Alle Jahre wieder – das Thema Zeitumstellung

Ich hab eine ganze Weile überlegt, ob ich über das Thema schreiben soll und noch dazu bin ich auch gar nicht früher dazugekommen. Nun gut, nun hab ich mich eben dazu entschlossen. Aber Vorsicht! Mir ist dazu sehr viel eingefallen. 🙂
Ich hab darüber schon mal 2011 geschrieben und meine Ansichten haben sich seitdem nicht geändert. Nur ein bissl mehr nachgedacht hab ich darüber. 🙂

Ist ja nun schon wieder sechs Tage her, dass uns angeblich eine Stunde gestohlen wurde. Das sehe ich nicht so. Für mich ist es eher so, als hätte sich jemand am Sonntag eine Stunde ausgeborgt und derjenige gibt sie uns Ende Oktober dann wieder zurück. Abgehen tut sie mir vielleicht ein bisschen am ersten Tag, dann nicht mehr. Ende Oktober freu ich mich dann an jenem Tag etwas, weil uns diese Stunde zurückgegeben wird und dieser Tag länger dauert, weil ich normalerweise eh immer der Zeit hinterher laufe :-), aber danach nicht mehr. Denn dann herrscht abends wieder mit einem Schlag frühe Dunkelheit und die Tage haben wieder ihre gewohnten 24 Stunden. Aber die hat der Tag ja auch während der Sommerzeit. Nicht mehr und nicht weniger. Sie sind nur ein bisschen verschoben. Vielleicht kommt es mir noch am 2. Tag nach der Verschiebung etwas ungewöhnlich und komisch vor, aber danach läuft alles weiter wie gewohnt.

Um 17 Uhr z.B. ist es 17 Uhr. Egal ob Normal- oder Sommerzeit. Mir käme es nicht in den Sinn, dann zu denken, eigentlich wäre es erst 16 Uhr. Warum sollte ich das auch tun? Es ist 17 Uhr. Und ich hätte auch noch nie bemerkt, dass mir mein Körper diesbezüglich etwas anderes vorgegaukelt hätte. Und das sage ich, die in den letzten Jahren ein großes Gewohnheitstier geworden ist. In meinen jüngeren Jahren war das lange noch nicht so ausgeprägt und da war ich auch noch viel flexibler. Und ich würde auch behaupten, dass ich in vielen Dingen sehr sensibel bin. Aber die Uhr eine Stunde vor oder zurückstellen, das stellt für mich absolut kein Problem dar.

Der Mensch ist zwar an und für sich ein Gewohnheitstier, aber die Natur hat es schon so eingerichtet, dass er auch anpassungsfähig ist. Wäre es nicht so, dann hätte die Menschheit nicht so lange überlebt. Wie hätte er den Krisenzeiten sonst überstanden, die es da gibt im Großen, wie auch im Kleinen und auch im Alltag. Wie oft wird durch bestimmte Ereignisse der Tagesablauf zeitmäßig und auch anders durcheinander gebracht. Schon allein Arbeitstage unterscheiden sich doch sehr von den arbeitsfreien Tagen, wie z.B. am Wochenende oder im Urlaub.

Wie oft hat man mal  mal andere Essenszeiten oder vielleicht Änderungen der Arbeitszeiten. Oder was ja öfter vorkommt, andere Schlafenszeiten. Mal schläft man länger, mal kürzer. Weil man vielleicht nicht einschlafen kann und trotzdem früh raus muss. Oder weil man einen Film noch fertig ansehen oder ein Buch auslesen will, sich nicht vom Computer und Bloggerland (:-)) losreissen kann, oder weil man kleine Kinder hat, oder Freunde länger zu Besuch sind, man mal ausgeht oder gar bis in die Morgenstunden feiert. Klar hängt einem eine Nacht mit weniger Schlaf unter Umständen am nächsten Tag nach und man ist müde. Aber am nächsten oder übernächsten Tag geht es schon wieder. Ich hab noch nie gehört, dass jemand gesagt hätte, dass ihm eine längere Geburtstagsfeier mehrere Tage, oder gar Wochen oder Monate nachhängen würde.
Nicht bös sein, aber ich bin der Meinung, wenn jemand nicht ein Kleinstkind, ein sehr alter Mensch, sehr krank ist oder vielleicht ohnhin an richtigen Schlafproblemen leidet, dass man eine Stunde weniger Schlaf ohne Probleme aushalten kann. Man schafft es auch mal mit nur 2 – 3 Stunden Schlaf und sogar mal ohne. Das geht! Und daran stirbt man als gesunder Mensch auch nicht. 🙂
Ich glaube auch nicht, dass der Großteil der Menschen wirklich täglich immer zu gleichen Zeit schlafen geht und zur gleichen Zeit aufsteht. Die meisten schlafen doch am Sonntag ohnehin länger.

