Australien – 11.11.2001 (2. Teil) – Great Ocean Road – Mt. Gambier

Weitere Felsenattraktionen und ein grünes Loch

Die „große Attraktion“ der Great Ocean Road hatten wir nun zwar hinter uns und glücklicherweise konnten wir vier auch dem Platzregen entfliehen, ohne durch und durch nass zu werden. Es warteten jedoch nun auch noch andere interessante Küstenabschnitte auf uns. Richtiges Schönwetter stellte sich zwar nicht ein, aber Gott sei Dank hörte es wenigstens auf zu regnen. So stand den weiteren Besichtigungen nichts im Wege.

Der nächste Abschnitt ist der, bei dem ich nicht den genauen Namen kenne und auch den Standort nicht gefunden habe. Lediglich zu diesen zwei Bildern fand ich die Bezeichnung Blow Hole und Thunder Cave. Aber Namen sind ja nur Schall und Rauch – Hauptsache ist ja das, was wir gesehen haben. 🙂

    

Hier konnte man die Urgewalten des Meeres sehen und hören. Das Wasser donnerte mit jeder tosenden Welle mit aller Stärke in diese Löcher hinein und danach wurde es wieder mit einem kräftigen Sog hinausgezogen  Diese Vorgänge samt dem starken Wind, machten einen ordentlichen Lärm. Man musste schon sehr laut reden oder gar schreien, um sich verständigen zu können. Außerdem war man auch vor Näße nicht ganz geschützt. Durch die aufstobende Gischt und dem Wind erreichte uns auf den Besucherplattformen so eine richtiger „Tröpfchennebel“. Mein Objektiv der Videokamere war schon total verschmiert davon.

   

Auch diese „Felsenlandschaft“ konnte sich sehen lassen…

…und zwischenzeitlich hatten sich auch die Wolken, zumindest zeitweise, etwas aufgelockert.

Danach kamen wir zu The Arch. Zur Abwechslung mal ein Brückenbogen, der noch intakt war und so weit ich weiß, es auch noch ist.

 

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Unser letzter Halt an der Küste war beim London Arch. Diese natürlich entstandene Felsformation aus Kalkstein gehört ebenfalls zu den beliebtesten Attraktionen der „Great Ocean Road“. Vor 23 Jahren sah sie noch anders aus und war mit dem Festland durch eine – ebenfalls natürlich entstandene Brücke – verbunden. Damals wurde sie noch „London Bridge“ genannt.

Am 15.1.1990 brach diese Brücke zum Festland unvermittel ein. Das Blöde war nur, auf dem danach freistehenden Felsen standen gerade zwei Touristen und konnten nicht mehr zurück. Sie mussten mit dem Helikopter geborgen werden.


 

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Ob sich diese Touristen wohl bewusst waren, wieviel Glück sie hatten, zu diesem Zeitpunkt am „richtigen“ Ort zu stehen?

Das Ganze muss man sich mal so richig vorstellen. Da steht man auf dem Felsen und vermutlich gabs einen riesen Krach und man sieht, wie diese Brücke auf einmal einbricht. Ich glaub, dass man bei sowas wahrscheinlich im ersten Moment gar nicht realisieren kann, was da jetzt passiert ist. Und erst dann denkt man sich, was wäre gewesen, wenn man gerade zu diesem Zeitpunkt auf der Brücke gestanden oder gegangen wäre? Und danach: „Tja, wie kommen wir denn da jetzt eigentlich wieder runter?“

In einem Forum hab ich unter anderem einen Beitrag aus 2006 gefunden. Angeblich hat es sich so zugetragen, dass die Brücke einstürzte, als einer der beiden gerade filmte. Nun saßen sie also fest und winkten den anderen Touristen auf dem Festland, die später dazukamen zu, damit sie Hilfe holen sollten. Die verstanden vermutlich bei dem tosenden Lärm des Meeres nichts und hatten ja keine Ahnung, dass die dort unfreiwillig festsassen und winkten freundlich zurück. Bis es wohl doch jemand kapierte und den Sheriff verständigte. Doch dieser hielt das Ganze für einen Witz und glaubte es nicht. Bis er dann doch überzeugt wurde und Hilfe orderte. Die beiden Leute mussten angeblich 5 – 6 Stunden auf den Helikopter warten, immer mit der Angst, der zweite Bogen könnte auch einstürzen.

