Advent und Weihnachten

Ich bin ja nicht gerade der große Weihnachtsfan. Wenn der ganze Rummel drumherum – für meine Begriffe viel zu zeitig – losgeht, geht mir das eigentlich mehr oder minder auf die Nerven und ich will eher nichts davon wissen.
Wie jedes Jahr hatte ich nicht vor, meinen Blog irgendwie advent- oder weihnachtsmäßig zu gestalten. Ich hätte ja nicht mal irgendeine Idee gehabt für Geschichten, Weihnachtslieder, Gedichte oder sonst was. Ja ich kann auch nicht wirklich weihnachtliche Fotos posten. Die paar, die halbwegs zur Zeit passen, hab ich voriges Jahr schon gezeigt. Mit all dem hab ich ein paar Wochen vor Weihnachten noch nichts am Hut. Ich mag so weit im Voraus noch nicht an all das denken.

Schon im August die ersten „Vorboten“ in den Supermärkten mit dem  Angebot an Lebkuchen. Ab Oktober dann die Schokonikoläuse und nach und nach Weihnachtsschmuck und Christbaumnaschereien. Ab Mitte November öffnen die ersten Christkindlmärkte und dann gehts auch schon los mit den Weihnachtsshows im Fernsehen und der musikalischen Zwangsbeglückung in den Supermärkten usw. Und nicht zu vergessen die Werbung, die einem schon weiß Gott wann mit ach so tollen Gechenken erschlägt. Das sind Dinge, die mich echt nerven.

Wäre es denn nicht genug, wenn das alles erst mit dem 1. Dezember anfangen würde? Zumindest manches von all dem. War das früher auch so?

Dazu kommt, dass die Leute in der Adventzeit hektisch und gereizt sind. Keiner hat für irgendetwas Zeit. Manche Berufsgruppen sind in dieser Zeit noch mehr gefordert und haben noch mehr Stress als sonst. Die Leute verfallen in Kaufrausch. Geschenke, Geschenke, Geschenke! Noch mehr, noch besser, noch teuerer! Es scheint wohl nichts Wichtigeres zu geben! Lässt es sich einmal nicht vermeiden, dass ich einen dieser Einkaufstempeln gehen muss um etwas zu besorgen, dann denk ich mir jedes Mal, die Leute sind alle irre geworden. Ich bin so und so ein Gegner von den gewissermaßen auferlegten „Geschenks-Terminen“ und mache das auch schon lange nicht mehr mit.

Natürlich war ich nicht immer ein „Weihnachtsmuffel“.
Schon gar nicht als Kind. Natürlich freute ich mich auf Weihnachten und konnte den Hl. Abend nicht erwarten. Und die Zeit bis dahin kam einem unheimlich lange vor. Verkürzt wurde sie mit jedem Türchen, das man am Adventkalender aufmachen durfte und mit jeder weiteren brennenden Kerze am Adventskranz. Und der Nikolo kam ja auch noch.Man hatte keinen Stress, keine Hektik, denn das Christkind brachte ja die Geschenke und die Erwachsenen kümmerten sich um alles rundherum.

Auch als großes Kind, als Teenager und als junger Erwachsener hatte ich noch meine Freude mit Weihnachten. Obwohl ich da ja sogar noch den „Stress“ der Weihnachtsgeschenke hatte, weil noch jeder in der Familie beschenkt wurde. Aber ich empfand es nicht so. Und es war immer so schön, wenn zu Weihnachten die ganze Familie beisammen war. Ich konnte es gar nicht verstehen, dass es Leute gab, die Weihnachten nicht mochten. Doch die ganz große Euphorie, wie in den Jahren zuvor,  war es doch nicht mehr ganz so.

Als dann unser Sohn da war, war Weihnachten dann wieder was ganz Besonderes. ABER! Da gabs dann wirklich Stress. Am Hl. Abend waren alle bei uns. Was ja im Grunde genommen sehr schön war, aber es steckten natürlich sehr viel Arbeit und Vorbereitungen dahinter. Ich nehme an, viele kennen das. Weihnachten mit Kindern ist zwar das Schönste, aber wenn der Trubel dann vorbei ist, ist man regelrecht geschafft. Damals war ich noch jung und flexibler. Es ging schon irgendwie. Heute würde ich das gar nicht mehr auf die Reihe kriegen.

Mit dem älter und erwachsen werden des Sohnes hat Weihnachten für uns nach und nach an Bedeutung verloren.

Es gibt auch einen Punkt der mich traurig macht, wenn ich daran denke, wieviele der Lieben, mit denen wir Hl. Abend gefeiert hatten, nicht mehr da sind. Die „Alten“ sind nach und nach weggestorben. Heute sind wir an diesem Tag nur mehr ein paar Leutchen. Und nun sind wir „die Alten“.

Die Zeiten haben sich eben verändert und ich bin „mufflig“ geworden. Vielleicht, weil ich dem „alten Weihnachten“, dem von früher, nachtrauere? Ich weiß es nicht.

Jetzt, in der letzten Woche, werde ich wie üblich erst „munter“, was Weihnachten betrifft. Jetzt erst habe ich viele Weihnachtslieder gefunden und jetzt erst würden mir Sachen für Beiträge einfallen. Nur wird die Zeit nun nicht mehr für all das reichen.
Ich bin nun mal bei allem immer spät dran. Warum sollte das mit Weihnachten anders sein?

