Australien – 11.11.2001 (1. Teil) – Lorne – Great Ocean Road

Atemberaubendes von Wind und Wellen geschaffen

Gut ausgeschlafen machten wir uns in unserer, „richtigen Küche“ einen Kaffee und ich kann wohl auch annehmen, dass wir ebenfalls was essbares bei uns hatten. 🙂
Danach hieß es wieder einpacken. Da ja am Vorabend genug Zeit war, konnte ich wenigstens versuchen, das Kofferchaos ein bisschen zu bändigen. Aber so richtig gelang es mir nicht. Irgendwie blieb trotzdem alles etwas unübersichtlich.

Fast schade, dass wir dieses schöne Appartment verlassen mussten, doch es wartete ja noch so viel Neues und Interessantes auf uns. Heute würden wir ja die Hauptattraktionen der Great Ocean Road zu sehen bekommen. Also trafen wir uns zur Weiterreise am Parkplatz mit unseren Freunden. Das Wetter war durchwachsen. Eher kühl, bewölkt und Regen war nicht auszuschließen.

Unsere Reiseroute stand fest,…

 

…und somit konnte es losgehen. Im ersten Teil schlängelte sich die Great Ocean Road noch recht kurvenreich am Meer entlang, wie man unten in der Streetview Ansicht sehen kann. Dieser Abschnitt ist vor Wongarra Richtung Apollo Bay aufgenommen.

 

Der nächste größere Ort ist Apollo Bay. Danach führt die Küstenstraße einige male für ein paar Kilometer ins Hinterland. Bei Princetown gelangt man dann wieder an die Küste. Ab hier beginnt der interessanteste und wohl bekannteste Abschnitt der Great Ocean Road – der Port Campbell Nationalpark. Außerdem wird der Abschnitt zwischen Port Fairy und Cape Otway auch die Shipwreck Coast genannt, denn vor dieser Küste sollen angeblich in etwa 80 Schiffwracks liegen.

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Der „Port Campbell Nationalpark“ erstreckt sich eigentlich über einen relativ schmalen Küstenstreifen, von „Princetown“ bis „Peterborough“. In diesem Bereich findet man die Hauptsehenswürdigkeiten der „Great Ocean Road“, wie z.B. die „Zwölf Apostel“.  Der Nationalpark wurde nach dem schottischen Walfänger „Alexander Campbell“ benannt.

Port Campbell NP – Wikipedia
Port Campbell NP – Parkweb-Victoria

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In diesem Teil verlief die Straße nicht mehr so kurvenreich und die bewaldeten Hänge landeinwärts waren verschwunden. Nun fuhr man durch flaches Grasland.

 

Bald konnten wir an der ersten Attraktion  – den Gibson Steps – Halt machen. Hier wurden durch die steilen Klippen Stufen hinunter zum schönen Strand, der Gibson Bay, gebaut.

 

   

Schon der Anblick von oben war
atemberaubend!

 

Nachdem wir die Stufen hinunter gegangen waren, erwartete uns ein herrlicher Strand.

Warm war es nicht unbedingt. Das Wetter reichte von bewölkt mit gelegentlichen kurzen Sonnenmomenten, bis zu total bewölkt. Aber das tat unser Begeisterung für diese Naturschönheiten absolut keinen Abbruch.

Es wehte ein ziemlich kräftiger Wind. Doch dadurch konnten wir diese herrliche Brandung aus nächster Nähe erleben.

Was man zuerst locker hinab gestiegen ist, muss man jedoch danach wieder mühsam hinauf steigen. 🙂

Auch wenn es damals mit den Papierbildern noch nicht den „Luxus“ der digitalen Fotografie gab, wo man Datum und Uhrzeit der Aufnahmen dokumentiert hat, so weiß ich anhand der fortlaufend Nummern auf der Rückseite der Fotos und vom Video her, wenigstens die Reihenfolge, in in der wir die „Attraktionen“ gesehen haben. Jedoch hatte ich mir keinen einzigen dazugehörigen Namen davon aufgeschrieben. So war es ziemlich schwierig und langwierig für mich rauszufinden, welche Fotos zu welcher Attraktion gehören. Bis auf eine habe ich auch alle recherchieren können – die bleibt halt bei mir nun namenlos. 🙂
Verwirrt hat mich jedoch auch, dass zwei der Punkte nicht der Reihenfolge entsprechen,  wie sie auf den Karten oder diversen Beschreibungen aufgelistet sind. Es kommt mir so vor, als ob wir einmal zurück gefahren wären. Vielleicht war es auch so, vielleicht hatten wir eine Zufahrt zuvor übersehen oder es hatte einen anderen Grund. Das weiß ich aber alles nicht mehr.

Jedoch glaube ich mich zu erinnern, dass wir uns die weiteren Attraktionen wieder „getrennt“ angesehen haben – also ohne auf das andere Auto zu warten. Getroffen haben wir uns dann später wieder an einem ausgemachten Treffpunkt.