Für die Richtigkeit dieser Geschichte kann ich nicht garantieren. Ich hab ja ebenfalls nur gelesen, was dieser Forumuser wieder von wo anders gehört hat.

Wie immer es auch abgelaufen sein mag, die Natur mit ihren Kräften ist wunderbar, aber sehr oft auch gefährlich und unberechenbar. Sicher von der Ferne aus betrachtet, ist man jedenfalls fasziniert davon.

Hier nun der berühmt-berüchtigte London Arch in seiner Schönheit:

Und hier, wie er aussah, bevor die Brücke einstürzte.

London Bridge before collapse

Urheber und Besitzer dieses Fotos ist Philiphist. Es wurde auf der Seite Wikimedia Commons veröffentlicht. Das Foto darf nur unter folgenden Bedingungen – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen – verwendet werden.
von Philiphist (Eigenes Werk) [CC-BY-3.0], via Wikimedia Common

Nun hatten wir sie „durch“, die Highlights der Great Ocean Road. Zwar hatten wir nicht alles gesehn, aber schon sehr vieles. „Alles“ ist ja schon aus Zeitgründen nie möglich. Und eines möchte ich noch erwähnen: all diese Attraktionen waren völlig kostenlos. Und trotzdem waren alle Zugänge, Parkplätze, Stege und/oder Stufen vollkommen in Ordnung und gepflegt. Neben dem angenehmen Umstand, dass man keinen Eintritt bezahlen musste, gab es auch keine Souvenierläden oder -stände oder Sonstiges dergleichen. Ich hoffe, dass sich dahingehend nichts geändert hat.

Irgendwann trafen wir acht uns wieder zusammen um wie gewohnt gemeinsam weiter zu fahren. Vor Peterborough verließen wir den Port Campbell NP und einige Kilometer danach führte die Straße weiter ins Landesinnere hinein. Bei Allansford endete auch die Great Ocean Road und die A1 rückte in Warrnambool , der größten Stadt im Westen Victorias, wieder etwas näher an die Küste heran.

Die Landschaft, durch die wir jetzt fuhren, war nun weitläufiges Gras- und Farmland und die Straße zeigte sich immer öfter als lange Gerade, wie hier zwischen Port Fairy, einem Ort, der auch heute noch größtenteils vom Fischfang lebt und Portland – der ältesten europäischen Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Victoria.

 

Vielleicht machten wir in einem der oben genannten Orte auch mal kurz Halt um uns ein bisserl umzusehen und ich glaube mich auch zu erinnern, dass wir irgendwo einen sehenswerten Leuchtturm suchten und den Weg dahin nicht gefunden hatten. Aber genaues kann ich da leider nicht berichten, weil ich einfach nicht mehr weiß, wann und wo das alles genau war. Auf jeden Fall waren wir dann relativ zügig unterwegs zu unserem Tageszielpunkt – nach Mt. Gambier.

Auch bezüglich der genauen Fahrtroute ab Portland bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Nämlich ob wir die kleiner Straße C192, die küstennah verläuft und die erst später Richtung Norden nach Mt. Gambier verläuft genommen haben, oder ob wir auf der A1 geblieben sind, die gleich nördlicher durchs Landesinnere dahin führt. So genau weiß das heute keiner mehr von uns. 🙂

Fakt ist aber, dass wir nach ca. 1 Stunde Fahrtzeit ab Portland einen neuen Bundesstaat erreichten – nämlich South Australia. Viel bekommt man davon ja nicht mit, außer vielleicht eine Tafel, auf der man vom neuen Bundesstaat „begrüßt“ wird. Jedoch gibt es an manchen Grenzen in Australien „Quarantänezonen„, wo es nicht erlaubt ist, wegen Einschleppung der Fruchtfliege Obst, Gemüse und Pflanzen über die Grenze mitzunehmen. Daran sollte man sich auch halten, denn die Strafen dafür sind gewaltig. Diese Dinge müssen in eigens aufgestellten Boxen entsorgt werden. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass es dies auch auf unserer Strecke gab. Und wenn doch, wäre es kein Problem gewesen, weil wir ohnehin nichts dergleichen mit uns mitführten.

