Herbsttage

Herrliches Herbstwetter herrscht hier in den letzten Tagen.

Vorgestern, ein wunderschöner, sonniger Tag mit tiefblauem Himmel. Gestern ebenfalls schön. Der Himmel war zwar nicht mehr durchgehend blau und am späten Nachmittag bewölkte es sich ziemlich, aber es war unheimlich warm. Selbst am Abend um 19.30 hatte es schon bei völliger Dunkelheit noch 21 Grad in Wien.

Diese herrlichen Herbsttage sollte man noch ausnützen. Es scheint, wie das letzte Aufflammen eines Spätsommers zu sein. Am Samstag soll es noch mal 25 Grad warm werden, doch am Sonntag kommt dann lt. Wetterbericht das Tief mit nur mehr 16 Grad, Wind und Regen. Auch für die nächste Woche werden nur mehr 15 Grad prognostiziert.

Ich hätte ja sehr gerne wenigestens einen der beiden letzten Tage ausgenützt, an denen ich Zeit gehabt hätte, um mit Kira noch einen Ausflug auf einen Berg zu machen, eben weil es bald dafür wahrscheinlich zu kalt sein wird. Und ich liebe es so sehr, irgendwo hoch oben zu sein. Nur leider tu ich mir ja meist ziemlich schwer, lange oder extrem bergauf zu gehen. Und in einem Wanderführer las ich jetzt, dass man am Stuhleck am Semmering ziemlich weit auf einer Mautstraße hinauffahren kann. Also relativ ideal für mich.

Doch leider wurde nichts draus. Mir ging es gestern nicht besonders und vorgestern noch mieser. Hauptsächlich meine Husterei und die Luft machten mir Probleme, aber auch noch ein paar andere Sachen. Ich zähle jetzt nicht alles in Einzelheiten auf, denn es würde eine ziemliche Jammerei werden. 🙂 Aber alles zusammen machte es mir leider unmöglich, diesen Ausflug zu machen. Gestern fühlte ich mich zwar besser, aber trotzdem nicht gut genug für den Ausflug. Wenigstens konnte ich am späteren Nachmittag einen kleinen Spaziergang mit Kira am Stadtrand zwischen den Feldern und Weingärten machen. Doch auch der war anfangs recht mühsam für mich. So wusste ich wenigstens, dass es gut war, dass ich es mit dem Berg gar nicht versucht hatte.

Leider machen mich solche Sachen oft traurig und in weiterer Folge ärgere ich mich richtig darüber. Überhaupt wie mich in den letzten Jahren alles Versäumte ärgert und traurig macht. Es gibt da den Spruch: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. – Nur daran glaube ich schon lange nicht mehr. Wieviele Dinge wurden „aufgeschoben“ und man hatte nie mehr die Gelegenheit dazu, sie nachzuholen. Und im Laufe der letzten Jahre hat sich eine Menge angesammelt, was man gerne nachholen würde, aber insgeheim weiß man, bei den meisten Dingen wird es nichts mehr.

Und um bei dem Beispiel mit der kleinen Bergtour zu bleiben, ich denke mir, wer weiß was nächstes Jahr ist. Wie gehts mir da, wie ist Kira noch beieinander, was wird überhaupt sein? Gehört das vielleicht zu den Alterserscheinungen, dass man so denkt? Ich fürchte – ja.

Es gibt viele Dinge, die mir am alt werden missfallen und die ich von der Jugend her schmerzlich vermisse und würde ich die hier alle aufzählen, würde es gewaltig den Rahmen sprengen, aber eines davon ist die relative Unbeschwertheit, wenn man noch jung ist und dass man nicht so verbissen in die nahe Zukunft blickt. Hat man was versäumt, na mein Gott, dann macht man es eben ein anderes mal. Man hat ja noch sooo viel Zeit, denn wenn nichts Böses passiert, dann macht die Zukunft ja im „Normalfall“ einen weit größeren Teil aus, als der, den man schon gelebt hat. Allein das Wissen oder auch der Glaube daran, dass einem ja noch alles offen steht, hat schon was Beruhigendes an sich.

Ich weiß, ich bin noch nicht sooo alt, aber ganz ehrlich, ich stehe zumindest schon auf den ersten Stufen auf dem Weg dahin. Und da ich mit der allergrößten Sicherheit annehme, dass ich keine 100 werde, auch keine 90 und eher auch keine 80, ist meine Zukunft nun schon ziemlich überschaubar geworden. Da noch allzuviele „versäumte“ Dinge reinzupacken, die man nachholen möchte, wird sich ganz einfach nicht mehr ausgehen. Zumal ja die körperlichen und auch geistigen Fähigkeiten ja auch nicht mehr besser werden.

Und diese Tatsache machen mich immer mehr sehr nachdenklich und oft auch traurig. – Nur, ändern kann ich sie ja nicht.

Ich weiß nicht, stehe ich nun auch schon im Herbst meines Lebens? Oder zumindest an der Schwelle? Aber auf jeden Fall denke ich, Spätsommer oder „Altweibersommer“ (wie treffend!) passen schon ganz gut. 🙂

Aber man weiß ja, auch der Herbst hat seine schönen und guten Seiten. Aber leider schlägt es oft schneller als erwartet und es einem lieb ist, in den Winter um.

