Damals – WIG 64

Gestern, am 16. April vor genau 50 Jahren, wurde die WIG 64 – die Wiener Internationale Gartenschau – auf dem Gelände des heutigen Donauparks eröffnet.

In den letzten Tagen konnte man schon zahlreiche Berichte darüber lesen und im Wien Museum gibt es zu diesem Anlass eine Sonderausstellung.

Und hier kann man einen kleinen Filmbeitrag von damals sehen, der vermutlich im Fernsehen gezeigt wurde.

Die fast eine Million Quadratmeter große Parkanlage wurde in zweijähriger Bauarbeit buchstäblich „auf Mist“ gebaut. Zuvor befand sich dort die Mülldeponie Bruckhaufen und das „Bretteldorf“, eine ärmliche Siedlung die als „Slum von Kaisermühlen“ bezeichnet wurde.

1,5 Millionen Blumen und 2 Millionen Stauden wurden gepflanzt, Gewächshäuser und ein Gewächshausturm, Restaurants und eine Seebühne am künstlich angelegten Irissee und so manch andere Attraktionen wurden errichtet.

Zwei davon waren die Liliputbahn (eine Mini-Bahn –  gibt es übrigens auch im Prater), die durch den Park führt und die es heute noch gibt und ein Sessellift, mit dem man über den Blumenbeeten schwebend das Areal von oben erkunden konnte.

Die Hauptattraktion war natürlich der 252 m hohe Donauturm, ein Wahrzeichen Wiens und DAS Wahrzeichen vom 22. Bezirk. Es ist noch immer österreichs höchstes Gebäude und noch immer gut besucht. Man findet da oben unter anderem ein sich drehendes Restaurant und in nicht ganz einer halben Stunde, sieht man Wien von allen Richtungen aus.

Der Donauturm wurde ebenfalls zur WIG 64 eröffnet und feiert somit ebenfalls sein 50jähriges Jubiläum.

Leider hab ich in vielen Kommentaren und Rezessionen Kritik über die wenig vorhandene Freundlichkeit des Personals und die nicht sauberen Toiletten am Donauturm gelesen. Und so dürfte es einen nicht wundern, dass zwar viele Leute auf den Turm rauffahren, aber am wenigsten die Wiener selbst. Ich war glaub ich auch schon 25 Jahre oder so nicht mehr oben. Aber dafür werden ja die ausländischen Touristen busweise dahin gekarrt. 🙂 Was aber auf keinen Fall ein Grund sein sollte, Besuchern, egal von wo sie kommen, unfreundlich zu begegnen. Immerhin sollten Touristen ja einen positiven Eindruck von Wien und den Menschen hier mit nach Hause nehmen.
Und wer mutig genug ist, kann von der Plattform des Turms auch einen Bungee-Sprung wagen. (Ich sicher nicht! :-))

Leider gibt es auch nicht nur schöne Ereignisse die mit dem Donauturm zusammenhängen. Anlässlich einer Internationalen Flugpost Ausstellung 1968 sollten 7 Ballons starten. Nur vier davon hoben ab. Einer davon konnte nicht schnell genug an Höhe gewinnen, flog Zick-Zack gegen den Turm und der Ballon blieb an dem Sicherheitsgitter der unteren Plattform hängen. Als dann die Verbindungsseile zum Ballon rissen, stüzte der Korb in die Tiefe und die drei Insassen kamen dabei ums Leben.

Der heutige Donaupark ist zwar heute nur mehr ca. 600.000 m² groß und viele Attraktionen oder Gebäude von damals sind in den Jahren verschwunden, weil sie nicht mehr gebraucht und/oder desolat wurden. So gibt es heute glaub ich, nur mehr ein einziges Restaurant und schon lange kein Kaffeehaus mehr. Trotzdem ist der Park bei den Wienern sehr beliebt und wird als Freizeitoase angenommen und besucht. Auch heute kann man noch viele schöne Blumen- und Pflanzenanlagen bewundern.

Sehr beliebt ist die Papstwiese. Die ist 20 ha groß und sie wird auch sehr gerne von vielen Leuten für sportliche Aktivitäten benutzt. Von Fußball bis American Football ist da alles dabei. Die Wiese ist so groß, dass man sich nicht gegenseitig stört.

