leicht, jedoch momentan scheint es mir einfach notwendig zu sein, mit dem bloggen eine Weile zu pausieren. – Klingt wahrscheinlich ein bisschen grotesk, weil ich ohnehin nicht viele Beiträge veröffentliche und die ja meist auch eher aus Fotos bestehen. Aber trotzdem muss ich mal eine Zeit lang ein bisschen Abstand von ein paar Dingen und Tätigkeiten nehmen um – auch wenn das sehr abgedroschen klingt – etwas mehr zu mir selber zu finden.

Es läuft da einiges falsch, verdreht, im Durcheinand. Ist einfach nicht leicht zu beschreiben. Und den Grund dafür möchte ich gerne finden.

Ich habe mich verändert. Leider nicht gerade im positiven Sinn. Und das nicht erst seit gestern. Es zieht sich schon eine ganze Weile so dahin. Bin nicht mehr die, die ich früher mal war. Wieso weiß ich nicht und auch das würde ich gerne herausfinden. Wie ich das anstellen werde und wie lange das dauern wird, weiß ich auch noch nicht.

Ich habe zwar schon ein gewisses Mitteilungsbedürfnis, was diese Sachen angeht, aber hier ist nicht ganz der richtige Ort dafür. Diese Dinge sind einfach zu persönlich und betreffen ja auch andere Personen.

Ich möchte einfach versuchen vielleicht einen „neuen Weg“ zu finden, meinen Tagesablauf nach und nach etwas zu ändern, mein Zeitmanagement in den Griff zu bekommen und weniger egoistisch zu sein. Mich wieder mehr auf andere Dinge konzentrieren, die ich vielleicht zu sehr vernachlässigt habe. Meine „Ordner“ „wichtig“ und „unwichtig“ durchschauen und prüfen, ob da nicht so manches umgeschlichtet werden muss.

Den Anfang machte ich ja schon vor einer Weile, als ich die „Australien-Pause“ einlegte. Doch das war wohl nicht genug. Mein Plan bis gestern sah auch noch so aus, dass ich nun endlich den Bericht und die Bilder von unserem letzten Kärnten Urlaub fertig machen wollte, der auch schon ein halbes Jahr auf Fertigstellung wartet. Danach sollte es wieder mit Australien weitergehen.

Aber es kommt ja oft anders als man denkt. Die Berichte haben nun so lange gewartet und  können noch weiter warten. Sie sind nicht so wichtig. Die Pause muss jetzt sein. Man glaubt nämlich nicht, wie sehr man seine Mitmenschen oft mit seinem Verhalten in Mitleidenschaft zieht und das kann und will ich nicht mehr länger verantworten.

Es soll ja auch kein Schlußstrich sein, sondern eben nur mal eine Pause. Ich werde in dieser Zeit auch nicht ganz von hier verschwinden. So weit es mir möglich ist, werde ich weiterhin Eure Beiträge lesen und wahrscheinlich auch kommentieren. Nur will ich nicht mehr krampfhaft versuchen alles nachzuholen, was ich versäumt habe. Und das soll nicht nur für den Blog gelten, sondern allgemein.

Vielleicht werde ich mich auch hie und da kurz mal melden. Und wer weiß, vielleicht stelle ich auch bald fest, dass das „nicht bloggen“ auch nicht das Wahre ist und mache doch wieder weiter. Mal sehen.

Vor ein paar Tagen dachte ich wieder mal über dies und jenes nach – und ich denke wirklich viel nach – da kam mir der Gedanke, dass es bei vielen Geräten doch so einen „Reset-Knopf“ gibt, wo alles auf „Werkszustand“ zurückgestellt wird. Ich dachte mir, schade, dass es den bei uns Menschen nicht gibt. Ein Knopfdruck – und man fängt quasi von vorne an.

Meine Gedanken gingen sogar so weit, dass ich mich mit einem alten Computer vergleichen konnte.

