Australien – 12.11.2001 (1. Teil) – Mt. Gambier – Coorong NP

Blaues Loch, salzige Seen und Meeresrauschen am einsamen Muschelstrand

An diesem Morgen gönnten wir uns wieder mal ein „richtiges Frühstück“ im Restaurant des Hotels. Und es hieß wieder unseren „Krimskrams“ – was für manche von uns „Riesentrolleys“ hieß 🙂 – zusammenpacken, denn die Reise ging weiter.

Doch bevor wir Mt. Gambier verließen, machten wir noch einen Stop beim Blue Lake.

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Der „Blue Lake“ ist der schönste und größte Kratersee der Gegend. Das Besondere an ihm ist, dass er in den wärmeren Jahreszeiten seine Farbe von blaugrau auf intensives blau ändert. Dieses Phänomen beruht auf der veränderten Lichtbrechung durch aufsteigende kleinste Mineralkörner von Kalziumkarbonat.

Mount Gambier (Vulkan) – Wikipedia

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Wir wollten uns natürlich davon überzeugen, ob der See schon die schöne blaue Farbe angenommen hat – und er hatte! Leider war es wettermäßig wieder sehr trüb und dadurch kam die Farbe nicht so richtig intensiv zur Geltung. Ich hab auch nur dieses einzige Foto davon.

Wir hielten uns jedoch nicht allzu lange auf. An diesem Tag lagen noch  rund 500 km Autofahrt vor uns. Zuerst noch recht lange an der Küste entlang und danach Richtung Norden nach Tanunda – ins schöne Weingebiet Barossa Valley – sozusagen dem australischen Gegenstück zu unserem Weinviertel. 🙂

 

Wir befanden uns nun ja im dritten Bundesstaat unserer Reise – in South Australia.

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South Australia“ ist der drittgrößte Staat von Australien. Mit seiner Größe von 983.480 km² und 1.622.700 Einwohnern ist er aber um einiges weniger dicht besiedelt, als „New South Wales“ und „Victoria„. Auf einem Quadratkilometer leben nur 1,57 Personen. Da kommt man sich wenigestens nicht so schnell in die Quere. 🙂 Aber das auch nur auf ländlichem Gebiet, denn ca. 70 % der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt „Adelaide“ und ein Großteil des Restes entlang der fruchtbaren Küsten und in den südöstlichen Ebenen.

„Südaustralien“ ist ein Land mit landschaftlichen und klimatischen Gegensätzen, jedoch insgesamt eine reizvolle Region.
Im Süden die sanfte Küstenregion mit fast mediterranem Klima, wo es im Sommer heiß und trocken ist und im Winter kalt und regnerisch. Gegen Norden erstreckt sich das „Outback“ mit typischem Wüstenklima: im Sommer extrem heiß und trocken und im Winter warm (außer in den Nächten).

Der Bundesstaat ist auch bekannt für seinen Weinanbau. Die bekannteste Region liegt im „Barossa Valley

Außerdem sind die Südaustralier stolz darauf, dass ihr Staat der einzige ist, der nicht durch Sträflingskolonien entstand, sondern von freien Siedlern aufgebaut wurde.
Die ersten Siedler, sehr viele davon deutschsprachige Auswanderer, kamen 1837. Bis 1850 waren bereits 7000 Deutsche eingewandert und gründeten Städe wie „Klemzig“ und „Hahndorf„.