Warum macht aber dann diese eine Stunde Zeitumstellung wirklich manchen Leuten so zu schaffen? Und warum macht es gerade mir Sensibelchen nichts aus (und auch niemanden in meiner Familie oder engerem Bekanntenkreis)? Vielleicht weil ich die Umstellung auf Sommerzeit als etwas Positives sehe und empfinde? Weil ich mich freue, dass man abends den Tag länger im Hellen nutzen kann? Weil ich es im Sommer im Urlaub in unserer Hütte Ende August, Anfang September noch genießen kann, länger draußen zu sitzen und die schöne Landschaft bei Tageslicht und noch angenehmer Wärme genießen kann? Weil auch mein Mann sehr erfreut darüber ist, auch an Arbeitstagen noch Aktivitäten im Freien zu unternehmen und speziell im Frühjahr, ab Sommerzeitumstellung und auch noch im September die Gassirunde bei Tageslicht machen kann, weil er eh 5 Monate das Tageslicht nur am Wochende oder vom Büro aus sieht?

Mitten im Sommer ist es ja nicht ganz so relevant, weil es da ja ohnehin lange hell ist. Aber ich bin auch froh darüber, dass in der heißen Zeit auch morgens die Sonne eine Stunde später aufgeht. Zur Zeit, mit dem längsten Tageslicht, fängt es nach 4 h schon an, hell zu werden und um 5 h brennt dann die Sonne ins unter Umständen sowieso schon heiße Schlafzimmer. Die Vorhänge sind dann noch offen, damit in der Nacht wenigstens ein bisschen kühlere Luft reinkommt. Wäre es Normalzeit, würde die Sonne schon um 4 h das Zimmer noch mehr aufheizen. So hab ich wenigstens eine Stunde länger, bevor ich völlig durchweicht aufwache. An wirklich gutem Schlaf ist ab da sowieso nicht mehr zu denken.

Kann es unter Umständen sein, dass es vielleicht an der inneren Einstellung liegt, wie man sich bei der Zeitumstellerei fühlt? – Und ja, bei diesem Satz muss ich lächeln, weil ich ja selber nicht davon überzeugt bin, dass man eine innere Einstellung so mir nichts dir nichts ändern kann und auch, ob das überhaupt wirlich was bringen würde. Wenn man etwas nicht mag, dann mag man es nicht und findet eben nichts Positives dran. Ich erwähne diese Floskel eigentlich nur, weil mir solche und ähnliche Redensarten (nicht immer nur das Schlechte sehen, positiv denken, nicht reinsteigern in was, usw. usf.) sehr gerne an den Kopf geworfen werden, wenn ich über meine Probleme oder Dinge rede, die mich stören und/oder mit denen ich nicht zurecht komme. 🙂

Somit kann ich zwar in gewisser Weise die Gegner der Sommerzeit irgendwie verstehen, weil sie da eben ein Problem haben, aber ich kann es nicht nachfühlen und doch nicht ganz verstehen, warum das so ist. Ich denke halt auch gern über solche Sachen nach. 🙂

Auf jeden Fall waren die Medien rund um diesen Tag nicht müde, wie jedes Jahr (zwei mal), über die „böse Zeitumstellung“ zu berichten. Dass die Leute es nicht wollen, dass es nichts bringt, dass es angeblich sogar gesundheitsschädlich ist (was erstens nicht hundertprozentig erwiesen ist und Langzeitschäden gibt es davon auf jeden Fall keine – das ist erwiesen), dass mehr Unfälle passieren (auch da können noch andere Faktoren mitspielen), dass die Kinder in der Schule unkonzentriert und müde sind (vielleicht sollte man sie zeitgerecht ins Bett schicken) usw. Es wird gefordert, das abzuschaffen, weil angeblich keiner das will, Petitionen werden ausgeschickt und was weiß ich alles.