Und warum die Wiese so heißt? Weil im Jahr 1983 Papst Johannes Paul II. in Wien zu Besuch war und hier mit mehr als 300.000 Gläubigen eine Heilige Messe feierte. Damals wurde ein 40 m hohes und 56 Tonnen schweres Stahlkreuz errichtet, das es auch heute noch gibt und somit ein weiteres „Wahrzeichen“ des Parks ist. In der Zwischenzeit wurde es sogar einmal renoviert.

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So, und nun hab ich mich so richtig „verplaudert“. Hatte gar nicht vor, so viel über den Donaupark und dem ganzen Drum und Dran zu erzählen. Das hatte sich nun so ergeben. 🙂 Ist halt wie immer. Ich kann mich nicht kurz fassen. 🙂

Das was ich eigentlich zeigen wollte ist, dass auch ich vor 50 Jahren mit meinen Eltern, meiner großen Schwester und meiner Omi (ob Opa auch dabei war, weiß ich nicht mehr) in dieser Ausstellung war. Fotografiert hat damals mein Papa und ich habe die Dias, die ich dazu gefunden habe, eingescannt.

Sie sind nicht alle wirklich gut, manche auch unscharf. Trotzdem sind sie eine schöne Erinnerung für mich. Hab auch versucht, sie etwas zu „verbessern“. So gut ich halt konnte.
Alle Fotos kann man anklicken und somit vergrößert ansehen.

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Hier vermutlich der Eingangsbereich zur WIG mit dem Donauturm:

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Blumen und Hollywoodschaukeln:

   

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Am ersten Bild bin ich mit meiner großen Schwester zu sehen. Am zweiten, leider ziemlich weit weg, mit meiner Mama und meiner Schwester.
Ich war damals 4 Jahre alt.

              

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Auf dem Sessellift sitze ich mit Mama und Omi. Leider kaum zu erkennen, weil sehr klein und unscharf.

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Und das war die Aussicht vom Donauturm aus:

      

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So, das war es schon wieder mit Bildern, die heute ein halbes Jahrhundert alt sind. Leider sind es nicht mehr. Aber wie geschrieben, die Qualität ist nicht immer so gut. Meine Bearbeitungskünste sind auch nicht gerade die besten. Aber immerhin, bei manchen hab ich ein bissl was zusammengebracht, wie hier z.B.:

             

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Ich hätte auch gerne ein Foto von dem großen Metallkreuz eben aus der Jetztzeit gezeigt, aber ich hab schlicht und einfach keines davon. Sollte ich vielleicht einmal nachholen.

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Nun noch in Kürze: zehn Jahre später gab es wieder eine WIG. Natürlich die WIG 74. Diesmal im 10. Bezirk südöstlich vom Laaer Berg auf dem Areal des heutigen Kurpark Oberlaa. Dazu gehörte der frühere Kurbetrieb Oberlaa. Dort habe ich meine Lehre absolviert und ein paar Jahre gearbeitet. Heute heißt der Betrieb Therme Wien. Ich war schon viele Jahre nicht mehr dort und wenn ich mir das so alles auf den Internetseiten ansehe, erkenne ich eigentlich nichts mehr wieder.

Habe nicht so viel über die WIG 74 gefunden, wie über die WIG 64. Vermutlich weil es ja „erst“ 40 Jahre her ist. Dennoch gibt es auch darüber eine Ausstellung im Österreichischen Gartenbaumuseum in Kagran.
Schauen wir mal, wie es dann in 10 Jahren aussieht. Und falls ich dann noch „funktionierend“ vorhanden bin, werde ich sicher davon berichten. 🙂

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So, ich hoffe, das viele Geschreibsel hat nicht zu viele Besucher abgeschreckt und vielleicht gibt es doch den Einen oder Anderen, der Gefallen an der kleinen Zeitreise hatte.

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Verwandte Themen:
Damals – Zeitreisen, Rückblicke und Erinnerungen

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Über Gabi

Ich bin hundenarrisch, fotografierwütig, Weinviertel-Liebhaberin, bergbegeistert, USA- und Australien Fan und in der Malerei versuche ich mich auch. Mein Blog: https://baumdaemon.wordpress.com/
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23 Antworten zu Damals – WIG 64

  1. leonieloewin schreibt:

    Liebe Gabi, danke für das Mitnehmen. So lerne ich langsam Wien kennen :-). Die alten Fotos finde ich herrlich. Sie erinnern mich an „alte Zeiten“, in denen mich mein Vater mit Mutter und großer Schwester in ähnlicher Weise ablichtete. Vielen Dank und einen schönen Gründonnerstag. Liebe Grüße Leonie

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    • Gabi schreibt:

      Ja, das waren noch Zeiten. Heut schau ich mir gerne diese alten Fotos an.
      Freut mich, dass ich Dir etwas von Wien näher bringen konnte.
      Dir auch einen schönen Gründonnerstag!
      Gabi

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  2. giftigeblonde schreibt:

    Wow, toller Beitrag!
    Gestern haben mein Mann und ich darüber gesprochen dass wir da noch nie waren.
    Steht also auf dem Plan für die nächste Zeit, mal schauen wann 🙂
    lg Sina

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  3. Alfred Paul schreibt:

    Moin …
    wann wurde der Fernsehturm im Donaupark eröffnet ( war zu meinem 60sten 2007 oben ) …?