Aber mit der „Überschreitung“ der Grenze befanden wir uns nun in einer anderen Zeitzone. Lustigerweise änderte sich die Zeit nur um eine halbe Stunde. Das hab ich sonst noch nirgends erlebt. 🙂 Da wir nun ein kleines Stückerl Richtung „nach Hause“ gerückt waren, betrug der Unterschied zu Österreich nun nur mehr +9,5 Stunden.

Darf ich Euch diesbezüglich ein bisschen verwirren? Ich mag das nämlich. :-)Aber so schwer ist es gar nicht, wenn da nicht die „gegensätzlichen Sommerzeiten“ in Europa und Australien wären.
Der eigentliche Zeitunterschied beträgt nun hier in South Australia,  ja nur +8,5 Stunden. Also zu den „Normalzeiten“ ohne Sommerzeiten. Nur diese Situation tritt nie ein, weil Australien und Österreich nie zur gleichen Zeit die „normale Zeit“ haben.
Zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts – also Sommerzeit in Australien und Normalzeit in Österreich, sind uns die Australier eine weitere Stunde voraus, darum der Zeitunterschied +9,5 Stunden. Ein halbes Jahr später – Winter in Australien, Sommer in Österreich – „verlieren“ die Australier die zusätzliche Stunde ja wieder und wir rücken dafür eine vor. Ergo: nur +7,5 Stunden Unterschied. Lediglich im Oktober und Ende März, Anfang April haben beide Länder für kurze Zeit gleichzeitig die Sommerzeit. Und da gilt dann natürlich auch der „richtige“ Zeitunterschied von +8,5 Stunden.

Also, wie ich geschriebe habe. So schwer ist das nicht. 🙂

So gegen Abend kamen wir in Mt. Gambier an.

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„Mt. Gambier“, erbaut am Rande des gleichnamigen Vulkans, ist bekannt für seine Kraterseen, insbesondere dem „Blue Lake“.  Außerdem gibt es in der Stadt und in der Umgebung zahlreiche „Sinkholes„. Das bekannteste ist das „Umpherston Sinkhole“.

Mount Gambier – Mount Gambier Tourismus
Mount Gambier – Wikipedia

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Wir checkten im vorbestellten Silver Birch Motel ein. Ein Blick auf die Uhr an der Rezeption bestätigte uns, dass wir die richtige Zeit auf unseren Uhren eingestellt hatten. Diesen „Kontrollblick“,  wenn wir wo neu eincheckten, hatten wir uns angewöhnt um uns zu versichern, ob unsere „Zeitzonenrechnungen“ auch tatsächlich stimmten.

Ein bisschen Zeit blieb uns noch bis zum Abend und so besuchten wir danach gleich das Umpherston Sinkhole – ein durch versickerndes Wasser entstandenes Sinkhole, in welchem 1886 von James Umpherston ein Garten angelegt wurde.

In der Dämmerung kommen hier manchmal Opossums aus ihren Verstecken heraus und lassen sich auch gerne füttern. Leider taten sie es während unserer Anwesenheit nicht. Da hatten diese Besucher wohl mehr Glück.

War zwar schade, aber es tat der Schönheit dieses angelegten Gartens natürlich keinen Abbruch.


  

   

Nach dem abschließenden gemütlichen Spaziergang im Sinkhole, überlegten wir, ob wir zuerst ins Motel zurückkehren oder uns gleich ein Restaurant fürs Abendessen suchen sollten. Wir entschlossen uns für die zweite Variante.
An der Aussprache der Kellnerin die uns bediente, stellten wir fest, dass es in Südaustralien wohl so eine Art Dialekt geben dürfte. „Milk“ wurde z.B. zu „Muilk“ und „Kangaroo“ zu „Kangarui“. 🙂

Und wieder endete ein sehr ereignisreicher Tag, der uns rechtschaffen müde ins Bett fallen ließ. Wir hatten doch recht viel gesehen und viele neue Eindrücke gesammelt und das Wunderbare war, es lagen noch eine Menge vor uns. Erst ein Drittel unserer Reisezeit hatten wir hinter uns und ich kann immer nur wieder betonen, was für ein herrliches Gefühl das war! 🙂

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Hier wieder ein paar passende links von der Familie Schmidt in Down Under.

Auch die Schmidt´s in Down Under haben voriges Jahr die Great Ocean Road besucht.

Joggt Ihr vielleicht gerne? Oder bevorzugt Ihr, wie ich, eher die langsame Fortbewegung. Wenn nicht, wie wäre es mit „Jeden Tag einen Marathon laufen„?