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„Unser“ nächster Aussichtspunkt war beim „Loch Ard Gorge“. Diese Felsenschlucht bekam ihren Namen von dem Klipper „Loch Ard“, der hier 1878 im Nebel auf Grund lief und sank. Von den 54 Passagieren haben nur zwei überlebt.

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Die Wolken wurden immer dichter und grauer und der Wind hatte an der Küste eine ordentlich Intensität. Das Meer tobte und eigentlich ist es gar kein Wunder, wenn durch die Kraft des Wassers und des Windes Felsen immer mehr abgeschliffen werden und dadurch solche Felsformationen entstehen.

Auf den folgenden Fotos ist ein Fels zu sehen (der Kleine in etwa in der Mitte), der im September 2009 eingestürzt ist. Man nahm damals irrtümlicherweise an, dass der Fels zu den Zwölf Aposteln gehörte. In diesem Artikel wurde dies jedoch berichtigt. Aber immerhin konnten wir ihn ja viele Jahre zuvor noch auf unseren Fotos verewigen. 🙂

     

Diese Felsklippe nennt sich Razorback. Nur mit der Übersetzung komme ich nicht klar. Ich fand zum einen den Begriff „verwildertes Hausschwein“ und zum anderen „Finnwal“.

Hier sieht man schon den Island Archway zwischen den anderen Felsen. Er gehört auch zu den beliebtesten Touristenattraktionen.

Der Island Archway, den es so nicht mehr gibt.

Würde man heute an diesem Aussichtspunkt stehen, würde sich ein ganz anderes Bild zeigen. Dieses 25 m hohe, natürlich entstandene Brückentor, stürzte am 10. Juni 2009 ein.
Naja, immerhin ist es schon die zweite Felsformation, die es so wie auf unseren Fotos abgebildet nicht mehr gibt. 🙂

Heute sieht der Island Archway so aus:

Loch Ard Gorge Australia by Larry Haydn 006a

Urheber und Besitzer dieses Fotos ist Larry Haydn. Es wurde auf der Seite Wikimedia Commons veröffentlicht. Es darf nur unter folgenden Bedingungen – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen – verwendet werden.
(von Larry Haydn (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons)

Auf der Karte von Google Maps ist der Island Archway auch noch mit der Felsbrücke zu sehen. (Markierung links. Rechte Markierung ist der Razorback.)

 

Es wurde nun Zeit, zur nächsten Attraktion zu fahren. Nämlich zu DEM Highlight der Great Ocean Road – zu den Zwölf Aposteln!

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Die bis zu 60 m hohen im Wasser freistehenden Kallksteinfelsen sind eine der Höhepunkte der „Great Ocean Road“ und angeblich nach dem „Uluru“ die meist fotografierte Touristenattraktion Australiens.
Die pfeilerartigen Gebilde unterschiedlicher Höhe und Durchmesser entstanden durch die erosive Kraft des Meeres. Man kann es kaum glauben, aber jährlich weicht die Steilküste der Port-Campbell-Klippen um rund zwei Zentimeter weiter zurück.

Ursprünglich wurden die „Twelve Apostles“ „„The Sow & Piglets“ benannt, was übersetzt „Die Sau & Ferkel“ bedeutet. Man nimmt an, dass der heutige Name „Twelve Apostles“ in den 1950er Jahren aufkam, obwohl es damals schon keine 12 Felssäulen, sondern nur 9 waren.

Zwölf Apostel – Wikipedia
Zwölf Apostel – in-australien.com

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Schon von den Klippen aus präsentierten sich die Felsformationen sehr eindrucksvoll. Jedoch die Wolken wirkten jetzt schon sehr bedrohlich und am Foto erkennt man, dass es in der Ferne schon regnete. Der sehr heftige Wind tat auch noch das Seine hinzu, sodass es nicht unbedingt „gemütlich“ hier war.

Wir gingen dann über ein paar Stufen und Holzstege auf eine Besucherplattform, die etwas tiefer lag. Am unteren Bild, der Blick gegen Osten, wo 2 der Apostel stehen.

Richtung Westen die restlichen 7 Felsen. (Hinter dem Zweiten von rechts verbirgt sich noch ein Kleiner.)

Herangezoomt wirken sie gleich noch mächtiger.

Und hier haben wir wieder ein Szenario, das auch schon wieder der Vergangenheit angehört. (Ebenfalls zu sehen oben am 1. und 3. Bild.)