Jedes mal, wenn ich diese Sachen lese, greife ich mir bei manchen Sachen entweder auf den Kopf oder ich denke mir, um Gottes Willen, ich bin eine von ganz wenigen, die die Sommerzeit mag.

Nun gibt es aber im Internet bei vielen Artikeln die Möglichkeit der Kommentare und die wird auch grad bei diesem Thema sehr genützt. Überhaupt bei einer gewissen heimischen Zeitung. Und da, in den Kommentaren, da lese ich, dass ich ganz und gar mit meiner Meinung nicht alleine dastehe. Ich würde fast sagen, das Pro und Contra hält sich da ziemlich die Waage.

Aber warum liest man nie (oder nur selten) in einer Zeitung oder einem Bericht z.B. „Hurra! Sommerzeit! Eine Stunde am Abend mehr Tageslicht und Sonne!“ ?
Meiner Meinung ganz einfach deswegen, weil Zeitungen und Medien auf negative Dinge abzielen. Die Sachen, worüber man sich aufregt. Denn das wollen die Leute lesen, sehen und hören. Das bringt Quote. Denn ganz ehrlich, wieviele Positive Dinge liest man denn schon in der Zeitung? So unter dem Motto: „Only bad news are good news.“ Und dabei bin ich eigentlich schon der Meinung, dass unsere Welt nicht nur aus Kriegen, Unfällen, Mord und Totschlag besteht.

Außerdem, wenn es um meine heimischen Mitmenschen geht, wir Österreicher sind ja bekannt dafür, dass wir „Suderer und Raunzer“ sind. 🙂 („sudern“ = jammern, sich pausenlos beschweren). Das gehört bei uns einfach dazu. 🙂 Irgendwas gibts schließlich immer zu jammern.

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So, ich werde dies hier jetzt mal abschließen. ABER! – es wird eine Fortsetzung geben. Ist nun mal so, wenn ich mich mit etwas befasse und zu schreiben beginne, tja, dann wirds halt lang. 🙂

Was ich noch erwähnen will:  ich will niemanden zu nahe treten, der tatsächlich große Probleme mit der Zeitumstellung hat. Ich gestehe natürlich jedem seine Meinung zu, seine Empfindungen und wie er etwas bewertet. Und jeder kann das natürlich in Kommentaren kundtun. Ich bitte sogar darum.

Was ich hier über dieses Thema schreibe, ist nur meine Meinung und meine Gedanken dazu, weil ich eben so manches nicht verstehe und nicht ganz nachvollziehen kann.

Aber es ist, wie es ist. Wir sind nun mal alle verschieden. 🙂

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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10 Antworten zu Alle Jahre wieder – das Thema Zeitumstellung

  1. giftigeblonde schreibt:

    Du weißt das ich das anders sehe.
    Ich merke das und nicht angenehm.

    Aber abgesehen von meiner Unwichtigkeit.
    Meine Tante und mein Onkel hatten früher einen Bauernhof mit Rindern und KÜhen die gemolken werden mussten und noch anderes Getier.
    Die haben diese Zeitumstellung auch immer sehr negativ wahrgenommenw,..für die Viecher ist jetzt nicht 17 Uhr sondern 16 Uhr und umgekehrt dann im Herbst auch. Die wurden richtig unruhig.

    Andererseits jammer ich nicht drei Wochen darüber, sondern höchstens zwei Tage,..ggg
    Und jetzt lese ich Teil zwei 🙂

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    • Gabi schreibt:

      Ich weiß das und akzeptiere das natürlich auch. Und ich bin mir auch bewusst, dass jeder Mensch anders ist.
      Das mit den Kühen und aneren ist sicher ein Problem. Nur dürften manche mit der langsamen Umstellung auf andere Fütterungszeiten doch auch wieder ganz gut zurecht kommen.
      Ich werde dieses Thema so übers Jahr nicht ganz aus den Augen verlieren und alle möglichen Leute darüber ausfragen. 🙂
      Und brav, dass Du nur zwei Tage jammerst. 🙂 Wer weiß, wie lange ich jammern würde. 🙂