Ich muss auch hier mal erwähnen, dass ich mich, trotz meiner Weihnachtsmuffeligkeit, von Euren vielen Beiträgen sehr mitreissen hab lassen. All die Geschichten, Gedichte, Lieder, Bilder, Basteleien und süßen Leckereien in Euren Beiträgen gefallen mir sehr gut. Ich merke und spüre bei vielen von Euch, dass Ihr Euch über Advent und Weihnachten freut. Und ich freue mich echt mit Euch. Ihr habt damit einen großen Teil des „Muffligen“ in mir vertrieben. Darum sage ich: danke!

Was aber nicht heißt, dass ich nicht vielleicht nächstes Jahr zu Anfang wieder über Weihnachten keppeln werde und erstmal nichts davon wissen möchte. 🙂

Und das veranlasst mich wiederum mich zu fragen, warum ich in den letzten Jahren überhaupt so ein „Grantscherm“ (grantiger Mensch) geworden bin. Ich war doch früher nicht so. – Okay, ja, manchmal in gewissen Situationen, aber nicht so in dem Ausmaß und in der Intensität wie in den letzten Jahren.

Aber das ist vermutlich eine andere Geschichte.

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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11 Antworten zu Advent und Weihnachten

  1. leonieloewin schreibt:

    Ich finde Deine Gedanken zu Weihnachten sehr spannend. Mir geht es teilweise ähnlich. Vieles an Weihnachten hat mir als Kind oder als meine Kinder klein waren gefallen. Vieles – insbesondere die alljährliche Weihnachtshektik – mag ich überhaupt nicht. Doch mit dem Leben hier auf der Insel haben sich bei mir ohnehin einige Dinge verändert. Und ich halte es jetzt „im Alter“ mehr oder minder so wie ich es mag. Das was mir gefällt, bewahre ich und den Rest lasse ich einfach sein. Liebe Grüße von der Insel Leonie

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    • Gabi schreibt:

      Eigenartig. Ich habe keine Benachrichtigung bekommen, dass Du einen Kommentar geschrieben hast.

      Ich finde es gut, dass Du es so machst. Und es ist vielleicht in diesen Sachen das „Alter“ doch ein Vorteil. Man kann es sich leisten, es so zu machen, wie man möchte und muss nicht unbedingt mit den anderen „mitziehen“.
      Liebe Grüße
      Gabi

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  2. Traudl schreibt:

    Schön finde ich auch “Liebes Christkindl Du, hör a wengerl mir zu”, Heinz Conrads und “Christrose” gesungen von Thomas Hampson

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  3. wolke205 schreibt:

    Ich für meinen Teil liebe Weihnachten ❤ Und zwar ohne Stress und Hektik 😀 Dafür mit Weihnachtsbaum, Bescherung, viel Zeit für Familie und Freunde und natürlich leckerem Essen 🙂

    Liebe Grüße

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  4. Der Emil schreibt:

    Trotzdem … Egal wie unterschiedlich, die Europäer packt Weihnachten doch immer irgendwie (und ganz besonders all jene, die auch nur im Entferntesten in „christlichen“ Traditionen sozialisiert wurden).

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    • Gabi schreibt:

      Das stimmt natürlich. Man kann und will sich unter Umständen auch gar nicht dem entziehen.
      Nur wie es scheint, dauert es bei mir so bis ca. Mitte Dezember, bis dieses weihnachtliche Gefühl auch auf mich übergeht. 🙂 Aber besser spät, als gar nicht. 🙂

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  5. SchmidtsWife schreibt:

    Wenn ich mich an frueher erinnere, dann war fuer mich alles was mit Weihnachten zu tun hatte auch immer stressig. Inzwischen geniesse ich diese Zeit aber sehr und zwar komplett entspannt 😉

    Uebrigens bislang gibt es in unserem Shopping centre noch keinen Weihnachtsbaum! Letztes Jahr stand er bereits im August 😉

    Merry Christmas

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    • Gabi schreibt:

      Das ist schön, dass Du es so entspannt genießen kannst.

      Noch kein Weihnachtsbaum? Das ist erstaunlich. Naja, und August war wohl ein bissl gar früh. 🙂

      Auch Dir Merry Christmas!

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  6. Pit schreibt:

    Liebe Gabi,
    in weiten Teilen stimme ich Dir voll und ganz zu. Weihnachten ist eindeutig zu kommerzialisiert und beginnt (deswegen) viel zu früh.
    Aber wir genießen es trotzdem: mit in diesem Jahr sogar zwei „lebenden“ Weihnachtsbäumen und Lichterketten im Garten. Dazu kommen Weihnachtslichter in Hause und die Krippe. Und seit dem ersten Dezember auch das tägliche Ritual, ein Türchen im Adventskalender [http://pitspersoenlichesblog.wordpress.com/category/traditionen/adventskalender/ & http://pitspersoenlichesblog.wordpress.com/2012/12/23/4-advent/%5D zu öffnen. „Große Kinder“ eben! 😉 Wenn es jetzt auch noch kalt genug für ein Feuer im Kamin würde, dann wäre die Stimmung (fast) komplett. „Fast“ sage ich, weil für „ganz komplett“ der Schnee fehlt. Da ist hier im südlichen Texas natürlich Fehlanzeige. Aber da träumen wir dann halt davon.
    Dieses Jahr werden wir Heiligabend übrigens mit Verwandten hier in Karnes City verbringen, und dann am ersten Weihnachtstag nach Fredericksburg fahren und ein paar Tage dort in unserem neuen Haus verbringen.
    Liebe Grüße, besinnliche aber dennoch frohe Weihnachtstage und alles Gute für das neue Jahr 2014 wünscht Dir
    Dein Pit

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