Am folgenden Foto sieht man links unten den Felsen, der am 3. Juli 2005 eingestürzt ist. (Bericht Frankfurter Allgemeine)

Nun sind die Zwölf Apostel nur mehr auf 8 Stück geschrumpft. Siehe zum Vergleich das Bild unten. Unsere Urlaubsfotos von 2001 kriegen bei all diesen Veränderungen ja fast schon einen gewissen „historischen Wert“. 🙂

12Apostles2012

Urheber und Besitzer dieses Fotos ist DYJ. Es wurde auf der Seite Wikimedia Commons veröffentlicht. Es darf nur unter folgenden Bedingungen – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen – verwendet werden.
(von DYJ (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons)

Leider konnten wir uns gerade bei dieser berühmten Sehenswürdigkeit nicht so lange aufhalten und sie in Ruhe genießen. Der Regen kam immer näher. Ich hatte nur wenig Zeit um zu fotografieren und zu filmen. Poldi ermahnte mich mehrmals mich zu beeilen, damit wir noch vor dem Regen zum Auto kommen könnten, das ja doch ein ganzes Stück entfernt am Parkplatz stand. Ich hatte mich wohl zu wenig beeilt, denn schon auf dem Rückweg fing es zu regnen an. Der Weg zum Parkplatz führte im letzten Teil durch eine Unterführung durch und diese erreichten wir noch knapp bevor es so richtig mit einem heftigen Platzregen losging. Nun warteten wir, halbwegs geschützt, eine Weile ab, bis das Ärgste vorbei war um dann endgültig zum Wagen weiterzugehen. Wir hatten doch noch relativ Glück gehabt. Unsere Freunde im anderen Wagen eher nicht. Sie erzählten uns später, dass sie der Regen voll erwischt hatte und sie durch und durch klitschnass geworden sind. Sie mussten sich anschließend aus den Koffern trockenes Gewand rausholen und sich im Auto umziehen.

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So, und wie ja schon fast üblich, gibts diesen Bericht aufgrund der vielen Fotos wieder in zwei Teilen. Also – Fortsetzung folgt. 🙂

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Australien – 11.11.2001 (2. Teil) – Great Ocean Road – Mt. Gambier
Australien – 10.11.2001 (2. Teil) – Lorne

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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8 Antworten zu Australien – 11.11.2001 (1. Teil) – Lorne – Great Ocean Road

  1. leonieloewin schreibt:

    Danke für das Mitnehmen auf diese tolle Reise. Wunderschöne Fels- und Wasserbilder. GLG Leonie

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  2. anscharius schreibt:

    Danke für diesen schönen Bericht. Und ganz großartig, wie Du Google-Streeview eingebunden hast. So kann man schön an der Küste spazieren fahren und gewinnt einen sehr guten Eindruck davon wie es dort aussieht. Super!!

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    • Gabi schreibt:

      Danke für Deinen Besuch. Ich bin froh, dass das mit dem Einbinden von Google Maps und Streetview jetzt klappt. Hatte es ja schon zu Anfang von meinem Reisebericht (ist schon über ein Jahr her) auch versucht, doch damals klappte es nicht. Keine Ahnung, ob ich mich damals nur zu dumm angestellt hatte oder ob es relativ neu ist, dass es jetzt geht. Egal. Hauptsache jetzt funktionierts! 🙂
      Ich „fahre“ auch öfter mal gerne in Google Streetview herum. 🙂 Überhaupt an Orten, wo ich schon mal war – soweit es halt möglich ist.
      lg Gabi

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  3. SchmidtsWife schreibt:

    Fuer mich waren die 12 Apostel ein wirkliches Highlight. Insofern hat mir die Reise jetzt noch einmal mit Dir zusammen besonders viel Spass gemacht 🙂

    Ich finde, bei nicht ganz so schoenem Wetter (wir hatten ja auch einen sehr stuermischen Tag erwischt) wirken die Felsen gleich noch einmal viel kraftvoller.

    Tolle Fotos!

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    • Gabi schreibt:

      Die 12 Apostel sind ja wirklich sehenswert. War nur schade, dass wir uns wegen dem nahenden Regen dann so beeilen mussten, sonst wären wir sicher länger dort geblieben. Und stimmt, so ein stürmisches Wetter passt hier sogar richtig dazu. Ich glaub fast, dass es an dieser Küste wohl fast immer windig oder gar stürmisch ist. Und gerade deshalb haben sich ja diese Formationen so gebildet.
      lg Gabi

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  4. buchstabenwiese schreibt:

    Die Fotos sind ja traumhaft, liebe Gabi. Besonders die vom Strand, als noch etwas blauer Himmel zu sehen war.
    Da sieht man mal, wie gewaltig die Natur ist und wie sich das Land ständig verändert. So kann man sich gut vorstellen, wie das alles so entstanden ist. Sehr interessant.

    Liebe Grüße,
    Martina

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    • Gabi schreibt:

      Danke, freut mich, dass Dir die Fotos gefallen. Hab mir diesmal viel Mühe gegeben beim einscannen und bearbeiten (darum brauch ich für jeden Bericht auch immer relativ lange, bis er fertig ist.)
      Blauer Himmel war ja leider rar, aber wie schon oben Schmidts Wife geschrieben hat, auch bei Wolken und stürmischen Wetter kommen die Felsen ganz toll zur Geltung. Man steht dann dort und spürt richtig die Kraft der Natur.
      lg Gabi

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