Australien – 12.11.01 (2. Teil) – Coorong NP – Hahndorf – Tanunda

Dünen, verfärbter See, „Knucker“ und Wein

Wir marschierten nun wieder durch die wunderschöne Dünenlandschaft retour zu den Autos.
Noch einmal ein Blick zurück zum Meer…
 

…bevor es hinter den Hügeln verschwand. Wie man sieht, ging es auch öfter mal bergauf – bergab.

Da konnte einem schon recht warm dabei werden. Zudem hatte sich die Sonne nun mehr durchgesetzt, sodass wir unsere Jacken ausziehen konnten.

Und wir erfreuten uns wieder an den blühenden Blumen…

Gräsern…

und Sukkulenten.

Dieser Fußmarsch und der Aufenthalt am Strand hatten gut getan. Vor allem hatte er uns durch eine wunderschöne Landschaft geführt.

Nun lag wieder eine längere Autofahrt vor uns. Aber auch vom Auto aus konnte man sehr gut die herrliche Gegend genießen, die an uns vorbeizog. Und was Poldi und mich ganz besonders begeisterte, waren diese endlos wirkenden, schnurgeraden Straßen. So etwas hatten wir in Natura eben noch nicht gesehen.

 

Es kam uns hier auch mal ein Radfahrer entgegen. Meiner Meinung nach mehr als bewundernswert. Auf dieser endlosen Straße muss man dabei ja das Gefühl haben, nicht von der Stelle zu kommen. Zudem war es auch noch windig. Bei Gegenwind ist das dann sicher kein richtiges Vergnügen.

Gut sehen hier auch die Trucks aus, die es so bei uns in Europa eher nicht gibt. Soweit ich weiß, ist das das einzige Foto das ich von so einem Gefährt habe – und nicht mal da ist er ganz drauf. 😦

Im Outback trifft man auch sehr oft die berühmt berüchtigten Road-Trains an. Dazu aber zu einem anderen Zeitpunkt mehr.

Noch ca. 50 – 60 km begleiteten uns linker Hand die Dünen und Lagunen des Coorong NP in nordwestliche Richtung, bis die Straße dann Richtung Norden verlief und wir uns endgültig vom Meer entfernten. Doch auch hier tauchten noch zwei riesig große Seen auf, der Lake Albert und der Lake Alexandrina. (Das weiß ich aber auch erst jetzt, da ich die Karten näher studiert habe. :-))

Nach dem ersten See fuhr Poldi dann plötzlich rechts ran (oder doch links?). An der rechten Straßenseite tauchte nämlich was großes, rötlich schimmerndes auf. Das mussten wir uns ansehen. Es war tatsächlich ein rosafarbener See – der Pink Lake.

Diese Verfärbung kommt vermutlich von der Dunaliella Alge, die Carotiniode bilden und speichern kann. Sehr viel Information darüber hab ich im Internet nicht gefunden. Nur eher Seiten, die über die Gesundheitswirkung dieser Alge schreiben und Kapseln mit deren Inhalt verkaufen wollen. 🙂

Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt erreichten wir Hahndorf.

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Hahndorf“ – der Name klingt recht ungewöhnlich für australische Verhältnisse. Hört sich deutsch an und ist es auch bzw. der Ort war einmal eine deutsche Stadt.
Hier leben ungefähr 1.800 Einwohner und es war eine der ersten deutschen Siedlungen Australiens. Kapitän „Dirk Hahn“ brachte 1838 viele deutschsprachige Einwanderer ins Land, die vor dem Preußenkönig „Friedrich Wilhelm III“ flohen, weil sie wegen ihrer Religion verfolgt wurden. 1839 gründeten sie diese Siedlung in den „Adelaide Hills“ und benannten sie zu Ehren des Kapitäns nach ihm, weil er ihnen half, ein geeignetes Stück Land dafür zu finden.

Wer also Lust auf Kuckucksuhren, Birkenstock Sandalen, deutschen Bäckerein, Konditoreien und deutschen Würsten und Sauerkraut hat, der sollte hier unbedingt Halt machen. Deutsche Traditionen werden auch heute noch gepflegt. Z.B. durch das alljährlich stattfindende Schützenfest und auch mit so manchen Kellnerinnen im Dirndl.

Auch wenn diverse Hinweis- und Werbetafeln – mitunter manchmal auch Wörter in diversen lustigen englisch-deutschen „Eigenkreationen“ – anderes vermuten lassen, deutsch spricht hier heute niemand mehr. Ich fand z.B. das Wort „Knucker“ ziemlich belustigend. Spricht man es in der üblichen englischen Aussprache aus – also „Knacker“ – dann stimmts ja wieder. 🙂

Dass die Stadt heute größtenteils vom Tourismus lebt, kann man sich sicher vorstellen.

Wikipedia
fern.com
adhills.com.au

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Natürlich machten wir hier auch einen Spaziergang durch „Little Germany“.

Wir besuchten hier quasi das Ausland im Ausland. Ob bayrische oder österreichische Tracht, war ja dann letztendlich auch egal. 🙂

Und da die kulinarischen Genüsse von Österreich und Deutschland sehr ähnlich sind, kauften wir uns in einem Wurstgeschäft eine kleine Zwischenmahlzeit, die dem in unserem Land äußerst beliebten Wurstsemmerl sehr ähnlich war. 🙂

Hier ein kleiner Eindruck von der Straße:


Nun wurde es Zeit für den letzten Teil unserer Tagesetappe. Allzu weit war es ja nicht mehr. Die Reise führte uns durch Gras- und Weideland und durch kleinere Ortschaften und Ansiedlungen. Die ersten Weingärten am Straßenrand zeigten uns, dass wir nun im Weingebiet Barossa Valley angekommen waren.

