Wand an Wand mit Flugzeugen

Vor einiger Zeit habe ich bei einem Kommentar zu einem Beitrag von Pit von einer eher  etwas ungewöhnlichen Unterbringung während unserer USA Reise erzählt. Ich habe versprochen, diese Geschichte und Fotos davon mal hier als Beitrag zu bringen.

Schauplatz war das Monument Valley im Jahr 2006 während unserer zweiten USA-Reise. Schon 2 Jahre zuvor, während unserer ersten Amerika Reise, besuchten wir dieses Tal sogar zweimal. Beim ersten Mal auf unserer Fahrt Richtung Norden. Da fanden wir ein Motelzimmer in Kayenta, ca. 26 Meilen vom Monument Valley Navajo Tribal Park entfernt. Wir konnten am Abend in dem Park zwar einen herrlichen Sonnenuntergang erleben, aber die geplante Fahrt durch denselben am nächsten Tag, fiel buchstäblich ins Wasser. Es regnete Schusterbuben und alles war wolkenverhangen. Da beschlossen wir weiterzufahren und am Rückweg hier nochmals Halt zu machen.

Ich möchte nur kurz anmerken: beide Reisen machten wir individuell mit einem Mietauto. So hatten wir bis auf nur ganz wenige Ausnahmen, keine Unterkünfte vorbestellt, sondern haben sie uns fast immer am jeweiligen Ort selbst gesucht.

Bei unserem zweiten Besuch ein paar Tage später hatten wir Glück. Die Sonne schien und wir konnten das Monument Valley wunderbar genießen. Doch auch da wohnten wir in einem Motel im 24 Meilen entfernen Mexican Hat. Die am nächsten gelegene Unterkunft wäre die „Goulding’s Lodge“ gewesen, nur 5 1/2 Meilen entfernt und sogar vom Parkplatz des Navajo Tribal Parks aus zu sehen, gewesen. Doch erstens war die relativ teuer und zweitens damals sowieso ausgebucht. Das Hotel „The View“ direkt im Park gibt es erst sei 2008.

Unsere USA-Südwest Reiseroute 2006 war eine ganz andere, als die von 2004. Nur an ein paar Örtlichkeiten gab es „Überschneidungen“. Das Monument Valley lag fast auf der Route und da wir 2 Jahre davor so angetan von dieser Wildwest Landschaft waren, haben wir es auch bei dieser Reise nochmals „mitgenommen“.

Wieder kamen wir am späten Nachmittag an. Bevor wir jedoch wieder die Abendstimmung bei den berühmten Felsen – den „Buttes“ genießen wollten, wollten wir erst mal den Verbleib für die Nacht gesichert wissen. Diesmal hatten wir keine rechte Lust in die nächstgelegenen Orte (24 und 26 Meilen entfernt) zu fahren, darum probierten wir es wieder in der nahe gelegenen „Goulding`s Lodge“.

Das Glück schien uns erstmal hold, denn es waren Zimmer frei. Beim Preis war das Glück nicht ganz auf unserer Seite. Wir hatten eigentlich nicht vor gehabt, so viel für eine Übernachtung zu bezahlen. Mein Mann und ich schauten uns an und fragten uns gegenseitig, ob „ja“ oder „nein“. Die nette Dame an der Rezeption jedoch schien unsere Unentschlossenheit bezüglich des Preises bemerkt zu haben und fragte, ob wir unbedingt ein Telefon immer Zimmer bräuchten. Denn wenn nicht, hätte sie da noch was anderes, günstigeres für uns. Die Unterkunft befand sich jedoch nicht bei der Lodge, sondern ein kleines Stückerl entfernt auf der anderen Straßenseite beim Flugplatz. Und wie es in Amerika üblich ist, gab sie uns die Schlüssel, damit wir uns das Zimmer mal anschauen konnten.

Noch beim hinfahren konnten wir uns nichts rechtes darunter vorstellen. „Wer weiß, was das wohl für ein Notzimmer sein würde.“ – So oder so ähnlich waren unsere Gedanken, aber naja, es entsprach jedoch unseren Preisvorstellungen und wenn es nicht allzu schlimm aussehen würde, würden wir es wohl nehmen. Ist ja nur für eine Nacht.

Wir fuhren also den Highway entlang und bogen an der richtigen Stelle mit der Bezeichnung „Airport“ ab. Man darf sich hier natürlich keinen großen Flughafen oder so vorstellen. Es ist ja nur ein kleiner Flugplatz für kleine Flugzeuge und Helikopter. Neben der relativ kurzen Lande- und Startbahn fuhren wir entlang, bis wir zu dem wellenblechartigen Gebäude kamen, das, wie wir richtig vermuteten, der Hangar war.

Also, so schlimm sah das Ganze schon mal nicht aus. Eben ein Hangar.

Im linken Teil des niederen Anbaus befand sich unser Zimmer. Rechts dürfte ein Büro oder Ähnliches gewesen sein.

Das Gebäude stand auch ziemlich alleine da. Hier waren quasi nur wir und ein paar Meter davon entfernt die Rollbahn. Flugzeuge waren jedoch keine zu sehen.