Ein Gerät, deren Hardware schon in die Jahre gekommen ist, weil eben schon lange in Betrieb und vieles funktioniert nun mal nicht mehr so, wie es sollte. Manches konnte man oder kann man austauschen, manches reparieren, jedoch hat er hat halt auch schon so manche Macken, die man nicht mehr ändern kann – aber er funktioniert ja doch noch so halbwegs, wenn man weiß, wie man mit diesen Eigentheiten umgeht und man sie akzeptieren kann. Einen neuen kaufen geht nicht, denn dieses Modell gibt es und gab es nur einmal.

Weit mehr Probleme aber machen die Software und der Speicherplatz. Der Speicher ist voll und unübersichtlich. Die Wege und Pfade sind in ein Durcheinander geraten und dadurch ist vieles nicht immer schnell genug abrufbar. Memory-Effekte funktionieren manchmal gut, aber meistens schlecht oder gar nicht. Es sind zu viele Programme und Daten gespeichert, von denen man oft gar nicht mehr weiß, dass man sie überhaupt hat oder man weiß gar nicht mehr, wie so manches Programm funktioniert, weil man es schon so lange nicht mehr verwendet hat. Viele Programme sind auch überflüssig und nutzlos. So manches wurde mit oder ohne Absicht gespeichert und sollte eigentlich deinstalliert werden. Unter Umständen haben sich auch Viren und Schadprogramme eingenistet, die man ebenfalls entfernen sollte – nur man muss die mal finden. Antivirenprogramme bringen aber keine Ergebnisse.

Das Betriebssystem selbst ist ebefalls schon in die Jahre gekommen. Vieles funktioniert noch recht umständlich und langsam. Ein neues aufspielen geht aber nicht, weil die Hardware dafür schon zu alt und zu schwach ist. Updates funktionieren auch kaum, weil dann erst recht so manches in Durcheinander kommt, weil Software und Hardware nicht richtigt zusammenpassen.

Man könnte dann noch den Computer neu aufsetzen. Aber das traut man sich vielleicht ohne fachliche Hilfe nicht zu. Was bleibt ist dann die mühsame Suche nach den Fehlerquellen. Datei für Datei durchzuschauen und versuchen, diese „Schadprogramme“ zu entfernen oder zumindest zu deaktivieren. Eine mühevolle Arbeit, aber wenn man seinen Computer nicht aufgeben will, sollte es das wert sein.

Eigentlich bin ich eher ein fantasieloser Mensch. Darum wundert es mich direkt, dass mir dieser Vergleich in den Sinn gekommen ist. 🙂

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Diese Pause erinnert mich stark an Leonie, die auch mal für eine Zeit lang einen Schlußstrich zog, weil sie ihre Suche beendet und ihren Weg gefunden hatte.

Nur ist es umgekehrt. Bei mir beginnt das Suchen erst. 🙂

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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12 Antworten zu Auszeit

  1. der_emil schreibt:

    Viel Glück und Erfolg bei Deiner Suche … auf Deinem Weg …

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  2. Pit schreibt:

    Hallo Gabi,
    zunächst einmal: ich halte Dir die Daumen, ganz fest, dass es Dir gelingt, wieder zu Dir selbst zu finden und dass alle Deine Planungen/Wünsche zur Neufindung in Erfüllung gehen.
    Ich kann alle Deine Bemerkungen sehr gut nachvollziehen, denn – Du weißt es ja – mir geht es ähnlich: man halst sich einfach zu viel auf hier im Internet. Alles an dieser Kommunikation ist schön und man macht viele gute Erfahrungen und gewinnt auch liebe Freunde, aber es kann auch zu einer (über)großen Belastung werden.
    Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Anfänge im Internet, als ich las, dass e-mailen einen mehr unter Druck setzt, schnell zu antworten, als normale „snail mail“ das tut: einfach, weil die Übertragung so schnell ist, fühlt man sich verpflichtet, auch postwendend zu antworten. Ich habe das am eigenen Leibe erfahren, und auch heute geht es mir noch so, dass ich eine erhaltene E-Mail auch sofort beantworten will. Und das hat sich fortgesetzt in den Kommentaren zu meinen Blogs und zu meinen Bildern in der FC [hatte ich ja schon einmal erwähnt], die ich dann auch umgehend beantworten möchte. Und das wird eben einfach zu viel, denn dann bleiben andere wichtige Dinge liegen. Mal sehen, wie ich das in den Griff bekomme. zunächst einmal ist da die FC, denn da stapeln sich unbeantwortete Kommentare. Aber nicht alle müssen da a überhaupt (direkt) beantwortet werden. Bei meinen Blogs sieht das schon anders aus: da möchte ich zeitnaher sein. Und schaffe es auch meistens. Aber ich muss auch da noch weiter reduzieren, denn, wie gesagt, hier in Haus und Garten steht auch einige Arbeit an.
    So, aber jetzt genug von mir. Ich wünsche Dir, dass Du den „Reset-Knopf“ findest und dann die „Hardware“ wieder wie am ersten Tag ist.
    Und nett von Dir, dass Du aber trotz Allem bei den Blogs immer mal wieder vorbeischauen möchtest. So bleibst Du dann auf dem Laufenden, was die Entwicklung hier angeht.
    Nochmals: viel Erfolg bei Deiner Regeneration, und alles Liebe und Gute.
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit

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    • Gabi schreibt:

      Lieber Pit,
      ich weiß, wir haben uns ja schon öfter mal darüber auch in Deinen Blogs ausgetauscht.
      Man muss sich wirklich schon überlegen, ob so manches nicht schon unter „Freizeitstress“ fällt und ob man sich da manchmal vielleicht nicht mehr antut, als eigentlich notwendig wäre. Ich denke, Freunde aus dem Internet, ob hier oder in der FC, werden sicher auch verstehen, wenn man nicht immer alles kommentieren kann. Schließlich sollte doch jeder davon auch ein Leben außerhalb des Internets haben und das sollte auf keinen Fall zu kurz kommen. Das sollte doch jeder einsehen.
      In der FC beantworte ich z.B. Anmerkungen nur selten. Vielleicht wenn jemand eine Frage stellt oder wenn ich halt noch irgendwas dazu anmerken möchte. Das ist auch nicht wirklich notwendig, denn die meisten lesen diese Antworten wahrscheinlich gar nicht, weil man ja dafür keine extra Verständigung bekommt. Ich glaub, wenn einer mal ein Bild angesehen und kommentiert hat, kehrt er nicht mehr dahin zurück. Und es gibt ja Leute, die zig Anmerkungen haben, die würden ja nie fertig werden. 🙂
      Ich glaube man kann auch so manches „still“ mitverfolgen, ohne immer gleich was dazuschreiben zu müssen. Zum Glück gibt es im Blog ja noch den „gefällt mir“ Button. 🙂

      Und Du hast recht, durch die schnelle Übermittlung fühlt man sich manchmal schon bei e-mails verpflichtet, schnell zu antworten. Vielleicht sollte man in dieser Hinsicht wieder ein bisschen „Langsamkeit“ lernen. Ich habe auch ein paar e-mail Freunde, aber die sind es mittlerweile gewohnt, dass eine Antwort von mir mindestens 2 – 3 Wochen dauert. Und umgekehrt ist es auch bei manchen von ihnen so. Würde jeder immer gleich zurückschreiben, würde man ja schon bei einer Person täglich oder jeden 2. Tag schreiben. Da könnte man dann ja eigentlich gleich chatten. 🙂

      Also lieber Pit, bei mir brauchst Du Dir sicher keinen Stress machen und musst wirklich nicht alles beantworten. Und wenn, macht es mir gar nichts aus, wenn es lange dauert. Ich bin weder beleidigt noch sonst was. Ich weiß schon, ich stelle oft Fragen, aber sollte es mal nicht gehen oder Du vergißt drauf, ist das auch keine Tragik. Wenn mir was so wichtig ist, dann frage ich eben nochmal. 🙂

      lg Gabi

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  3. SchmidtsWife schreibt:

    Liebe Gabi,

    eine solche Entscheidung zu treffen ist klasse! Wenn es das ist was Du jetzt brauchst, dann musst Du Dir auch diese Pause geben. Viel Glueck und Erfolg bei Deinem Vorhaben wuensche ich Dir von Herzen.