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  2. SchmidtsWife schreibt:

    Ich mag die Sommerzeit sehr, aber mit der Winterzeit kann ich mich gar nicht anfreunden. Wir stellen heute nacht auf Winter um…

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    • Gabi schreibt:

      Da gehts mir genauso wie Dir. Ich hätte auch am liebsten das ganze Jahr über die Sommerzeit. Im Winter wirds eh trotzdem noch früh genug dunkel.
      Aber tröste Dich. Im Oktober sind wir ja auch wieder „dran“.
      LG Gabi

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  3. gsharald schreibt:

    Hallo Gabi,
    ich habe Deinen Artikel und Deine Gedanken ausführlich gelesen- Der Sinn der Sommerzeitumstellung, nämlich Energie zu sparen, weil es länger hell ist, wurde nie erzielt. Die Energie, die man einsparen wollte, wird jetzt in anderer Form verbraucht, weil die Leute die längere Helligkeit nutzen. Für mich macht die Umstellung keinen Sinn. Ich leide nicht darunter und ich mache mir keine Gedanken, ob jetzt schon 17:00 Uhr wäre oder ob es jetzt noch 16.00 Uhr ist.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Harald

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    • Gabi schreibt:

      Hallo Harald,
      erstmal vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Meinung.
      Im zweiten Teil hab ich ja geschrieben, dass ich, was den wirtschaftlichen Aspekt und „Sinn“ betrifft, da den Experten Glauben schenken muss, weil ich davon zu wenig Ahnung bzw. Wissen habe.
      Obwohl ich mir jetzt von uns aus jedoch ganz gut vorstellen könnte, dass wir eigentlich weniger Strom verbrauchen müssten. Im Sommer steht bei uns keiner so früh auf, sodass noch Licht benötigt wird. Ich selbst schlafe eher länger und brauche deswegen auch im Herbst und im Frühling morgens kaum Licht. Freizeitaktivitäten am Abend müssen ja nicht unbedingt mit Energieverbrauch zusammenhängen. Man kann ja auch zu Fuß etwas unternehmen oder mit dem Rad. Und da man dann abends später heim kommt, braucht man, so wie bei uns z.B., weniger Strom. Da schaltete man dann im Hochsommer erst ab 21 h oder 22 h den Fernseher oder Computer ein, statt im Winter vielleicht schon um 18 h, ebenso wie elektrisches Licht.
      Und an den Wochenenden, wo wir sowieso oft unterwegs sind, bleibt der Treibstoffverbrauch der selbe. Die Heimfahrt verschiebt sich ja nur um eine Stunde.

      Aber wie gesagt, ich kann da nur von uns sprechen.
      Mir fallen, weil bei uns und im Bekanntenkreis ebenfalls relevant, die Tennisanlagen ein. Gibt es keine Flutlichtanlage, kann man auch im Frühling und Herbst noch länger am Abend Tennis spielen. Und dort, wo es Flutlicht gibt, muss es erst viel später eingeschaltet werden.

      Aber allgemein gesehen, kann es durchaus sein, dass es, was das Energie sparen betrifft, keinen Sinn macht. Und ich schrieb ja auch, dass für mich der „Sinn“ im Wohlfühlfaktor besteht.

      LG Gabi

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  4. leonieloewin schreibt:

    Ich habe mir gestern Abend die Zeit genommen und Deine Ausführungen zur Zeitumstellung gelesen. Ja, jeder empfindet das anders. Mir persönlich macht die Umstellung fast gar nichts aus und deswegen denke ich auch nicht groß drüber nach. liebe Grüße von einer Leonie auf dem Weg zum Wandern

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    • Gabi schreibt:

      Vielen Dank fürs lesen. Natürlich habe ich festgestellt, dass jeder verschieden reagiert. Und ja, da es mir auch nichts ausmacht, habe ich eigentlich auch nie darüber nachgedacht. Erst als sich in den letzten Jahren die Beschwerden darüber mehrten. Ich kann mich nämlich auch nicht daran erinnern, dass das in den ersten Jahren nach der Einführung so war.
      Viel Spaß beim Wandern auf der „anderen“ Insel. 🙂
      LG Gabi

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