 
Ein bisschen „Weinviertel – Feeling“ kam auf. Nur dass da keine Eukalyptusbäume am Straßenrand stehen, sondern eher Kirsch-, Apfel- oder Zwetschkenbäume. Und die sind meist windschief. 🙂

In Tanunda angekommen, checkten wir im Barossa Weintal Resort ein.

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„Tanunda“ liegt im „Barossa Valley“ umgeben von Weinbergen und diese Stadt wurde ebenfalls von deutschen Einwanderern gegründet. Und auch hier ist dieses Erbe heute noch sichtbar. Neben deutschen Geschäften und Restaurants, gibts hier einen Männerchor und einen Kegelverein.

Wikipedia

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Nun sieht man wieder, dass 11 Jahre eine lange Zeit sind. Wie es mir scheint, hat sich das Barossa Weintal Resort in dieser Zeit etwas verändert. Schaut so aus, als ob da so manches dazugebaut wurde. Aber vielleicht täusche ich mich auch und mein Gedächtnis funktioniert nicht mehr ganz so, wie es sollte. 🙂

Zu unserer Zeit sah es so aus:

Und hier hab ich sogar noch das Originalprospekt von damals:

  

  

Da wir vermutlich erst gegen Abend angekommen waren, sind wir höchstens noch eine kleine Runde spazieren gegangen. Und der Einfachheit halber haben wir auch gleich im Hotelrestaurant Abend gegessen.

Wie man sieht, hats uns geschmeckt. Zumindest der Wein! Ich bin überzeugt, es war einer aus der Region! 🙂

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Familie Schmidt war auch „Auf dem Weg nach South Australia„, wo sie an den „Quarantänestationen leider ihr ganzes Obst wegwerfen mussten.

Mit „Hugo auf Reisen“ besuchten sie The Big Lobster Larry und Hahndorf, wo sie viel mehr Fotos gemacht haben, als wir.

Am Blue Lake hatten sie wettermäßig mehr Glück als wir. Bei Sonnenschein leuchtet der See gleich noch viel blauer.

In „Das ist mein Australien“ zeigt Frau Schmidt drei Kurzfilme von n-tv über South Australia, Tasmanien und Victoria.

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Hier nochmal alle Fotos auf Picasa und Youtube (auf 1080p HD einstellen):

Australien 2001 – 12.11.01 – Mt. Gambier – Koorong NP – Hahndorf – Tanunda

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…. Australien – 13.11.2001 – Tanunda – Gnadenfrei – Adelaide
Australien – 12.11.01 (1. Teil) – Mt. Gambier – Coorong NP

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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8 Antworten zu Australien – 12.11.01 (2. Teil) – Coorong NP – Hahndorf – Tanunda

  1. SchmidtsWife schreibt:

    Die Fotos auf youtube finde ich eine total schoene Idee 🙂

    Uiiiiiii schon wieder so viele Verlinkungen. Vielen lieben Dank dafuer. Obwohl wir den Blue Lake ja leider nicht soooo blue bewundern konnten.

    Von diesem pinkfarbenen See hatte ich vorher noch nie etwas gehoert. Sehr interessant!!

    Zum Barossa Valley waeren wir auch gerne gefahren, allerdings haben wir das aus Ruecksicht auf Hugo gar nicht erst versucht. Insofern finde ich Deine Berichte darueber total spannend.

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    • Gabi schreibt:

      So eine Diashow in Youtube machen ist gar nicht schwer. Man muss halt nur angemeldet sein und dann hat mein sein eigenes Konto. Aber bei mir ists eh schon egal. Wo ich schon überall angemeldet bin und Google weiß sowieso schon alles von mir. 🙂

      Naja, bei Euch hat der See schon blauer geleuchtet als bei uns. Wenn die Sonne scheint macht das schon was aus.

      Dieser Pink Lake ist uns ja einfach so während der Fahrt „untergekommen“. Erst jetzt hab ich danach gegoogelt und anhand von Beschreibungen und Fotos anderer Reisenden auch den Standpunkt gefunden. Denn in Australien dürfte es mehrere Pink Lakes geben. Am meisten findet man den Lake Hillier in Westaustralien und der ist so richtig heftig pink. http://twistedsifter.com/2012/12/lake-hillier-the-pink-lake-in-australia/

      Das verstehe ich natürlich, dass Ihr damals auf Hugo Rücksicht genommen habt. Hätten wir sicher auch getan. Wir haben uns nur leider nicht allzulange im Barossa Valley aufgehalten, weil wir dann nach Adelaide weiterfuhren. Und wie immer, hab ich zu wenige Fotos gemacht. Damals war fotografieren halt doch noch relativ teuer und ich musste halt immer ein bisschen mit den Fotos „sparen“. 🙂
      Aber eins kann ich verraten, wir hatten dafür ein super Frühstück im Freien!

      lg Gabi

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      • Gabi schreibt:

        Noch was zu den Fotos auf Youtube. Auch hier in WP kann man eine schöne Diashow einbinden. Ich mache sie ja nur über Youtube, weil ich die Bilder von der Reise auf Picasa Webalbum gespeichert habe.
        lg Gabi

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  2. buchstabenwiese schreibt:

    Da findet man also so weit weg von Zuhause ein kleines Deutschland, nicht zu glauben. 🙂
    Das wusste ich gar nicht.
    Waren sehr interessante Informationen, liebe Gabi.

    Herzliche Grüße,
    Martina

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  3. andrea schreibt:

    Schöne**UR-LAUB(s)ERINNERUNG(s)BILDer danke dir liebe GABI…das du mir einen BLICK in deine ERINNERUNG gewährt hast……LG ANDREA:))

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