    Viele Gruesse aus dem kalten Sydney

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    • Gabi schreibt:

      Ich muss es einfach mal probieren. Mal schauen, wie es sich entwickelt. Und wie gesagt, ich bin ja nicht ganz weg. Das bringe ich, glaube ich, gar nicht zusammen. 🙂 Werde ja weiterhin Eure Blogseiten besuchen. Wenn auch – wie gewohnt – oftmals sporadisch und oft auch in größeren Abständen. 🙂

      Auch in Wien ist es in den letzten Tag eher kühl und oftmals sogar kalt. Überhaupt nachts.
      lg Gabi

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  4. leonieloewin schreibt:

    Liebe Gabi, ich wünsche Dir alles Gute und viel Glück und gute Intuition bei Deiner „Suche“. Ich bin ganz sicher, dass Du etwas (was auch immer) finden wirst, das Dich auf Deinem Weg weiter bringen wird. Ich drücke ganz fest die Daumen, werde Dich vermissen und hoffen, dass Du irgendwann „wiederkommst“. viele liebe Grüße Leonie

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    • Gabi schreibt:

      Vielen Dank. Momentan habe ich ja erst so einen vagen Plan, aber noch keine ganz konkreten Vorstellungen. Aber vielleicht braucht auch das seine Zeit. Ich werde es ja sehen.
      Habe auf jeden Fall vor, wiederzukommen, bzw. möchte ich ja nicht „ganz weg“ sein. Fürs erste will ich mal zumindest selber keine Beiträge verfassen und vorbereiten usw. Der Rest wird sich zeigen.

      lg Gabi

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  5. buchstabenwiese schreibt:

    Liebe Gabi,

    manchmal tut eine Blogpause gut, weil man sich dann nicht mit bloggen ablenken kann. So bleibt man eher dran oder macht etwas anderes, das gut tut.
    Ich kenne das auch. Manchmal hilft es mir, zu pausieren. Das ist immer dann, wenn ich merke, dass mir selbst beim Bloggen alles zu viel wird und ich zu viel davorsitze, um mich abzulenken. Um mich bloß nicht mit den Dingen zu beschäftigen, die gerade wichtig sind, aber eben auch sehr mühsam. Dann ziehe ich den Stecker. 🙂

    Ich wünsche dir, dass die Blogpause dir hilft, deine eigene „Festplatte“ aufzuräumen und schadhafte Programme zu entfernen.

    Ich verstehe dich viel besser, als meine Worte hier vermuten lassen. 😦

    Herzliche Grüße an dich,
    Martina

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    • Gabi schreibt:

      Ich finde es recht treffend, was Du da schreibst. Denke, Du hast es ganz gut erklärt und ziemlich auf den Punkt getroffen.
      Vielen Dank für Deine Wünsche.
      lg Gabi

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  6. Sandra schreibt:

    Hallo Gabi,
    Ich Wünsche dir auf deiner Suche der Selbstfindung alles Gute und die nötige Kraft. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, diese Entscheidung zu treffen, aber Hochachtung, der schwerste Schritt ist die Einsicht, dass sich was ändern muss. Das können die meisten Menschen nicht, denn das heißt ja sich Fehler einzugestehen. Länge Rede kurzer Sinn, pass auf dich auf. Ich hoffe sehr, irgendwann wieder mal von dir zu hören 🙂 LG Sandra

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  7. Gabi schreibt:

    Auch Dir vielen Dank für Deine Worte und Deine Wünsche.
    Und natürlich wirst Du wieder was von mir hören. 🙂
    lg Gabi

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