Wikipedia
Ingrids Welt
in-australien.com
Australien-Info.de

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Nun hieß es aber wirklich losfahren. Ungefähr 6 Stunden reine Fahrzeit lagen noch vor uns. Wir fuhren weiterhin parallel zur Küste. Anfangs weiter davon entfernt, später ab Kingston SE (die beiden Buchstaben stehen für „South East“) rückte die Straße wieder näher ran ans Meer. Diese kleine Stadt lebt vom Tourismus, Weinkelterei und Fischerei. Auch Hummerfang wird hier betrieben. Das war auch gar nicht zu übersehen. Am Ortsende steht nämlich ein Riesenhummer aus Stahl – der  Big Lobster,  von den Einwohnern liebevol Larry genannt.
Fotografiert haben wir ihn nicht, da wir durch Kingston nur durchgefahren sind. Aber Google Maps hilft mir diesbezüglich ja gerne aus. 🙂

Australien liebt solche großen Dinger. Übers ganze Land verteilt gibt es eine Menge davon. Hier  eine Liste mit all diesen Big Things. – Ein bisschen verrückt vielleicht – aber lieb verrückt. 🙂

Etwas später machten wir mal Pause auf einem kleinen Parkplatz am Princess Highway. Um sich ein bisschen die Füße zu vertreten und ein bisschen Obst zu essen und um unsere Nikotingier zu stillen – naja, das waren dann ja nur wir beide – Hedy und ich. Aber der Rest unserer Gruppe machte sich sowieso immer wieder mal deswegen lustig über uns. Weil wir angeblich immer sehr schnell bei jeder Gelegenheit aus dem Auto draußen waren, mit der Zigarettenpackung in der Hand. Außerdem wurde uns immer gedroht, wenn wir nicht rechtzeitig mit unserer Raucherei fertig wären, würden sie ohne uns weiterfahren. 🙂 Sehr nett, nicht wahr? Kein Verständnis für Süchtige. 🙂
Und wir hatten Glück! Wir wurden auch diesmal mitgenommen. 🙂

Die Weiterfahrt verlief, wie auch schon bisher, durch Buschland auf schnurgeraden Straßen.

Links von uns befanden sich immer wieder große oder kleine Salzseen, die zwischen dem Meer und der Straße lagen. Sie waren aber durch das Buschwerk meist nicht zu sehen.

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Parallel zum „Princess Highway“ verläuft nämlich der „Coorong Nationalpark„.
Auf 145 km erstrecken sich der Länge nach Salzwasserlagunen mit vorgelagerten Sanddünen. Ein Refugium für Wasservögel, ungestört von menschlichen Ansiedlungen.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten hinter die Salzwasserlagungen zum „Ninty Mile Beach“ – dem Ozeanstrand – zu kommen: bei „Salt Creek“ mit einem Allradfahrzeug oder bei „42-Mile-Crossing“ ebenfalls mit 4-WD Auto oder über einen ca. 1,3 km langen Fußmarsch durch die Dünenlandschaft.

Wikipedia
Australien-Journal.de

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Da wir ja nur ein „normales“ Auto mit Zweirradantrieb hatten, kam für uns nur der Fußmarsch in Frage. Wir fuhren die unbefestigte Zufahrtsstraße entlang, die uns näher an die Dünen brachte. Auf einem schmalen Stück zwischen zwei Salzseen, blieben wir stehen, um uns das näher anzuschauen. Alle stiegen aus. Bis auf Hedy und mich. Wir konnten nämlich nicht raus. Die Autotüren hinten ließen sich von innen nicht öffnen. Wir klopften und riefen ein Weilchen, bis unsere Männer uns hörten und mitkriegten, was los ist. Oder wollten sie uns etwa nicht gleich hören? 🙂 Breit grinsend befreiten sie uns aus dem „Autogefängnis“. Hatte doch der Horsti bei unserem letzten Stop von uns unbemerkt die Kindersicherung aktiviert! – Da macht man was mit! Immer auf die Kleinen! 🙂

Egal. Nun waren wir draußen und konnten den Salzsee bewundern. Sieht fast aus wie Wasser, ist aber keines.