Neugierig schlossen wir die Türe des Zimmers auf und waren mehr als angenehm überrascht. Wieder Erwarten war es sogar ziemlich groß und bot mehr, als wir brauchten. Sogar eine kleine Küche gab es.

Zufrieden brachten wir unser Gepäck in die Unterkunft, fuhren danach zur Golding`s Lodge um die Formalitäten zu erledigen und konnten uns nachher noch zum Navajo Tribal Park begeben, in der Hoffung, wieder so einen schönen Sonnenuntergang erleben zu dürfen, wie vor 2 Jahren. Daraus wurde aber leider nichts. Am Abend war es dann ziemlich bewölkt. Aber da wir dieses schöne Schauspiel ja schon mal erleben durften, fanden wir es nicht so schlimm und genossen trotzdem die Abendstimmung bei den mächtigen Felsen des Valleys.

West Mitten Butte, East Mitten Butte und Merrick Butte vom Visitor Center des Monument Valley Navajo Tribal Park aus gesehen.

Zurück fuhren wir schon im Dunkeln. Zwei kleine Sorgen meinerseits bestanden darin, dass wir im Finstern die richtige Einfahrt verpassen könnten und dass es bei dem Gebäude so richtig dunkel sein würde. Doch beides war unbegründet. Wir fahnden ohne Probleme die richtige Einfahrt und am Gebäude war auch eine eingeschlatete Laterne angebracht.

So schliefen wir diese Nacht Wand an Wand mit Flugzeugen. Ist ja nicht unbedingt was Alltägliches und mal was anderes. 🙂

Am nächsten Morgen schien herrlich die Sonne. Das hatten wir nach dem bewölkten Abend am Vortag gar nicht erwartet gehabt. Die rot beleuchteten Felsen des Monument Valleys, die schon vom Fenster aus zu sehen waren, lockten uns gleich nach dem Aufstehen aus dem Zimmer raus.

Ich kann dieses herrliche und überwältigende Gefühl gar nicht beschreiben, welches wir empfanden, als wir ins Freie traten.

Wir kamen uns ganz klein vor, als wir da in weiter Flur neben dem Rollfeld standen. Rundherum eine atemberaubende Landschaft. Auf der einen Seite der rot leuchtende Felsen, an dessen Fuß die Golding`s Lodge und der Campground lagen, auf der anderen Seite eine unendliche Weite und in der Ferne die aufragenden Felsen des Monument Valleys. Gab es etwas Schöneres um den Tag zu beginnen?

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Da konnte man schon mal das Frühstück so nebenbei im Stehen einnehmen.

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Es wäre einfach viel zu schade gewesen, im Zimmer zu hocken und dabei diese Aussicht zu versäumen.

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Die Felsen in der Ferne machten so richtig Vorfreude und Lust auf die geplante Tour durch den Monument Valley Navajo Tribal Park. Und unsere Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht – aber das ist eine andere Geschichte. 🙂

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Google Maps:
Visitor Center und „The View“ Hotel im Navajo Tribal Park
Hangar am Monument Valley Airport

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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9 Antworten zu Wand an Wand mit Flugzeugen

  1. i.A. Tina schreibt:

    Doppelboah!! Was für eine Landschaft!

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  2. carinzil schreibt:

    wow einfach nur genial 🙂

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  3. Pit schreibt:

    Hallo Gabi,
    danke für diesen sehr aufschlussreichen Beitrag. Mal ganz abgesehen davon, dass das Innere dieser Unterkunft sehr schön ist, die Lage und die Aussicht sind einfach fantastisch! Muss ich unbedingt in unsere Reiseplanung aufnehmen! 🙂 In Fredericksburg, wo wir des öfteren sind, bibt es etwas Ähnliches [http://www.hangarhotel.com/]. Aber von der Aussicht her auf keinen Fall auch nur annähernd vergleichbar.
    Liebe Grüße aus dem immer noch wehr warmen [heute bis zu 27 Grad] südlichen Texas,
    Pit

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    • Gabi schreibt:

      Auch ziemlich interessant das Hangar Hotel. Vielleicht ist die Gegend nicht so spektakulär, aber dafür kann man wahrscheinlich Flieger beobachten. Wie gesagt, bei uns hat sich damals in dieser Hinsicht gar nichts getan. Keine Flieger weit und breit. 🙂 Aber wir waren ja auch nicht lange dort. Nur am Abend grad zum schlafen gehen und am nächsten Morgen auch nicht lange, denn dann gings ja weiter.

      Falls Du wirklich mal da hinfahren solltest, bin ich neugierig, ob es diese Möglichkeit der Unterkunft noch gibt. Auf der Homepage hab ich nichts davon gefunden. Vielleicht muss man danach fragen.

      Aber seit unserem letzten Besuch dürfte sich dort in der Gegend sowieso so manches verändert haben. Erstens das „View“ Hotel und an der Straße zum Park sind auf Google Maps jetzt Kioske oder so eine Art kleines Einkaufszentrum zu sehen, dort wo früher die Indianer an Marktständen ihre selbstgemachten Sachen verkauft haben.

      Ich habe nun oben im Beitrag am Ende zwei Google Maps Karten dazugefügt.

      lg Gabi

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