Darum, genießt die schönen Herbsttage! Egal ob jung oder alt. 🙂

——————–

Zur Seitenübersicht

Advertisements

Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Herbsttage, Meine Meinung - meine Gedanken abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Herbsttage

  1. Pit schreibt:

    Hallo Gabi,
    in unserem Alter, wenn ich das einmal so formulieren darf, ist der alte römische Spruch „carpe diem“ einfach das beste Motto: jeden Tag so genießen, wie er kommt.
    Es tut mir sehr leid zu hören, dass es dir nicht so gut ging. Es freut mich aber, dass es sich wohl wenigstens etwas gebessert hat. Und ich halte die Daumen, ganz fest, dass es wieder viel besser wird.
    Hier ist es immer noch nicht Herbst, auch wenn diese Nacht wohl die erste „richtige“ Kaltfront durchgehen wird. Für Sonntag sind dann nur 15,5 Grad angesagt, aber für Mittwoch schon wieder 32!
    Liebe Grüße, z.Zt. aus Rockport/Fulton an der Golfküste [mehr darüber bald im Blog],
    Pit

    Gefällt mir

    • Gabi schreibt:

      Danke lieber Pit. Momentan gehts mir aber wieder besser. Sogar relativ gut. Aber genauso, wie ich oft nicht weiß, warum es mir nicht gut geht, weiß ich oft auch nciht, warum es mir gut geht. 🙂 Aber ich werde es nun einfach genießen. Die Erfahrung sagt mir ja leider, dass es nicht so bleiben wird. Aber Du hast sowieso recht, man soll jeden Tan genießen, so gut es geht.

      Bei uns ist nun auch schon Herbstwetter. So um die 10 Grad und nachts schon deutlich weniger. Dabei war es Samstag noch ziemlich warm bei 26 Grad oder mehr.

      Viel Spaß noch an der Golfküste.

      lg Gabi

      Gefällt mir

      • Pit schreibt:

        Hallo Gabi,
        an der Küste war es sehr schön, mit angenehmem Wetter am Freitag und Samstag, bedeckt und kühler, aber nicht schlecht, am Sonntag und Montag. Wir haben eine neue Gegend eerkundet. Mehr dazu bald in meinem Blog.
        Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
        Pit

        Gefällt mir

  2. SchmidtsWife schreibt:

    Liebe Gabi,

    Dein Artikel hat mich sehr nachdenklich gemacht. Davon aber einmal abgesehen hoffe ich, dass es Dir schnell wieder gut geht!

    Das mit dem Aufschieben und spaeter dann doch nicht machen, liegt aber auch ganz haeufig daran, dass wir es eine zeitlang wieder vergessen und wenn wir uns spaeter daran erinnern, ist es nicht mehr so wichtig. Wenn Dir etwas wirklich am Herzen liegt und Du es momentan nicht machen kannst, dann hilft es Dir vielleicht eine Liste zu fuehren und diese dann nach und nach „abzuarbeiten“.

    Ich habe gerade in dieser Woche einen Artikel gelesen, in dem berichtet wurde, dass ein Ehepaar (inzwischen um die 70) bereits seit ueber 20 Jahren auf Weltreise ist. Auch das hat mich sehr beeindruckt. Einfach machen – egal in welchem Alter.

    Gute Besserung!

    Gefällt mir

    • Gabi schreibt:

      Ja, vielleicht hast Du Recht. Natürlich vergisst man auch auf so manches oder findet es nicht mehr so wichtig. Aber so manches fällt einem doch auch wieder ein und irgendwann denkt man sich, ob das noch was wird? Ich denke, viele Menschen habe Wünsche von Dingen, die sie gerne mal machen möchten. Doch so lange man jung ist, hat man ja doch noch die Hoffnung, dass es irgendwann mal sein könnte. Aber ab einem gewissen Alter, wenn man merkt, dass nicht alles mehr „so geht“ wie früher, kommen immer mehr die Zweifel. Und das müssen jetzt nicht unbedingt nur die ganz großen Dinge sein.
      Was aber das Reisen betrifft, so denke ich diesbezüglich oft an meine Mama und meine Oma. Mene Mama hätte auch immer gerne eine große Reise gemacht. Als sie noch jung war, war an so etwas überhaupt nicht zu denken. Flugreisen waren ja immens teuer. Später gings aus familiären Gründen nicht, dann hatte ihr 2. Mann (mein Stiefvater) überhaupt kein Interesse an Reisen, dann hatte sie kein Geld dazu und dann war sie zu
      krank dazu. Bis zum Schluß war sie oft traurig darüber. Und meine Oma ebenso.

      Aber natürlich, ich kann mich nicht beschweren. Ich hab wenigstens ein bisschen was von der Welt gesehen, sogar mehr, als ich mir je erträumt hätte. Mir ging es hier nur eher auch nur um die Angst, sich nicht mehr allzuviel erwarten zu können.

      Das mit dem Ehepaar auf Weltreisen finde ich auch toll. Sowas würde meinem Mann sicher gleich gefallen. Aber dazu benötigt man halt auch mal eine gewisse finanzielle Grundlage. Und sicher auch eine Portion Mut. Aber sie haben sicher für sich das richtige gemacht.
      lg Gabi

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s