Im Jänner stöhnte Sydney unter einer Hitzwelle. Rekordtemperatur 45,8 Grad! Ich hoffe, dass sich die Temperaturen nun wieder normalisiert haben.

Ebenfalls im Jänner, gab es in Sydeny´s Darling Harbour „Entiges“ zu sehen.

Und unser Mietauto – der „Holden“ – dürfte sich jetzt auch in Australien „Opel“ nennen.

Zum Schluß noch eine kleine „Horrormeldung“: die giftigste Spinne der Welt – sogar in der Garage! Das wäre nichts für mich!

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Hier nun wieder alle Fotos im Picasa Webalbum. Einfach drauf klicken:

Australien 2001 – 11.11.01 – Lorne – Great Ocean Road – Mt. Gambier

Und hier die Youtube Videoshow (Für bessere Qualität der Fotos auf das kleine Zahnrad in der Leiste unten rechts klicken und danach auf 1080p HD.):

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…. Australien – 12.11.2001 (1. Teil) – Mt. Gambier – Coorong NP
Australien – 11.11.2001 (1. Teil) – Lorne – Great Ocean Road

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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6 Antworten zu Australien – 11.11.2001 (2. Teil) – Great Ocean Road – Mt. Gambier

  1. buchstabenwiese schreibt:

    Das ist ja ein Ding, da stehste auf dem Felsen und die „Brücke“ kracht ein. 😯 Mal gut, dass sie nicht gerade da standen.
    Auch wieder sehr interessant, liebe Gabi.

    Liebe Grüße,
    Martina

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    • Gabi schreibt:

      Ich hab mir das während des schreibens auch so richtig vor Augen geführt, wie man sich da fühlen muss. Einen Schrecken hat man vorerst allemal. Aber wenn nichts ernsthaftes passiert, dann hat man aber später eine Geschichte zu erzählen, über die man dann auch sicher wieder lachen kann. 🙂 – Falls einem die Geschichte geglaubt wird. Aber angeblich hatten die ja mitgefilmt.
      lg Gabi

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  2. SchmidtsWife schreibt:

    Uiiiiii so viele Verlinkungen 🙂 Vielen lieben Dank dafuer.

    Ich wuensche Euch noch ganz viel Spass in Mt Gambier 😉

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    • Gabi schreibt:

      Naja, ich finde nun mal bei Dir immer wieder Interessantes, das ich gerne teile. .-) Im Gegenzug vielen Dank für Deine Beiträge.
      In Mt. Gambier waren wir ja nicht lange. Am nächsten Tag ging es ja wieder weiter – nach Hahndorf und ins Barossa Valley.

      Wird aber wieder eine Weile dauern, bis der nächste Bericht fertig ist. Habe gestern erstmal die zugehörigen Fotos eingescannt. Jetzt gehts dann mal ans bearbeiten, weil die Qualität leider sehr zu wünschen übrig lässt. Das muss aber nicht unbedingt am Scanner liegen, denn die Originalfotos sind von Grund auf nicht so gut und leider nicht sehr scharf. Dabei dachte ich früher, die wären eh gut. 🙂 Aber seit der digitalen Fotografie ist man ja nun besseres gewohnt. 🙂

      Danach gehts ans hochladen, Daten und links sammeln und Google Maps Karten erstellen und erst dann gehts mit der Schreiberei los. 🙂

      Da hab ich mir was angefangen! Aber ganz ehrlich – ich will es ja so! 🙂

      lg Gabi

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      • SchmidtsWife schreibt:

        Oh wow, das ist wirklich ’ne Menge Arbeit. Dafuer aber mit Liebe & Begeisterung zusammengestellt. Lass‘ Dir Zeit, keiner hetzt dich! Ich freu‘ mich auf die weiteren Reiseberichte von Dir, aber ich kann mich auch bis dahin gedulden 😉

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        • Gabi schreibt:

          Danke schön. Macht mir ja auch Spaß. Und Du hast ja recht. Keiner hetzt mich, außer ich mich selber. 🙂 Aber schneller gehts eh nicht. Ich kann ja nicht dauernd nur an den Berichten sitzen. Denn sonst ist die Gefahr groß, dass es mir zu viel wird und mir keinen Spaß mehr macht. Und außerdem gibts ja auch noch ein Leben außerhalb des Blogs. 🙂
          lg Gabi

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