Leider weiß ich natürlich nicht mehr genau, wo die Zufahrt war. Anhand der Straßenverläufe auf Google Maps könnte die schmale Stelle zwischen den Salzseen hier gewesen sein:

 

Ein Stückchen mussten wir danach noch fahren und dann ging es zu Fuß weiter.
Erst auf schmalen Pfaden durch teilweise grünes und blühendes Buschland…

…danach auf Holzstegen über teilweise begrünte Dünen bis zum Strand. Es war etwas kühl, aber nicht kalt und vorerst trüb. Jedoch umso näher wir zum Meer kamen, umso mehr lockerten die Wolken auf.

Zumindest zeitweise. 🙂

Der Strand war einfach herrlich. Und komplett menschenleer. Naja, nicht komplett. Wir waren ja da!
 

Die unterschiedlichen Farbgebungen auf den Fotos beruhen darauf, dass sie mit verschiedenen Fotoapparaten aufgenommen wurden.

Poldi als einsamer „Beach Walker“! 🙂

  

   

Diesen hellen Streifen am Strand hatten wir zuerst für groben Kies gehalten doch bei näherem Hinsehen…

…entpuppte er sich als eine Ansammlung von kleinen Muscheln.

Dieser Strand könnte ungefähr hier gewesen sein. Weiß es jedoch nicht mit Sicherheit:

Schön langsam hieß es, sich wieder auf den Rückweg zu begeben. Zum Abschluß noch ein Panoramafoto, zusammengestellt aus 3 oder 4 Bildern, aufgenommen mit meiner kleinen, alten Digi-Kamera. Nichts besonderes, aber wenigstens halbwegs herzeigbar. 🙂

Hier endet wieder – wie schon fast üblich – der 1. Teil. Der 2. sollte aber nicht allzu lange auf sich warten lassen. 🙂

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…. Australien – 12.11.01 (2. Teil) – Coorong NP – Hahndorf – Tanunda
Australien – 11.11.2001 (2. Teil) – Great Ocean Road – Mt. Gambier

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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8 Antworten zu Australien – 12.11.2001 (1. Teil) – Mt. Gambier – Coorong NP

  1. leonieloewin schreibt:

    Danke für den ausführlichen Bericht und die vielen schönen Bilder. GLG Leonie

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    • Gabi schreibt:

      Bitte schön. Auch wenn es viel Arbeit macht, mache ich es ja doch gerne. Man glaubt ja gar nicht, wieviele Erinnerungen dadurch selbst nach so langer Zeit wieder auftauchen.
      lg Gabi

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  2. Pit schreibt:

    Hallo Gabi,
    danke für den wieder sehr informativen Reisebericht und die schönen Fotos: hochinteressant. Ich freue mich, dass es nach dem Ärger mit der verlorenen Arbeit doch noch geklappt hat und dass Du Dir die Mühe gemacht hast, erneut anzufangen und dann den Bericht fertigzustellen.
    Sag‘ mal, eine Frage: wie erinnerst Du Dich eigentlich an die Einzelheiten? Die Reise liegt doch nun schon lange zurück. Hast Du damals ein Reisetagebuch geführt? Ich brauche ja schon für unsere Englandreise vor knapp zwei Jahren eine Gedeächtnisstütze.
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit

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    • Gabi schreibt:

      Manchmal bin ich direkt selbst erstaunt, was mir noch so alles von damals einfällt. Aber ganz ohne Erinnerungsstüzte ginge es nicht. Ich hatte mir damals zu (fast) jeden Tag kurze Notizen gemacht. Aber nur in Stichworten – zumindest wo wir waren und z.T. was wir gemacht haben. Es hat mir nun aber schon ein paar mal leid getan, dass ich mir nicht mehr aufgeschrieben habe. Dann habe ich mich mit Christl – eine der Mitreisenden – mal zusammengesetzt und wir haben unsere Notizen verglichen, wo ich mir das eine oder andere dazugeschrieben habe. Sehr hilfreich sind natürlich auch die Fotos (mit den fortlaufenden Nummern auf der Rückseite) und der Videofilm, den ich gemacht habe. (Er ist zwar alles andere als künstlerisch gut, aber für meine Zwecke passt es halbwegs. :-)) Zum nachblättern habe ich einen „normalen“ Reiseführer und von Gerhard einen geborgten richtigen „Wälzer“, bei dem der Schwerpunkt nicht auf vielen schönen Bildern liegt, sondern auf viel Information. Er hat da schon vor der Reise die interessanten Dinge mit grünem Marker angezeichnet, was mir sehr gelegen kommt. Auch hatte er sich einen großen australischen „Road Altlas“ gekauft, den er mir ebenfalls geborgt hat. Wenn ich mich an etwas nicht mehr erinnern kann, frage ich dann meinen Mann, ob er das noch weiß und hie und da dann auch mal Gerhard.
      Nicht zu vergessen das Internet, wo ich mir viele Informationen zusammensuche. Und eine ganz große Hilfe ist Google Maps und die dazugehörte Street View, die in Australien Gott sei Dank flächendeckend vorhanden ist. Obwohl es sehr oft schon sehr mühsam und zeitaufwändig ist, alles im Detail zu finden. Gelingt mir auch nicht immer und bei allem.
      Und das eigenartige ist, dass ich mich an die Dinge vom Anfang der Reise am meisten erinnere. Vielleicht war es die erste große Faszination von meiner ersten großen Reise, dass es mir so im Gedächtnis geblieben ist. Von Sydney wusste ich tatsächlich noch die meisten Wege, die wir gegange sind (und auch von vielen Kleinigkeiten, was meine Eindrücke betrifft). Von Melbourne schon nicht mehr so und von Alice Springs, Adelaide und Cairns im Grunde überhaupt nicht mehr. Bin schon neugierig, wie das wird.

      Und ich möchte auch erwähnen, man glaubt gar nicht, wenn man sich intensiv mit so etwas beschäftigt, wieviele Erinnerungen dann doch wieder hoch kommen. Es ist, als würde man die Reise im Geiste nochmal erleben. 🙂 Aber trotzdem will ich diese Sachen eben jetzt schreiben, denn mein Gedächtnis wird ja leider nicht besser.

      Und es ist tatsächlich so, dass ich pro Tag mindestens zwei Wochen brauche, bis ich alles beieinander habe plus das einscannen und bearbeiten der Fotos.

      Und übrigens, auch ich kann mich nicht mehr so gut an Reisen, die nicht so weit zurückliegen, erinnern. Ich weiß ja manchmal nicht mehr, was ich z.B. am Wochenende vor zwei Wochen gemacht habe. :-

      lg Gabi

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  3. SchmidtsWife schreibt:

    Das Foto auf dem ihr umgeben seid von blauen Blumen sieht so klasse aus.

    Ein sehr schoener Reisebericht. Danke dafuer 🙂

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    • Gabi schreibt:

      Ja, so inmitten der blühenden Blumen, das war schon wunderschön. Überhaupt gefiel mir der Spaziergang durch die Dünen sehr gut.
      Mir tut es nur leid, dass ich damals noch nicht meine digitale Spiegelreflexkamera hatte. Denn zur „analogen Zeit“ musste ich doch auf so einer langen Reise ein bisschen „sparen“ mit den Bildern. Ich möcht gar nicht wissen, wieviele Fotos ich heute von dieser Reise mitbringen würde. Wahrscheinlich unüberschaubar! 🙂 Aber sie hätten wahrscheinlich großteils (auch heute gelingen mir nicht alle) eine viel bessere Qualität. Und die kleine digitale Kompakte war noch nicht wirklich gut. Außerdem waren da auch die Speicherkarten noch sehr teuer, wodurch ich auch da „sparen“ musste. Darum sind auch alle leider so klein geraten.
      lg Gabi

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  4. buchstabenwiese schreibt:

    Der Hummer ist ja wirklich riesig. 🙂
    Die Strandbilder sind wieder schön. Das Meer sieht da so gewaltig aus.

    Liebe Grüße,
    Martina

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