    Liebe Ostergrüße und dicke Eier … weil Kleine sind so schnell verschluckt … LOL !!!

    ap

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    • Gabi schreibt:

      Ebenfalls am 16. April 1964.
      Soweit ich weiß war er nie ein Fernsehturm. Nur ein Aussichtsturm. Heute befinden sich aber einige Messstationen für Wetter und Luftemissionen da oben.
      Fernsehen wurde immer vom Sender am Kahlenberg empfangen.
      Auch Dir Schöne Ostern! 🙂
      LG Gabi

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  4. inschweden schreibt:

    Der Donauturm!
    An den habe ich ja schon ewig nicht mehr gedacht. Du hast echt ein Talent dafür immer solche „Ah ja genau!“-Momente in mir heraufzubeschwören. Letztens der Sender am Bisamberg, jetzt der Donauturm…
    Ich arbeitete ja in Wien in einer großen internationalen Firma und öfters hatten wir Besucher aus dem Ausland da und die nannten den Donauturm immer „A1 Tower“… wegen dem A1 Logo. 😉
    Ich war jetzt zwar auch schon ein paar Jahre nicht mehr im Cafe oder dem Restaurant oben aber die Qualität (auch des Essens) hat wirklich sehr nachgelassen. Jetzt ist es wohl nur noch eine Touristenabzocke… schade.
    An eine Geschichte erinnere ich mich auch noch sehr gut. Ich war mal mit einigen Freundinnen zum Essen verabredet und weil wir zu früh dran waren, mussten wir ein paar Minuten vor dem Restaurant warten bis es öffnete. An diesem Abend wehte ein sehr heftiger Wind und während wir da so standen, merkten wir dass wir „schwankten“… d.h. der Turm beugte sich im Wind hin und her und automatisch schwang man eben mit… als uns das bewusst wurde, war uns das dann doch recht unheimlich. Zum Glück spürte man das später beim Sitzen nicht mehr so arg. 😉
    Liebe Grüße „aus dem Exil“! Claudia

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    • Gabi schreibt:

      Freut mich, dass ich ein paar Erinnerungen wieder wecken konnte.
      Das Schwanken ist sicher etwas unangenehm oder gruselig, aber so weit ich weiß, müssen solche Geäude schwingen, damit sie nicht brechen.
      LG Gabi

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  5. Alfred Paul schreibt:

    … ja nee – iss klar … Würde er nicht mitschwingen, würde er ja abbrechen und das wäre dann garnicht mehr lustig !!!

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    • Gabi schreibt:

      Ah ja, Du hast das hier eh geschrieben, was ich oben antwortete.
      Ich hab ja keine Ahnung von Hoch- und Tiefbau, aber Brücken müssen ja ebenfalls mitschwingen, dass sie nicht einstürzen. Ist das richtig?

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  6. gsharald schreibt:

    Hallo Gabi,

    danke für den schönen Bericht. Ja, so ändern sich die Zeiten. Oft wird man nur daran erinnert, wenn aus irgendeinem Archiv etwas auftaucht, das die Erinnerungen weckt. Dein Beitrag ist mir nicht zu lang. Ich erfahre immer gern was über fremde Städte, Landschaften usw.

    Vor Urzeiten war ich mal mit ein paar Kollegen in Wien. Die Stadt hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich wollte ich schon längst mal wieder dagewesen sein. Aber wie das so ist.

    Liebe Grüße nach Wien
    Harald

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    • Gabi schreibt:

      Freut mich, dass Dir mein Bericht gefallen hat.
      Und ja, ich würde sagen, es wäre mal wieder Zeit mein Wien zu besuchen.
      Auch wenn man halt immer wieder mal über etwas meckert oder jammert, was einem nicht passt. Ich bin froh, hier zu wohnen.

      Liebe Grüße
      Gabi

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